Die Unbeirrbaren

Horst Lohmeyer und Birgit Lohmeyer in ihrem Haus mit den Fantastischen Vier © SWR/Labo M/Andreas Hornoff

Das muss ihnen erst einmal jemand nachmachen. Auf der Suche nach einem dörflichen Domizil wurden Birgit und Horst Lohmeyer 2004 in Jamel fündig, einem idyllischen Flecken unweit von Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Hätten sie sich dort niedergelassen, wenn sie gewusst hätten, dass sie unter Rechtsextremen leben würden? 40 Einwohner:innen hat Jamel, erfährt man in der sehenswerten Doku “Jamel – Lauter Widerstand” (ARD-Mediathek): 38 Neonazis und das aus St. Pauli zugezogene Ehepaar Lohmeyer. Trotz aller Übergriffe – ihre denkmalgeschützte Scheune brannte 2015 nieder – blieben und bleiben die beiden unbeirrt in Jamel, mehr noch: sie initiierten 2007 auf ihrem Gelände das Musikfestival “Jamel rockt den Förster”, für viele das wichtigste Festival überhaupt in Deutschland. Zwei Tage im Jahr kommen die ganz Großen der Szene in das Dorf: Herbert Grönemeyer, die Fantastischen Vier, Die Ärzte und Die Toten Hosen haben hier gespielt und ihren Auftritt ganz bewusst als ein Statement gegen den Rechtsradikalismus verstanden.  

Für ihr Engagement, ihren Mut und ihre Zivilcourage wurden Birgit und Horst Lohmeyer mehrfach ausgezeichnet. Wie mag ihr Alltag aussehen im “Nazidorf” Jamel? Darüber erfährt man in der Doku leider nichts. Nur am Rande wird die “Völkische Landnahme” erwähnt, also die Strategie von Neonazis, ganze Dörfer zu dominieren. Hand aufs Herz: Wer möchte in einer solchen Gemeinschaft leben? Wie viele Lohmeyers gibt es hierzulande? Die Rechtsextremen und ihre Vertreter:innen in den Parlamenten untergraben schleichend den Rechtsstaat. Ein Klassenfreund postete in unserer Gruppe ein Zitat von Adolf Hitler vom 02.02.1930. “Den größten Erfolg erzielten wir in Thüringen. Dort sind wir heute die wirklich ausschlaggebende Partei. Die Parteien in Thüringen, die bisher die Regierung bildeten, vermögen ohne unsere Mitwirkung keine Majorität aufzubringen.” Fast ist es schon wieder so weit. Zar Putin, auf dessen Unterstützung die Populisten von rechts wie links bauen können, reibt sich die Hände. Seine Strategie der Destabilisierung trägt immer mehr Früchte. 

Die aktuelle Situation in der EU dürfte ihm nicht weniger zupasskommen. Die beiden größten Staaten Frankreich und Deutschland sind in der Krise und mit sich selbst beschäftigt. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz haben nie einen Draht zueinander gefunden, obwohl sie sich doch so ähneln. Beide Politiker sind bis zur Arroganz von sich selbst überzeugt, Selbstzweifel sind ihnen wesensfremd. Dabei durchlaufen ihre Länder gerade eine schwere Krise und reißen die EU mit. Während China, Amerika und Russland ihre Interessen mit allen Mitteln durchsetzen, taumeln die Europäer. Es gibt keine Strategie für die Zeit nach Biden, dem letzten und treuen Transatlantiker, im Gegenteil: der größte Wirtschaftsraum der Welt findet keine einheitlichen Positionen, nicht zuletzt durch die Erfolge der antieuropäisch eingestellten Populisten in vielen Mitgliedsstaaten. Es passt ins Bild, dass die Gesellschaft für deutsche Sprache den Begriff „Ampel-Aus“ zum „Wort des Jahres“ 2024 gewählt hat. 

Hexerei

Unter den Schlagworten Hexen und Mac wurde dieses Bild von der KI generiert.

