Verbindungen

Kopf von David Landau © Frank Auerbach FairUse / WikiArt

Morgens höre ich oft die Kulturmedienschau in SWR Kultur und erfahre vom Tod des Malers Frank Auerbach. Bis zu 5 Liter Farbe habe er für manche seiner Werke verbraucht; an einigen arbeitete er ein ganzes Jahr. Bald schuf er plastische Farbreliefs, bald kratzte er die dicken Schichten wieder herunter. Ohne ein Bild von ihm gesehen zu haben, dachte ich sofort an Michael Toenges. Vor Jahren hatte ich Bilder von ihm im Museum Wiesbaden entdeckt, zu ihm Kontakt aufgenommen und dann eines seiner abstrakten Bilder gekauft, an dem wir uns nicht satt sehen können und es täglich neu entdecken. Frank Auerbach wohnte – genau wie sein Cousin Marcel Reich-Ranicki – in der Güntzelstraße in Berlin, nur ein paar hundert Meter von unserer Wohnung entfernt. Mit einem Kindertransport kam er im Alter von acht Jahren nach England; seine Eltern wurden in Auschwitz ermordet. 

Michael Toenges war sofort dabei, als ich ihn bat, einige Zeilen für diese Kolumne über Frank Auerbach zu schreiben. “Es gibt ein Schlüsselerlebnis um 1980 für mich (…) Ich fuhr mit der Straßenbahn durch Köln und sah ein unscheinbares Plakat mit einem gemalten Porträt. Es hat mich sofort restlos elektrisiert! Die ganze Botschaft dieses Bildes war für mich schlagartig klar – selten hat mich ein Werk eines Künstlers so aufgerührt. Es war nicht die Materialität – die Schwere und Dichte der Farbe, sondern die Tiefe der Empfindung eines Malers, dessen Name ich nie gehört hatte.  Das Plakat – so glaube ich mich zu erinnern -verwies auf eine Ausstellung im „British Council – die Brücke“ in Köln – aber als ich dort hinging, war die Ausstellung bereits vorbei. Niemals habe ich diesen Eindruck vergessen. Erst später habe ich die Originale gesehen (…) Seine ganze Arbeitsweise ist mir so nahe wie kaum die eines anderen Malers! Seine Malerei, seine Farbe, seine Bilder sind Fragen an die Menschlichkeit – an die Humanität! Durch diese Wahrnehmung wurde all mein junger und wilder Ehrgeiz völlig zur Seite gefegt – zugunsten einer malerischen Wirklichkeit, die mich nie wieder losgelassen hat.”  

Täglich eine Entdeckung: Ölgemälde von Michael Toenges.

Nach einem Besuch bei ihm in seinem Atelier vor vier Jahren notierte ich: “Niemand kennt Michael Toenges auf dem Gelände der Reuschenberger Mühle, idyllisch außerhalb von Leverkusen gelegen. Seit dreißig Jahren arbeitet er dort, in all den Jahren sind ihm Fragen wichtiger als Antworten geblieben. Seine Ölbilder brauchen Zeit, die Schichten überlagern und verstärken sich, quellen förmlich aus den Bildern, die ganz angekommen sind bei sich in völliger Abstraktion. Wann ein Werk fertig ist, weiß nur der Künstler, ohne es doch benennen zu können; er gibt sich dem Prozess gewissermaßen hin, ohne ihn vollends kontrollieren zu können – und zu wollen. Es muss eine wahre Lust sein, die Ölfarbe mit den Händen aufzutragen.” Dieser Prozess ähnelt dem Schaffen von Frank Auerbach, der Jahrzehnte in seinem Atelier im Norden Londons wie besessen arbeitete. In Großbritannien werden seine Werke genauso geschätzt wie die seiner befreundeten Kollegen Francis Bacon und Lucian Freud. In Berlin kann man keines der Werke von Frank Auerbach in einer öffentlichen Sammlung sehen. Ich werde zum Wohnhaus der Familie gehen und an ihn denken. Solche Verbindungen sind wichtiger denn je. 

Als das Wünschen noch geholfen hat

Buchstabenskulptur vor dem Haus der Berliner Festspiele. © Rolf Hiller

Was für ein 6. November, was für eine Woche! Am letzten Donnerstag begann das Jazzfest Berlin im Haus der Berliner Festspiele. Hatte man im letzten Jahr die 60. Ausgabe des Festivals gefeiert, wurde heuer auf das Jubiläum verwiesen; die ersten Berliner Jazztage – so der damalige Name – fanden 1964 statt. Nach dem Abschluss wurden in einer Pressemitteilung Erfolge gemeldet: für 24 Konzerte wurden 6.370 Tix ausgegeben. Freilich lässt sich nicht übersehen: das Publikum ist noch älter als das Festival, allen Bemühungen der rührigen Festivalleiterin Nadin Deventer zum Trotz. Einen Überblick über alle Veranstaltungen konnte sich niemand verschaffen; die beiden Jazzfest Labs (Community und Research) gingen an vielen vorbei. Ich hätte mir gewünscht, dass interessante Konzerte nicht zur gleichen Zeit stattfinden, etwa zwei Weltpremieren. Wer sich in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche aufgemacht hat, musste das Debüt des neuen Trios von Joachim Kühn verpassen. 

