Lage der Nation

Suchen einen neuen Rahmen für ihre Ehe: Tom (Chris O’Dowd) und Louise (Rosamund Pike) in der Fernsehserie „State of the Union“ © Confession TV Limited (2018)/Parisatag Hizadeh.

Krisen, wohin man schaut. Trotzdem geht das normale Leben weiter. Hemden zur Reinigung bringen, ein Kilo Körnerbrot für 7,50 € (!) kaufen, die nächste Ausgabe von FRIZZ Das Magazin produzieren und abends bei einer Serie entspannen. Wir schauen die erste Staffel der TV-Serie „State of the Union“ in der ARD-Mediathek – 10 Folgen à 10 Minuten. Ein wunderbares Format! Ein Paar in der Krise trifft sich vor der Therapiestunde immer in einer Kneipe. Wir nehmen nicht an den Sitzungen teil, sondern erleben ihre Beziehungsarbeit in den Gesprächen davor. Das Buch stammt von Nick Hornby, Regisseur ist Stephen Frears. Rosamund Pike und Chris O’Dowd spielen zurückhaltend eindringlich ein Paar in einer Midlife-Krise, die sozialen und politischen Verhältnisse in England schimmern am Rande durch. „State of the Union“ wurde 2018 gedreht, die zweite Staffel kam dieses Jahr heraus und ist auch in der ARD-Mediathek zu sehen.

Nur in den vollen Zügen der Deutschen Bahn und im ÖPNV sieht man, dass die Corona-Pandemie noch längst nicht zu Ende ist; vorsichtige Menschen streifen sich die Maske auch beim Einkauf oder auf Veranstaltungen über. Gleichwohl hält die Süddeutsche Zeitung schon jetzt eine „Chronik des angekündigten Chaos“ (11.08.22) fest und verweist auf inkonsistente Vorgaben & Regeln. Wir haben uns die 4. Impfung vor einem Monat geben lassen, nicht bei der Hausärztin, die sich an die Empfehlungen der STIKO hält. Inzwischen hat das wackere, ehrenamtlich besetzte Gremium, das immer zu spät kommt, eine Auffrischung für unsere Altersgruppe empfohlen. Damit hatte man in Israel bereits Ende Dezember begonnen. Das verstehe, wer will. Im Herbst wird es jedenfalls keine einheitlichen Corona-Regeln in Deutschland geben; dafür wieder das gewohnte föderale Durcheinander.

Auf Olaf Scholz kann man nicht setzen. Er macht von seiner Richtlinienkompetenz bis dato keinen Gebrauch und lässt die Minister:innen munter werkeln. Zudem hat der Kanzler selbst genug Probleme, und seine Performance beim Abbas-Besuch im Kanzleramt war eine blanke Katastrophe. Die Berliner Zeitung ließ jede Form von Respekt fahren. „Wir haben einen kommunikativen Volltrottel als Kanzler.“ Und wagt eine Prognose: „Er zeigt ein fatales Verhaltensmuster: Mal sagt er einfach ‚Nö‘, wenn er keine Lust hat, Fragen zu beantworten. Mal kann er sich nicht erinnern, mal schlaumeiert er herum, er könne Fragen aufklären, aber doch nicht vor irgendeiner popligen Öffentlichkeit. Das jüngste Versagen alarmiert. Geht das so weiter, wird Scholz als Kanzler inakzeptabel.“ (17.08.22) Energiekrise, Inflation, drohende Rezession, der Ukrainekrieg – die Koalition steht mächtig unter Druck und ist sich schon längst nicht mehr grün. Klare Führung wäre angesagt. Kanzler werden, war nicht (so) schwer, Kanzler sein dagegen sehr. Schiff ahoi!

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