Buhrufe bei der Premiere in der Deutschen Oper Berlin. Einige im vollbesetzten Haus sind hörbar nicht vom Konzept der Regisseurin Marie-Ève Signeyrole überzeugt. Die Französin, die viel für das Kino arbeitet, setzt die Hexen in Giuseppe Verdis Macbeth an Apple-Computer – das Dämonische wird digitalisiert. Zu Beginn der Oper erleben wir in Großaufnahme eine allwissende Datenhexe, die ihre Macht der Allmacht der Algorithmen verdankt. Dieser Ansatz bleibt der Inszenierung indes vollkommen äußerlich und vermittelt sich nicht in der Aufführung. Macbeth bleibt ein von Paranoia und Psychosen getriebener Feldherr, der unter dem Einfluss seiner Frau steht, schließlich zum Monster wird und in seinem Untergang seine wahre Bestimmung erlebt. Der düstere Stoff beeindruckt immer wieder, das Orchester und die Solist:innen überzeugen, aber die Datenhexen wirken wie ein Fremdkörper. Ein blutleerer Regie-Einfall. 

Dabei haben die Daten und Algorithmen in der Realität längst die Macht übernommen, heimlich, still und leise. Jeder Fortschritt ist mit einer weiteren Digitalisierung verbunden. Neulich kaufte ich für den Verlag ein Notebook und musste wieder einen neuen Account einrichten. Alles so schön smart hier, alles unter Kontrolle. Die Macht der Tech-Konzerne ist in der Tat höchst beunruhigend, ebenso die Abhängigkeit von amerikanischen Companies. Europa hat dem (fast) nichts entgegenzusetzen, und es verheißt überhaupt nichts Gutes, dass Elon Musk in der neuen Trump-Administration für den Abbau der Bürokratie verantwortlich ist. Er schaltet und waltet nach Gutdünken und kontrolliert mittlerweile sogar den Weltraum. “SpaceX, sein Raumfahrtunternehmen, hat inzwischen mehr Satelliten im All als alle Regierungen zusammen.” (Tagesspiegel, 25.11.24). Ohne die Unterstützung von SpaceX würde etwa die Ukraine den russischen Angriffen nicht lange standhalten können. 

Mit der Digitalisierung hatte es die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel bekanntlich nicht so, mit einer selbstkritischen Bestandsaufnahme ihrer Regierungszeit ebenso wenig. “Merkels Flüchtlingspolitik”, notierte ich mir am 14.09.2015, “ist genauso wenig durchdacht & spontaneistisch wie ihre Atompolitik: panisch wird auf eine Situation reagiert. Unfassbar!!” Davon ist in ihrer Autobiographie “Freiheit”, die sie mit Beate Baumann verfasste, nichts zu bemerken. Nicht nur die Passauer Neue Presse reibt sich verwundert die Augen. “Fehler? Irrungen? Gab es in den 16 Jahren ihrer Kanzlerschaft nicht, will Merkel uns glauben machen. Das Gas aus Russland, der Schmusekurs gegenüber Putin? Der überstürzte Atomausstieg nach Fukushima? Das Herunterwirtschaften der Bundeswehr? Die unkontrollierte Öffnung der Grenzen? Alles richtig gemacht, so lautet die Botschaft des Buchs, denn: Entscheidend sind die Umstände, unter denen Politik gemacht wird. So einfach ist das.“ (27.11.24) Diese bräsige Selbstgefälligkeit spielt den Populisten und der Politikverdrossenheit genauso in die Hände wie das unsägliche Lavieren & Taktieren der FDP. Fairness und Selbstreflexion sind keine Hexerei. 

Schluss mit lustig

Standing Ovations für „La Mehrling“ in der Berliner Bar jeder Vernunft. © Gitti Grünkopf

Da haben wir damals wirklich etwas verpasst. Ende der 1970er Jahre wohnte ich mit einem Freund in Frankfurt Bergen-Enkheim. Unweit unserer Wohnung in der Kirchgasse gab es die “Tenne”, der wir als Provinzdisco keinerlei Beachtung schenkten. Das war ein Fehler, denn wir hätten dort Grit von Osthe erleben können und vielleicht ihre Tochter Katharine Mehrling, die gewissermaßen in dem Schuppen aufgewachsen ist. Über 40 Jahre später ist sie selbst längst ein Star geworden. Persönliche Geschichten mischt sie immer wieder in ihr knapp dreistündiges und höchst abwechslungsreiches Programm “Drei Nächte” in der Bar jeder Vernunft, positioniert sich aber auch ganz klar gegen gravierende Sparvorgaben des Berliner Senats für die Kultur. Ihren wunderbar leichten und tiefen Abend beschließen sie und ihr Trio mit „Je ne regrette rien” von Edith Piaf. Charles Dumont, der Komponist dieses Chansons, ist am 18. November im Alter von 95 Jahren gestorben, und “La Mehrling” erzählt von einer Begegnung mit ihm. Standing Ovations für einen Abend der Extraklasse. 