Diesen stürmisch gefeierten Auftritt des Tastenlöwen mit den beiden jungen phantastischen Musikern Thibault Cellier (b) und Sylvain Darrifourcq (dr) wird man in Erinnerung behalten. Nicht minder entfesselt spielte das englische Trio Decoy, allen voran Alexander Hawkins an der Hammondorgel. Nie gelingt es dem bald 85-jährigen Joe McPhee (ts) an diesem Abend, mit den beiden mitzuhalten. Wunderbar von innen glühend das Konzert des Joe Lovano Trio Tapestry mit Marilyn Crispell am Klavier, die man tags zuvor bei einer ihrer seltenen Solo-Improvisationen erleben konnte. Die Auftritte des Sun Ra Arkestra und der japanischen Otomo Yoshihide Special Big Band können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch im Jubiläumsjahr nicht viel zu entdecken gab. Oder sollte man die französische Pianistin Sylvie Courvoisier dazu zählen, die bereits das dritte Mal hintereinander beim Jazzfest Berlin auftrat? Freunde hatten den richtigen Riecher und blieben dem Jubiläum unter dem Motto “Still Digging” fern. Einer schrieb: “Das Programm hatte mich auch nicht so richtig erotisiert, verpasse ich was?” Hat er nicht. 

Der Afrofuturismus des Sun Ra Arkestra klingt erstaunlich konventionell. © Rolf Hiller

Zwei Tage später gibt es die nächste Ernüchterung. In der Nacht verfolge ich im Radio den Ausgang der Wahl in Amerika. Am Morgen steht dann fest: Kamala Harris hat klar verloren, trotz der prominenten Unterstützung vieler Superstars mit Millionen Followern in den Socials. Ihr gelang es nicht, gegen Donald Trump eigene Themen zu setzen. Der versprach, die Probleme Inflation und Migration zu lösen, und hatte die Unterstützung einflussreicher Tech-Milliardäre wie Jeff Bazos und Elon Musk, die man in ihrem Gebaren getrost als Oligarchen bezeichnen darf, wie das der deutsche Politologe Jan-Werner Müller von der Princeton University in New York tut. Am Abend hat dann die Ampel ihre Zukunft hinter sich und Deutschland nur noch eine geschäftsführende Regierung. Sollte eine Neuwahl erst im März stattfinden, droht ein monatelanger politischer Stillstand. Eine blanke Katastrophe in dieser Zeit. Am 9. November vor 35 Jahren fiel die Mauer; die Trennung aber besteht weiter. Das hätte wohl niemand damals prophezeit. 

Präzise Unschärfe

Das Bauhaus Museum in Dessau. © Karl Grünkopf

Das Hotel in Dessau ist hervorragend gelegen. Von dort kommt man fußläufig zum Bauhausgebäude, gegenüber sind die berühmten Meisterhäuser. Wir wundern uns über die Milchglasscheiben, werden darüber aber erst am nächsten Tag mehr erfahren. Wir fahren zurück ins Zentrum und staunen über die breiten und großzügigen Straßen; Dessau-Roßlau hat gerade einmal 80.000 Einwohner. Gespenstisch leer ist es in dem anonymen Einkaufszentrum, wo zu DDR-Zeiten noch eine Kaufhalle war; drei Stunden darf man dort gratis parken. Gesichts- und zusammenhanglos die ganze Stadt, viele leere Geschäfte, kaum Menschen unterwegs. Gewaltig und spiegelnd abweisend mittendrin das Bauhaus-Museum, in dessen Fassade sich die Baukatastrophen der letzten Jahrzehnte spiegeln. Das Haus öffnet sich nicht zur Stadt, der Eingang verschwindet vollkommen in der Spiegelfassade. Zumindest können wir das Bistro und die freundlichen Damen im Service sehr empfehlen. 

