Das Spiel ist aus

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Mit „Faust“ eröffnet Die Dramatische Bühne das „Freilichtfestival“ in diesem Jahr. © Die Dramatische Bühne

Alle lieben die sogenannten Tante-Emma-Läden, aber keine*r geht hin. Nicht anders ist es mit der Liebe zu den Warenhäusern, und groß ist das Wehklagen, dass der Konzern Galeria Karstadt Kaufhof jedes zweite Geschäft schließen muss. Auf der Frankfurter Zeil wird die riesige Filiale im Zentrum der Fußgängerstraße dicht gemacht; es bleibt ja noch das Kaufhaus direkt an der Hauptwache. Aber auch andere Filialisten haben große Probleme, die durch die Corona-Pandemie noch forciert werden. Esprit wird jedes zweite Geschäft aufgeben (müssen), H&M schreibt rote Zahlen. Die Innenstädte werden öder, während der Online-Handel weiter floriert und natürlich auch von der sinnlosen Mehrwertsteuersenkung auf Zeit profitiert.

Derweil bereiten sich die Bühnen schon auf die neue Spielzeit vor – und stehen vor kniffligen logistischen Herausforderungen. Das Schauspiel Frankfurt kann von 800 Plätzen im Großen Haus nur 88 nutzen: für die Abonnenten und für den freien Verkauf. Die Komische Oper in Berlin kommt auf eine deutlich bessere Quote; man plant dort mit 344 Gästen statt 1.190 wie zu normalen Zeiten. Während diese Häuser dank öffentlicher Subventionen entspannt planen können, geht es bei den Veranstaltern längst um Leben und Tod. So musste der Cirque du Soleil Insolvenz anmelden und hat fast 3.500 Mitarbeiter*innen entlassen. Um so erfreulicher, dass Die Dramatische Bühne in diesem Jahr wieder im Frankfurter Grüneburgpark spielen darf; das „Freilichtfestival“ findet vom 17.07. – 30.08. statt. Hingehen und Theater erleben!

Beinahe wäre das Spiel für Schalke 04 zu Ende gewesen. Der Club mit dem dritthöchsten Umsatz der Bundesliga konnte nur durch eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gerettet werden und scheint wohl in diesem Bundesland systemrelevant zu sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies musste zurücktreten und kann sich jetzt ganz darauf konzentrieren, seinen Schweinestall auszumisten, sprich: den Arbeitern in seinen Fleischfabriken halbwegs anständige Verträge zu geben. Dabei wird ihm der ehemalige SPD-Chef Sigmar Gabriel nicht mehr mit Rat & Tat zur Seite stehen können. Sein üppig dotierter Vertrag, an dem es rechtlich nichts zu deuteln gibt,  wurde nach nur drei Monaten aufgelöst. „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ (Bertolt Brecht).

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