Die Realität der nächsten Tage ist um so bitterer – 12,5% werden der Berliner Kulturverwaltung aus dem Etat gestrichen. Dem Regierenden Bürgermeister der Stadt, Kai Wegner, und dem Bürgermeister und Senator für Finanzen, Stefan Evers (beide CDU), sind die Konsequenzen dieser Kürzung in nie dagewesener Höhe entweder nicht bewusst oder schlichtweg egal. Schon kursieren Gerüchte, die renommierte Schaubühne stehe vor der Insolvenz, und das Deutsche Theater müsse schließen. Wider jede wirtschaftliche Vernunft gibt es einen Baustopp bei der Sanierung der Komischen Oper – spart im nächsten Jahr 10 Millionen und verursacht um so höhere Folgekosten. Was die Kulturschaffenden zu Recht empört: die Kahlschläger haben dezisionistisch und ohne Sachkunde entschieden, anstatt das Gespräch mit den Machern zu suchen. Eine ganz schlechte Figur macht dabei der Kultursenator Joe Chialo, der mit gutem Grund erst einmal alle anstehenden öffentlichen Termine abgesagt hat. Für Patrick Wildermann “agiert auf dem so wichtigen Posten des Kultursenators ein wahlweise überforderter oder desinteressierter Quereinsteiger ohne gewachsene politische Netze und Erfahrung.” (Tagesspiegel, 21.10.24) 

Wenn es das Deutsche Theater einfach nicht mehr geben sollte …, geht es mir nach einem überaus kurzweiligen und sehr gut besuchten Pollesch-Abend dort durch den Kopf. Das witzige und oft nur klamaukige Stück “Liebe, einfach außerirdisch” lebt von der hinreißenden Sophie Rois – sie spielt einen unkonventionellen Alien – und Trystan Pütter, der einen gutmütig weltfremden Wissenschaftler gibt. Voll schräger Volten ist der Text, wie ihn wohl nur ein René Pollesch zustande bringen konnte. „Was’n Scheiß”, wispert es immer wieder von hinten, während wir über die Zeilen “Gestapo in Schweden” stolpern. Da passt oft nichts zusammen und soll es auch gar nicht. Wie in der kleinen & großen Berliner Politik. Während die Kahlschläger Berlin als Kulturhauptstadt schleifen, zerlegt sich die SPD mit ihrem Kanzler-Theater wieder einmal selbst. Nun soll doch Olaf Scholz den Kandidaten geben; und er ist felsenfest davon überzeugt, dass ihm und der SPD noch einmal die Aufholjagd gelingen kann; derzeit steht die Union bei 33% und die SPD bei 14%. Lustig ist derzeit wenig. 

Verbindungen

Kopf von David Landau © Frank Auerbach FairUse / WikiArt

Morgens höre ich oft die Kulturmedienschau in SWR Kultur und erfahre vom Tod des Malers Frank Auerbach. Bis zu 5 Liter Farbe habe er für manche seiner Werke verbraucht; an einigen arbeitete er ein ganzes Jahr. Bald schuf er plastische Farbreliefs, bald kratzte er die dicken Schichten wieder herunter. Ohne ein Bild von ihm gesehen zu haben, dachte ich sofort an Michael Toenges. Vor Jahren hatte ich Bilder von ihm im Museum Wiesbaden entdeckt, zu ihm Kontakt aufgenommen und dann eines seiner abstrakten Bilder gekauft, an dem wir uns nicht satt sehen können und es täglich neu entdecken. Frank Auerbach wohnte – genau wie sein Cousin Marcel Reich-Ranicki – in der Güntzelstraße in Berlin, nur ein paar hundert Meter von unserer Wohnung entfernt. Mit einem Kindertransport kam er im Alter von acht Jahren nach England; seine Eltern wurden in Auschwitz ermordet. 