Hier wurde Architektur- und Designgeschiche geschrieben. © Karl Grünkopf

Ernüchtert fahren wir zum Bauhaus, das von 1926 bis 1932 von hier aus Architektur- und Designgeschichte schrieb und dem schnörkeligen Mief des Wilhelminismus eine radikale Moderne der klaren Formen und klugen Funktionalität entgegenschleuderte. Großartig die Fensterfassaden, das Spiel von Licht und Schatten auf und im Gebäude. Wir werden durch das beeindruckende Haus geführt, bewundern ein Gesamtkonzept, das sogar noch die oben(!) angebrachten Heizkörper in die Ästhetik der Räume integriert. Walter Gropius und seine teils kongenialen Mitstreiter:innen entwickelten die berühmten Stahlrohrmöbel, praktische Raumkonzepte und das modulare Bauen, das man in der Bauhaussiedlung Dessau-Törten sehen kann, wenn auch einige Häuser über die Jahre verunstaltet wurden. Ob Gropius das Konzept der präzisen Unschärfe beim Nachbau seines im Krieg zerstörten eigenen Hauses gutgeheißen hätte? Mit dieser Brechung wollte das Berliner Büro Bruno Fioretti auf den Funktionswandel des Gebäudes hinweisen – es wird jetzt als Museum genutzt – und nimmt ihm doch ein zentrales Element des Bauhauses: das luzide Spiel von Licht und Schatten, von innen und außen. 

Milchglasscheiben sollen den Meisterhäusern eine präzise Unschärfe geben. © Karl Grünkopf

Von präziser Unschärfe kann man bei der Krise des Volkswagen-Konzerns nicht sprechen; im Gegenteil, die Fehler des Managements liegen klar auf dem Tisch und gehen wieder einmal zu Lasten der Belegschaft. „Dass die rund 120.000 Mitarbeiter:innen von Volkswagen^ in Deutschland”, kommentiert die taz, “in heller Aufregung sind, ist mehr als verständlich. Sie sollen die falschen Managemententscheidungen aus der Vergangenheit ausbaden. Alleine der Dieselskandal hat VW bisher mehr als 32 Milliarden Euro gekostet. Dass der Konzern bis heute nicht in der Lage ist, ein für die breite Bevölkerung erschwingliches E-Auto anzubieten, hat auch nicht die Belegschaft zu verantworten. Wer den VW-Konzern entschlacken will, sollte daher an dessen Spitze anfangen. Doch dass Herr Blume, der im vergangenen Jahr knapp 9,7 Millionen Euro verdient hat, mit gutem Beispiel vorangehen und auf einen Teil seines obszön hohen Einkommens verzichten will, ist nicht bekannt.“ (29.10.24) Von präziser Unschärfe darf man aber getrost vor der Wahl in den USA sprechen. Der überzeugte Transatlantiker Joe Biden ist aus dem Spiel. Für Europa wird sich in jedem Fall einiges ändern, ob nun Kamala Harris oder Donald Trump gewinnt. Am nächsten Dienstag ist es soweit, in der Nacht auf den 6. November wissen wir zumindest schon etwas mehr. 

Betonköpfe

Keine Chance nirgends: Alexandra Sinelnikova, Katja Riemann, Maria Simon in „Linkerhand“ am Berliner Gorki Theater. © Ute Langkafel MAIFOTO

Der Roman “Franziska Linkerhand” von Brigitte Reimann, posthum 1974 veröffentlicht, gilt als Kultbuch der DDR-Literatur. Geschildert wird das Leben einer jungen Architektin, die eine Karriere in Ost-Berlin in den Wind schlägt und ihre Vorstellungen vom Bauen in einer Neustadt in der Provinz realisieren will – und scheitert. Die knapp siebenhundert Seiten Text komprimiert der Regisseur Sebastian Baumgarten in seiner Inszenierung für das Berliner Gorki Theater auf 105 Minuten, was schon eine Leistung an sich darstellt. Bei der Premiere im ausverkauften Haus klatscht das überwiegend junge Publikum begeistert. Gleichwohl kann der Abend nicht überzeugen. Baumgarten besetzt die Hauptrolle mit gleich drei Schauspielerinnen – Katja Riemann, Alexandra Sinelnikova und Maria Simon -, ohne dass die Figur so lebendiger würde. Das Scheitern der Franziska Linkerhand an den Betonköpfen und Bürokraten der Plattenbau-Ideologie kommt genauso leblos auf die Bühne; es wird vorgetragen und nicht gespielt. Die Kritikerin Barbara Behrendt saß jedenfalls “in einer drögen Inszenierung, die selbst ein wenig wirkt wie eine Bauruine von vorgestern.” (rbb24) 

