Ausgepowert

Pumas gelten als sehr beweglich und kräftig. © Ulises Flores/ pixabay

Sind wir nicht alle ein bisschen Bundeswehr? Wir pfeifen auf dem letzten Loch. Die immer neuen Krisen haben bei vielen Menschen Spuren hinterlassen: Corona, der Ukrainekrieg, Rohstoffmangel, Inflation. Die Sorge um die Zukunft steht vielen ins Gesicht geschrieben, der Krankenstand in Deutschland ist so hoch wie nie zuvor. Viele Post-Covid-Patienten, die sich noch Monate nach der akuten Infektion mit den Folgen herumschlagen müssen, sind dabei sicherlich gar nicht erfasst. Auf der Gass‘ treffe ich einen glühenden Fan der Frankfurter Eintracht. Er hat sich beim Finale der Europa League im Mai angesteckt und klagt über Schmerzen in der Brust und Rhythmusstörungen. Die Zahl der Krankheitstage wegen psychischer Überlastung stieg im letzten Jahr in Deutschland auf 126 Millionen Arbeitstage. Ein neuer Rekord.

Als Politiker:in braucht man in Zeiten wie diesen ein extrem dickes Fell und eine robuste Gesundheit, das gilt insbesondere für die Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, die sich mit dem strukturellen Chaos bei der Bundeswehr herumschlagen muss. Bei einer Übung fielen bekanntlich alle 18 Pumas aus, die als teuerste Schützenpanzer der Welt gelten, weil sie aberwitzige Anforderungen erfüllen sollten. „Die Überfrachtung des Puma mit tausend speziellen Anforderungen wurde weder vom Ministerium noch von der Industrie rechtzeitig thematisiert und gestoppt.“ Darauf hat Hans-Peter Bartels, der ehemalige Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, im „Tagesspiegel“ (20.12.2022) hingewiesen. „Die Feinstaubwerte im hinteren Teil (sollten) so niedrig sein, dass sich auch Schwangere dort aufhalten können.“ Geht’s noch! Das ist bundesrepublikanische Realsatire der bittersten Sorte.

Sollte es hierzulande einmal einen Verteidigungsfall geben, wären wir ohne die NATO und vor allem ohne die Amerikaner aufgeschmissen. Das weiß auch ein wahrer Puma wie Wolodymyr Selenskyj. Der ukrainische Präsident ist sich darüber im Klaren, auf wen er sich (noch) verlassen kann und besuchte in einer spektakulären Aktion den amerikanischen Präsidenten Joe Biden. Mit der Übernahme der Mehrheit im Repräsentantenhaus durch die Republikaner am 3. Januar verschieben sich die Machtverhältnisse in den Vereinigten Staaten. Das könnte Auswirkungen auf die Unterstützung der Ukraine haben, wenn „America First“ wieder die Oberhand bekommt. Ohne die amerikanische Hilfe hätte die ukrainische Bevölkerung niemals dem russischen Angriffskrieg seit dem 24. Februar widerstehen können. Weihnachten ist auch ein Fest der Hoffnung!

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