Michael Toenges war sofort dabei, als ich ihn bat, einige Zeilen für diese Kolumne über Frank Auerbach zu schreiben. “Es gibt ein Schlüsselerlebnis um 1980 für mich (…) Ich fuhr mit der Straßenbahn durch Köln und sah ein unscheinbares Plakat mit einem gemalten Porträt. Es hat mich sofort restlos elektrisiert! Die ganze Botschaft dieses Bildes war für mich schlagartig klar – selten hat mich ein Werk eines Künstlers so aufgerührt. Es war nicht die Materialität – die Schwere und Dichte der Farbe, sondern die Tiefe der Empfindung eines Malers, dessen Name ich nie gehört hatte.  Das Plakat – so glaube ich mich zu erinnern -verwies auf eine Ausstellung im „British Council – die Brücke“ in Köln – aber als ich dort hinging, war die Ausstellung bereits vorbei. Niemals habe ich diesen Eindruck vergessen. Erst später habe ich die Originale gesehen (…) Seine ganze Arbeitsweise ist mir so nahe wie kaum die eines anderen Malers! Seine Malerei, seine Farbe, seine Bilder sind Fragen an die Menschlichkeit – an die Humanität! Durch diese Wahrnehmung wurde all mein junger und wilder Ehrgeiz völlig zur Seite gefegt – zugunsten einer malerischen Wirklichkeit, die mich nie wieder losgelassen hat.”  

Täglich eine Entdeckung: Ölgemälde von Michael Toenges.

Nach einem Besuch bei ihm in seinem Atelier vor vier Jahren notierte ich: “Niemand kennt Michael Toenges auf dem Gelände der Reuschenberger Mühle, idyllisch außerhalb von Leverkusen gelegen. Seit dreißig Jahren arbeitet er dort, in all den Jahren sind ihm Fragen wichtiger als Antworten geblieben. Seine Ölbilder brauchen Zeit, die Schichten überlagern und verstärken sich, quellen förmlich aus den Bildern, die ganz angekommen sind bei sich in völliger Abstraktion. Wann ein Werk fertig ist, weiß nur der Künstler, ohne es doch benennen zu können; er gibt sich dem Prozess gewissermaßen hin, ohne ihn vollends kontrollieren zu können – und zu wollen. Es muss eine wahre Lust sein, die Ölfarbe mit den Händen aufzutragen.” Dieser Prozess ähnelt dem Schaffen von Frank Auerbach, der Jahrzehnte in seinem Atelier im Norden Londons wie besessen arbeitete. In Großbritannien werden seine Werke genauso geschätzt wie die seiner befreundeten Kollegen Francis Bacon und Lucian Freud. In Berlin kann man keines der Werke von Frank Auerbach in einer öffentlichen Sammlung sehen. Ich werde zum Wohnhaus der Familie gehen und an ihn denken. Solche Verbindungen sind wichtiger denn je. 

Als das Wünschen noch geholfen hat

Buchstabenskulptur vor dem Haus der Berliner Festspiele. © Rolf Hiller

Was für ein 6. November, was für eine Woche! Am letzten Donnerstag begann das Jazzfest Berlin im Haus der Berliner Festspiele. Hatte man im letzten Jahr die 60. Ausgabe des Festivals gefeiert, wurde heuer auf das Jubiläum verwiesen; die ersten Berliner Jazztage – so der damalige Name – fanden 1964 statt. Nach dem Abschluss wurden in einer Pressemitteilung Erfolge gemeldet: für 24 Konzerte wurden 6.370 Tix ausgegeben. Freilich lässt sich nicht übersehen: das Publikum ist noch älter als das Festival, allen Bemühungen der rührigen Festivalleiterin Nadin Deventer zum Trotz. Einen Überblick über alle Veranstaltungen konnte sich niemand verschaffen; die beiden Jazzfest Labs (Community und Research) gingen an vielen vorbei. Ich hätte mir gewünscht, dass interessante Konzerte nicht zur gleichen Zeit stattfinden, etwa zwei Weltpremieren. Wer sich in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche aufgemacht hat, musste das Debüt des neuen Trios von Joachim Kühn verpassen. 

Diesen stürmisch gefeierten Auftritt des Tastenlöwen mit den beiden jungen phantastischen Musikern Thibault Cellier (b) und Sylvain Darrifourcq (dr) wird man in Erinnerung behalten. Nicht minder entfesselt spielte das englische Trio Decoy, allen voran Alexander Hawkins an der Hammondorgel. Nie gelingt es dem bald 85-jährigen Joe McPhee (ts) an diesem Abend, mit den beiden mitzuhalten. Wunderbar von innen glühend das Konzert des Joe Lovano Trio Tapestry mit Marilyn Crispell am Klavier, die man tags zuvor bei einer ihrer seltenen Solo-Improvisationen erleben konnte. Die Auftritte des Sun Ra Arkestra und der japanischen Otomo Yoshihide Special Big Band können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch im Jubiläumsjahr nicht viel zu entdecken gab. Oder sollte man die französische Pianistin Sylvie Courvoisier dazu zählen, die bereits das dritte Mal hintereinander beim Jazzfest Berlin auftrat? Freunde hatten den richtigen Riecher und blieben dem Jubiläum unter dem Motto “Still Digging” fern. Einer schrieb: “Das Programm hatte mich auch nicht so richtig erotisiert, verpasse ich was?” Hat er nicht. 