Spannender als auf der Bühne ist es derzeit in Berlin hinter den Kulissen. Auch in der Hauptstadt muss gespart werden; der Kultur drohen hier Kürzungen von 10%. Anlass genug für die Süddeutsche Zeitung, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und Fragen nach der Arbeit des Kultursenators Joe Chialo (CDU) zu stellen. Er hofft wie die teils üppig alimentierte Freie Szene, es möge wohl irgendwie gut gehen, statt einen Kassensturz zu machen. “Natürlich kann man im Berliner Kulturetat sparen”, befindet der Autor Peter Laudenbach, “ohne dass die Stadt verödet oder Wirtschaft und Tourismus kollabieren. Pro Einwohner gibt Berlin deutlich mehr für seine Kultureinrichtungen aus als zum Beispiel das schöne Hamburg. (…) Auch in der angeblich darbenden Freien Szene ist die Frage, ob Subventionshöhe, künstlerischer Ertrag und Publikumsinteresse immer in einem angemessenen Verhältnis stehen. Beispiele? Das stark identitätspolitisch inspirierte Kreuzberger Ballhaus Naunynstraße hatte im vergangenen Jahr nur 5000 Zuschauer, dabei öffentliche Zuwendungen in Höhe von 2,3 Millionen Euro – das macht groteske 466 Euro Subventionen pro Ticket.” (24.10.24) 

Alle Kosten auf den Prüfstand zu stellen schadet nie; dann kann man immer noch neue Schulden machen, wenn es denn im konsumtiven Bereich unbedingt sein soll. Vor dieser Herausforderung stehen auch die Spitzen der Ampelkoalition, die längst im Wahlkampfmodus angekommen sind – behaupte sich, wer kann. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer veritablen Krise und verliert im beinharten Wettbewerb jeden Tag an Boden. Die Steuereinnahmen gehen zurück, Massenentlassungen und Werksschließungen drohen. Gleichzeitig müssten dringend 400 Milliarden Euro in die Infrastruktur investiert werden. Kaputte Brücken, Straßen und Schienen sind Schulden, die am Ende teurer kommen als eine Lockerung der Schuldenbremse. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wieder eine Brücke einstürzt. Eine parteiübergreifende Agenda 2040 muss her. 

Time Warp

Boxenstopp beim Erstsemesterempfang in Kassel. © Rolf Hiller

Die letzten beiden Tage in Amerika brechen an. Mit unseren Gastgebern zur Golden Gate Bridge, weiter nach Sausalito und zum Fort Mason. Zum Dinner abends im “Blind Butcher” in Castro legt ein DJ auf und fördert damit nicht gerade ein Tischgespräch. Essen ist Notwendigkeit und nicht Genuss, der ohne Atmosphäre und Kultur nicht zu haben ist. Dafür schmeckt der Wein zu Hause um so besser. Natürlich fahren wir noch einmal nach Orinda. Am nächsten Nachmittag heißt es dann Abschied nehmen. Zwei Wochen voller Eindrücke und Erlebnisse gehen zu Ende, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Das Check-In am Flughafen in San Francisco ist bestens organisiert – unsere Zeitreise beginnt. Von Haus zu Haus werden wir 19 Stunden unterwegs und plötzlich der Zeit in San Francisco um 9 Stunden voraus sein. Bereits bei unserem Besuch an der Westküste vor sechs Jahren kam mein Schlaf vollkommen aus dem Rhythmus. Beim Abendessen fallen mir die Augen zu, ich schlafe flach und bin morgens schon um vier Uhr wach. Der Jetlag, nach dem sich viele Freund:innen erkundigen, ist sehr anstrengend und zehrend. Im Sprinter nach Frankfurt am Dienstag schlafe ich dann ein bisschen, ziehe mein Programm im Verlag durch und bin am nächsten Tag schon wieder in Kassel. FRIZZ Das Magazin ist mit den Starter Kits wieder beim Erstsemesterempfang in der Universität dabei. Wir stapeln die Boxen in imposanter Menge und verteilen sie dann an die Neuen, die sich über den aktuellen FRIZZ Hochschulguide, Gutscheine und Gimmicks freuen. Zwischendurch stärken wir uns mit Bratwürsten (gratis vom AStA) und einem Hellen. Die Rückfahrt nach Berlin im ICE verläuft schneller denn je – ich erwache kurz vor der Ankunft. Der Jetlag hat auch Vorteile. 

Eine Woche und länger kann die Umstellung auf die MESZ dauern – anstrengende Tage ohne erholsamen Schlaf. Nicht auszudenken, ich wäre auch noch auf die Frankfurter Buchmesse gegangen. Dort ist ein Thema die Krise des renommierten Suhrkamp Verlags, der nun vollständig von Dirk Möhrle, dem ehemaligen Chef der inzwischen insolventen Baumarktkette Max Bahr, übernommen wird. Auf der Buchmesse 1981 sorgte ein Pamphlet über die sogenannte edition sual, eine Zusammenarbeit von Suhrkamp und Aldi, für erheblichen Wirbel. Diese Satire könnte jetzt ihre ganze prophetische Wahrheit entfalten – “Wenn der Leser nicht zum Buch kommt, muss das Buch zum Leser kommen.“ Zum Lesen kam ich in Amerika nicht; vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal. Seit Tagen geht mir ein Song aus der Rocky Horror Picture Show durch den Kopf: “Let’s do the Time Warp again”. Wir kommen wieder. Hoffentlich nach Kamala America. 

