Tennisschläger & Kanonen

Die DVD-Boxen der Kultserie von KINOWELT sind noch gebraucht im Handel.

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts lief im Fernsehen eine sehr erfolgreiche Serie. Zwei Agenten, Bill Cosby und Robert Culp, waren als Tennisprofis getarnt weltweit unterwegs, die Serie gilt als Parodie auf das Genre. Vielleicht hat der Regierende Bürgermeister von Berlin Kai Wegner (*1972) “Tennisschläger und Kanonen” als Jugendlicher gesehen, sicherlich haben auch ihm die coolen Typen gefallen. Lässigkeit kann sich im politischen Amt indes schnell rächen. Bekanntlich hat Wegner beim größten Stromausfall in der Geschichte der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg nicht durchgängig am Schreibtisch gesessen, er hat sich eine Auszeit beim Tennis mit seiner Freundin & Parteifreundin Katharina Günther‑Wünsch (CDU) gegönnt. Ob das klug war, steht dahin, unklug war es aber, die Öffentlichkeit glauben zu machen, er hätte die ganze Zeit gearbeitet. Dieser Lapsus wird Kai Wegner nun verfolgen und im Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September belasten. 

Natürlich hätte der Regierende Bürgermeister vor Ort bei dem Stromausfall im Südwesten Berlins nichts ausrichten können, aber er wäre da gewesen – und es hätte Bilder gegeben. Erinnert sei an Gerhard Schröder (SPD), der im August 2002 das Elbe-Hochwassergebiet mit dunkler Regenjacke und Gummistiefeln besuchte. Das kam bei den Menschen draußen im Lande an; der “Krisenkanzler” wurde im Herbst des gleichen Jahres mit denkbar knapper Mehrheit wiedergewählt. Ein gewiefter Politiker lässt sich die Chance nicht entgehen, bei einer Katastrophe präsent zu sein. Am nächsten Tag war die Gelegenheit vertan. Wegner wurde von einem aufgebrachten Bürger mit der sehr unangenehmen Frage konfrontiert: “Wieso schläft so ein Mann eine Nacht in dieser Halle? Der Mann hat Pflegegrad 5. Was ist hier los in dieser Stadt, Herr Bürgermeister?” Eine höhere Pflegestufe gibt es in Deutschland nicht. Der Mann musste die Nacht in einer mäßig geheizten Turnhalle verbringen (zitiert nach Tagesspiegel vom 05.01.25). 

Der terroristische Anschlag auf das Berliner Stromnetz wirft viele Fragen auf und belegt einmal mehr, dass der Zivilschutz in Deutschland nicht im Geringsten auf Ernstfälle vorbereitet ist. Mit Erstaunen haben wir erfahren, dass die Stromnetze laut Gesetz im Internet veröffentlicht werden, dass es über die Vulkangruppe, die der Verfassungsschutz dem linksextremen, anarchistischen Spektrum zuordnet, keine Erkenntnisse gibt, obwohl diese Terroristen seit 2011 in Berlin Anschläge verüben, dass in der Hauptstadt beim Stromausfall 37 Landesämter involviert gewesen sein sollen. In einem Gespräch im Deutschlandfunk regte Sabine Lackner, die Präsidentin des Technischen Hilfswerks, an, jeder könne ja einen Stromausfall mal üben – und einen ganzen Tag am Wochenende auf Strom verzichten. Zumindest wollen wir nun endlich Wasser & Lebensmittel für drei Tage bereithalten; das hatten wir uns schon lange vorgenommen. Wie schaffen es die Menschen in der Ukraine, mit den ständigen Ausfällen durch russischen Drohnen- und Raketenterror zu leben? Im vierten Kriegswinter! 

Hinterlasse einen Kommentar