Oben und unten

Expecting the next tourists. © Karl Grünkopf

Glück gehabt. Durch irgendeinen Buchungsfehler wurde unser Zimmer in der Yosemite View Lodge storniert; das hatten wir durch einen Anruf vorher schon erfahren. Spannung also beim Check-In. Wegen der Unannehmlichkeiten bekommen wir dann sogar ein Zimmer mit Blick auf den Fluss statt auf den Highway, wie ursprünglich gebucht. Da schmeckt die Pizza in der weitläufigen Anlage um so besser. Alles ist dort ein bisschen schrabbelig und in die Jahre gekommen, hat aber – anders als in den sterilen Hotels von Hampton Inn – Charme. Wir fahren zum Glacier Point und sind überwältigt von der atemberaubenden Schönheit der Natur. You’ll  never walk alone to the View Points. Besonders beeindruckend der Half Dome, eine senkrecht abfallende Felswand; die Yosemite Falls dagegen fallen in dieser Jahreszeit überwiegend aus, kein Tropfen nirgendwo. Oben in den Bergen ist es noch heißer als in San Francisco, wo gerade vor außergewöhnlich hohen Temperaturen gewarnt wird. 

Am stärksten beeindrucken uns die Mammutbäume, die wir die nächsten Tage sehen. Natürlich pilgern alle zum General Sherman Tree, dem voluminösesten lebenden Baum der Erde. Er hat einen Umfang von über 30 Metern, die geschätzte Lebendmasse soll 2.000 Tonnen (Wikipedia) betragen, das Alter des Methusalems wird auf über 2.200 Jahre geschätzt. Kein Baum der Welt dürfte häufiger fotografiert werden, doch auf den schön angelegten Wegen im Sequoia Nationalpark können wir noch einige dieser Riesen in aller Ruhe bestaunen. Längst vergessen ist da unser letztes Quartier in der Wuksachi Lodge – die Tür klemmt, die Handtücher zerschlissen, die Dusche museumsreif, die Klimaanlage brummt. Trotzdem mussten wir dafür am meisten berappen; die Lage direkt im Nationalpark hat ihren Preis. In endlosen Serpentinen geht es zurück aus den Bergen nach Fresno ins nächste und zum Glück letzte Hampton Inn, verkehrsgünstig zwischen Freeways, Highways und vierspurigen Straßen gelegen. Autoland Amerika. 

Existentialisten unter sich im Caffè Triest.

Zurück aus unserem zweiten Hochsommer in die Frische von San Francisco, wo wir die letzten Tage in unserem shared apartment bei unseren großartigen Gastgebern in Castro bleiben. Wir bringen den Genesis zurück und freuen uns wie Bolle, dass das Upgrade auf dieses bestens ausgestattete Auto nicht mehr als eine große Pizza gekostet hat. Zu Fuß geht’s wieder zum Caffè Triest, wo es ganz hervorragenden Espresso & Kuchen und immer etwas zu beobachten gibt. Zwei Denker machen sich Notizen, eine junge Frau schreibt gerade einen Bestseller, eine Transfrau strickt und tanzt am Tresen. Das wundert hier niemanden; deswegen lieben wir das Caffè Triest, das 1956 gegründet wurde und ein Ort für Existentialisten aller Art geblieben ist. Am nächsten Tag laufe ich durch unser Viertel und kaufe mir eine Eiskugel, die mit Waffel sage und schreibe 5,25 Dollar kostet. Vor Schreck spare ich mir den Tipp. Ein schlechtes Gewissen bekomme ich erst recht, als ich Menschen sehe, die buchstäblich in die Mülltonnen eintauchen, um nach etwas Verwertbarem zu suchen. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennt kein Erbarmen. 

Challenge

Kein Fahrer nirgends und keine Angst: unterwegs mit Waymo in San Francisco. © Karl Grünkopf

Mehr geht nicht! Nach einem endlos langen Flug – am Ende schaute ich nur noch ein Lande-Video nach dem anderen – holt uns der Cousin zum Glück am Flughafen ab. Er wohnt mit seiner Partnerin in Castro, dem schönsten Viertel in San Francisco. Wir beziehen unser Zimmer, abends noch ein Imbiss; dann wirkt der Jetlag. Schon am nächsten Morgen sitze ich in der Herrgottsfrühe am Rechner. Später besuchen wir die Tante und in ihren Mann in Orinda, das 17 Meilen von San Francisco entfernt liegt. Wir hatten ihr bei einem Familientreffen vor einem Jahr versprochen zu kommen. Nach der Rückkehr in die Stadt entscheiden wir uns ohne Zögern für die “Foxy Lady”. Die Party zum 60. Geburtstag einer Freundin findet in einem ehemaligen Kino statt – Sixties ist das Motto. Unsere Mädels sehen klasse aus, und auch wir machen mit Pilzkopf-Perücken keine schlechte Figur auf dem Dancefloor. Die Fahrt zur “Foxy Lady” war für die Germans übrigens eine Premiere: wir fuhren mit einer fahrerlosen Waymo-Limousine. Ich saß staunend auf dem Beifahrersitz: Angst hatte ich nicht einen Moment. 

Gleich am nächsten Tag heißt es Bike Now! Wir machen eine Radtour zum Golden Gate Park. Noch nie bin ich in Amerika Fahrrad gefahren, niemals saß ich auf einem Rennrad. Dreimal stellt der Cousin für mich den Sattel niedriger, obwohl wir nahezu gleich groß sind. Die Haltung, die Schaltung, die Bremsen – alles ungewohnt für einen normalen Radfahrer wie mich. Ein unvergessliches Erlebnis. Als wir nach 16 km auf den Straßen & Wegen von San Francisco wieder heil in Castro ankommen, bin ich sehr erleichtert. Nach einer kurzen Pause ziehen wir schon wieder los. Mit dem Cable Car fährt die WG auf Zeit ins SF Jazz Center – die fabelhafte Sängerin Dee Dee Bridgewater gastiert mit dem fabelhaften Trompeter Nicholas Payton und dem Bill Charlap Trio. Ein tolles Konzert, alle sind begeistert; leider war ich während einiger Passagen nur physisch präsent – Jetlag. Würde ich in San Francisco leben, wäre ich mindestens einmal im Monat im SF Jazz Center! 

Noch einmal Orinda und dann starten wir am nächsten Tag zu einer kleinen Tour durch Kalifornien. Die erste Etappe führt uns in die Hauptstadt Sacramento, von der wir fast nichts sehen. Unser Hotel liegt unweit des achtspurigen Freeways, den man Tag und Nacht hört. Wie das ganze Viertel hat auch unser Haus bessere Zeiten erlebt. Weiter am nächsten Tag zum 497 km² großen Lake Tahoe – auf ein kurzes Bad im höchsten See der Vereinigten Staaten waren wir leider nicht vorbereitet! Unsere nächste Etappe ist mit über 300 km die längste und eine echte Herausforderung. Das Navi im brandneuen Genesis kennt El Portal nicht, der Akku des geborgten US-Handys ist irgendwann leer; schließlich cruisen wir ohne echte Orientierung durch Yosemite. Wir zeigen einem Ranger unsere Reiseunterlagen – das Ziel ist nah. Nach dem Start fliegen die Dokumente von der Motorhaube auf die Straße. Ich bremse und schalte die Warnblinkanlage ein. Ein Camper hinter uns sichert geistesgegenwärtig die Lage, meine Lektorin sprintet los und holt alle Blätter von der Fahrbahn. Die Nerven liegen blank! Nach der Aufregung erreichen wir unser Ziel entspannt. Beim Checken der News lese ich voller Freude, dass Melania Trump sich in einem Video für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen ausgesprochen hat. Was für ein Tag! 

Über den Wolken

Auf die Schlagworte Wolken und zweitürig kreierte die KI dieses Bild.

Was für eine Woche! Diesen Blog wollte ich auf dem Flug nach San Francisco online stellen, doch das WLAN funktionierte nicht. Die direkte Entfernung von Berlin beträgt etwa 8.800 km; der Flug mit Umstieg in Frankfurt wird 14,5 Stunden dauern. Erinnerungen an die letzte Reise nach Amerika 2018 schwirren mir durch den Kopf und der Song von Reinhard Mey aus dem Jahr 1974 “Über den Wolken / Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein / Alle Ängste, alle Sorgen / Sagt man / Blieben darunter verborgen / Und dann / Würde was uns groß und wichtig erscheint / Plötzlich nichtig und klein.” Den Song habe ich mir gerade auf mein Handy geladen. Damals war Fliegen noch etwas Besonderes (“Der Duft der großen, weiten Welt: Peter Stuyvesant”), und vielleicht konnten wir damals noch alle Ängste und Sorgen vergessen. Heutzutage ist das Flugzeug ein Massentransportmittel und für viele Kinder alltäglicher als die Fahrt mit der Eisenbahn. 

Der Flug nach San Francisco wird in diesem Jahr mein einziger bleiben und selbstverständlich werde ich die Klimawirkung von 5.900 kg CO₂ kompensieren; die Pro-Kopf-Jahresemission (in Äthiopien) beträgt 560 kg. Von Flygskam (Flugscham) ist derzeit keine Rede, viele fliegen munter durch die Welt, als gäbe es kein Morgen. Trotzdem freuen wir uns sehr auf diese Reise; ein widerspruchsfreies Leben ist eben nicht möglich. Das weiß Ulrich “Ulli” Blobel nur zu gut. Er rief zusammen mit Peter „Jimi“ Metag 1973 die legendäre jazzwerkstatt Peitz ins Leben, deren Bedeutung für die Jazz-Szene in der DDR man nicht hoch genug einschätzen kann. Dass sich ein solches Festival nicht ohne die Duldung der Stasi durchführen ließ, liegt auf der Hand; doch wird in der Akte des IM Thomas auch über Ausspähungen von Musikern berichtet (sehr lesenswert das „Die Liebe der Stasi zum Jazz“ in der taz). Darüber hätten wir gerne in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig mehr von Blobel erfahren, doch in dem Panel “Herkunft und Freiheit” wollte offensichtlich niemand den Störenfried geben. 

Anlässlich der Übergabe des Archivs der jazzwerkstatt Peitz fand dort unter dem Titel “Störenfriede: Jazz, Protest + Revolution” eine Veranstaltung mit Konzerten & Diskussionen statt. Joe Sachse, der die Gitarre einsetzt wie kein zweiter, feiert seinen 75. Geburtstag, Conny Bauer, ein Aushängeschild des Free Jazz in der DDR, spielt ein Solo-Konzert auf der Bassposaune, und abends begeistern noch die Pianistin Myra Melford und die “Supergroup” (Jazzthetik) PUNKT.VRT.PLASTIK mit Kaja Draksler (p), Petter Eldh (b) und Christian Lillinger (dr). Das reizvolle Projekt “Allgäu meets India” schenken wir uns – ein langer & sehr anregender Tag in Leipzig geht zu Ende. Am nächsten Abend erleben die Grünen bei der Wahl in Brandenburg ihr blaues Wunder und sind im neuen Landtag in Potsdam nicht mehr dabei. Nach dem Rücktritt der Parteispitze taumeln die Grünen in einer Krise, deren Gewinner der amtierende Wirtschaftsminister sein könnte. Im Deutschlandfunk wurde gar schon über ein Bündnis Robert Habeck spekuliert. 

Das Wunder von Berlin

Ein Engel hatte das Handy unter der Plastiktüte deponiert. © Rolf Hiller

Mein Handy ist weg. Sagt die erste Leserin dieser Zeilen vollkommen ruhig. Wir haben gerade im Urbanhafen zu einer dreistündigen Brückenfahrt über den Landwehrkanal und die Spree abgelegt. Ohne Smartphone geht heutzutage fast gar nichts mehr. Das Ding muss in der Konsole am Fahrrad stecken und hatte uns eben noch zuverlässig zum Ziel navigiert. Bestimmt ist es nach drei Stunden nicht mehr da. Das Wetter ist herrlich, viele Menschen werden in dieser Zeit am Rad vorbeikommen – und natürlich das gut sichtbare iPhone bemerken. Die Besitzerin bleibt erstaunlich gelassen und will die Fahrt mit Freunden & Freuden genießen. Als wir wieder im Urbanhafen ankommen, renne ich sofort zum Fahrrad und sehe mit einem Blick: das Handy ist weg, ein Haufen Geld einfach so. Wir legen unsere Airbags an, wollen nach Hause fahren und das Teil über die Ortungsfunktion des iPads suchen. Wie in Einbeck damals. Dann trauen wir unseren Augen nicht! Ein grundguter Mensch hat das Handy unter dem Sattelschutz verstaut und sogar noch mit dem Clip-Verschluss gesichert. Wir können unser Glück, das Wunder von Berlin nicht fassen! 

Von weiteren Wundern ist nun keine Rede mehr, im Gegenteil. Früher brauchte man in einer Großstadt wie Berlin mit einem klug & langfristig konzipierten ÖPNV keinen Fahrplan – es kam immer rasch die nächste Bahn. Das hat sich inzwischen dramatisch geändert. Den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) fehlt es an Personal und an Wagen. Teilweise über 60 Jahre alte U-Bahnen zuckeln unter der Stadt – und fallen häufig aus. Deswegen wollte die BVG geringfügig die Taktzeiten verlängern, aber das klappt hinten und vorne nicht. Jede Fahrt ein Abenteuer. Würde wenigstens die App stimmen, doch die Realität spricht deren Infos Hohn. Wie bei der Deutschen Bahn kommen der BVG die mangelnden Investitionen in die Infrastruktur teuer zu stehen. Bahnchef Lutz gelobte eben einmal wieder in der FAZ, man wolle die Pünktlichkeit bis 2027 auf 75 bis 80 Prozent steigern. “Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube”, könnte er schon in Goethes “Faust” lesen. 

Geschieht am Sonntag vielleicht ein Wunder in Potsdam? Da wird in Brandenburg (Einwohnerzahl: knapp 2.6 Millionen) gewählt. Wieder einmal geht es in der Öffentlichkeit ums Große & Ganze, nicht um die Situation in diesem Bundesland. Jede Landtagswahl wird in aufgeheizten Zeiten wie diesen erst recht zur Testwahl für die Bundesregierung. Dem ließe sich nur entgehen, wenn die Bundestagswahl und alle Landtagswahlen am gleichen Tag stattfinden. Der Ministerpräsident Dietmar Woidke hat sein politisches Schicksal mit dem Ausgang der Wahl verknüpft. Sollte seine SPD nicht die stärkste Fraktion im Potsdamer Landtag werden, tritt er zurück. Woidke setzt alles auf eine Karte und hat sich die Unterstützung des Bundeskanzlers, der übrigens in Potsdam wohnt, ausdrücklich verbeten. Den letzten Umfragen zu Folge liegen SPD und AfD fast gleichauf. Es wird ein extrem spannender Wahlabend. Sollte Woidke nur zweiter Sieger werden, dürfte die Bundesrepublik Deutschland ein blaues Wunder erleben. 

Sommer ade

Mit dem Sommer blieben die Espadrilles auf der Insel. © Karl Grünkopf

Am Sonntag sind wir noch bei strahlendem Sonnenschein in der Ostsee (+14 Grad) gewesen. Danach bin ich wie in der Jugend mit 2 Fahrrädern gleichzeitig gefahren und habe sie beim Verleiher abgegeben. Ein verlängertes Familienwochenende auf der Insel Hiddensee geht zu Ende. Rasch besorge ich noch Tomaten und Radieschen. Vor dem Inselmarkt höre ich zwei Herren im allerbesten Alter. “Das hat sich ja gelohnt,” meint der eine beim Blick auf die vielen   Flaschen. “Man muss ja was tun”. “Bist Du schon in Rente?” “Rentner müssen Flaschen sammeln.” Auf dem Weg zu unserem Quartier gehen mir ihre Worte noch durch den Kopf. Schnell packen wir unser Zeug zusammen, die Espadrilles der Saison lasse ich zurück, am nächsten Tag soll der Herbst beginnen. Die verbleibende Familie berichtet dann auch von stürmischen Böen und ergiebigen Regenfällen. Abwechslungsreiche Tage für die vier Generationen.  

In einer solchen Besetzung war ich noch nie unterwegs, geht es mir auf dem Schiff nach Stralsund durch den Kopf. Hiddensee wird immer kleiner, der Zauber der (autofreien) Insel bleibt zurück, wir fahren in einen Alltag der Krisen. Bei meiner letzten Reise mit den Eltern & Geschwistern las ich jeden Tag das Hamburger Abendblatt, das selten in den Pressestimmen des Deutschlandfunks zitiert wird. Um so mehr merkte ich auf, als in diesem Blatt “Fairness” in der Politik angemahnt wurde. “Da Zuwanderung als wichtigster Pull-Faktor weitere Zuwanderung nach sich zieht, liegt der Ursprung vieler heutigen Probleme in den fatalen Entscheidungen in der Vergangenheit. Es ist ein Gebot politischer Fairness, Ross und Reiter zu benennen. Es war die Fehlentscheidung einer CDU-Kanzlerin – und ihrer Partei, die sie darin nicht gehindert hat. Nun muss die SPD mit ihren Partnern FDP und Grünen die Trümmer der Merkel’schen Politik beseitigen. Die Ampel hat Grenzkontrollen, die die Kanzlerin für überflüssig, ja unmöglich hielt, eingeführt, Verschärfungen für abgelehnte Bewerber beschlossen und Rückführungen erleichtert. Das reicht vielen nicht. Aber es ist nicht wenig. Denn im Kern ist es die Ampel, die Merkels Migrationspolitik endlich korrigiert.“  (10.09.24) 

Einfache Lösungen sind nicht zu haben, und ein populistischer Überbietungswettbewerb ist schon gar zu vermeiden. Das gilt nicht minder bei der Analyse der Stagnation, in die die deutsche Wirtschaft geraten ist. Die Autoindustrie und ihre Zulieferer etwa stehen vor gewaltigen Herausforderungen – sie produzieren zu teuer, haben die falschen Produkte im Angebot und drohen auf dem wichtigen chinesischen Markt, der voll auf kompakte Elektrofahrzeuge setzt, ins Abseits zu geraten. Volkswagen hat schon einmal den Tarifvertrag für Beschäftigungssicherung gekündigt, viele Zulieferer werden sich verkleinern (müssen). Dass die Carolabrücke in Dresden diese Woche mitten in der Nacht zum Teil zusammenstürzte, lässt sich als Menetekel deuten, das sich jederzeit wiederholen könnte. In Deutschland sollen 4000 Brücken marode sein. Zu allem Überfluss erwartet Dresden am Sonntag Hochwasser. Es wird höchste Zeit für eine Agenda Deutschland 2040.