Der Afrofuturismus des Sun Ra Arkestra klingt erstaunlich konventionell. © Rolf Hiller

Zwei Tage später gibt es die nächste Ernüchterung. In der Nacht verfolge ich im Radio den Ausgang der Wahl in Amerika. Am Morgen steht dann fest: Kamala Harris hat klar verloren, trotz der prominenten Unterstützung vieler Superstars mit Millionen Followern in den Socials. Ihr gelang es nicht, gegen Donald Trump eigene Themen zu setzen. Der versprach, die Probleme Inflation und Migration zu lösen, und hatte die Unterstützung einflussreicher Tech-Milliardäre wie Jeff Bazos und Elon Musk, die man in ihrem Gebaren getrost als Oligarchen bezeichnen darf, wie das der deutsche Politologe Jan-Werner Müller von der Princeton University in New York tut. Am Abend hat dann die Ampel ihre Zukunft hinter sich und Deutschland nur noch eine geschäftsführende Regierung. Sollte eine Neuwahl erst im März stattfinden, droht ein monatelanger politischer Stillstand. Eine blanke Katastrophe in dieser Zeit. Am 9. November vor 35 Jahren fiel die Mauer; die Trennung aber besteht weiter. Das hätte wohl niemand damals prophezeit. 

Präzise Unschärfe

Das Bauhaus Museum in Dessau. © Karl Grünkopf

Das Hotel in Dessau ist hervorragend gelegen. Von dort kommt man fußläufig zum Bauhausgebäude, gegenüber sind die berühmten Meisterhäuser. Wir wundern uns über die Milchglasscheiben, werden darüber aber erst am nächsten Tag mehr erfahren. Wir fahren zurück ins Zentrum und staunen über die breiten und großzügigen Straßen; Dessau-Roßlau hat gerade einmal 80.000 Einwohner. Gespenstisch leer ist es in dem anonymen Einkaufszentrum, wo zu DDR-Zeiten noch eine Kaufhalle war; drei Stunden darf man dort gratis parken. Gesichts- und zusammenhanglos die ganze Stadt, viele leere Geschäfte, kaum Menschen unterwegs. Gewaltig und spiegelnd abweisend mittendrin das Bauhaus-Museum, in dessen Fassade sich die Baukatastrophen der letzten Jahrzehnte spiegeln. Das Haus öffnet sich nicht zur Stadt, der Eingang verschwindet vollkommen in der Spiegelfassade. Zumindest können wir das Bistro und die freundlichen Damen im Service sehr empfehlen. 

Hier wurde Architektur- und Designgeschiche geschrieben. © Karl Grünkopf

Ernüchtert fahren wir zum Bauhaus, das von 1926 bis 1932 von hier aus Architektur- und Designgeschichte schrieb und dem schnörkeligen Mief des Wilhelminismus eine radikale Moderne der klaren Formen und klugen Funktionalität entgegenschleuderte. Großartig die Fensterfassaden, das Spiel von Licht und Schatten auf und im Gebäude. Wir werden durch das beeindruckende Haus geführt, bewundern ein Gesamtkonzept, das sogar noch die oben(!) angebrachten Heizkörper in die Ästhetik der Räume integriert. Walter Gropius und seine teils kongenialen Mitstreiter:innen entwickelten die berühmten Stahlrohrmöbel, praktische Raumkonzepte und das modulare Bauen, das man in der Bauhaussiedlung Dessau-Törten sehen kann, wenn auch einige Häuser über die Jahre verunstaltet wurden. Ob Gropius das Konzept der präzisen Unschärfe beim Nachbau seines im Krieg zerstörten eigenen Hauses gutgeheißen hätte? Mit dieser Brechung wollte das Berliner Büro Bruno Fioretti auf den Funktionswandel des Gebäudes hinweisen – es wird jetzt als Museum genutzt – und nimmt ihm doch ein zentrales Element des Bauhauses: das luzide Spiel von Licht und Schatten, von innen und außen. 

Milchglasscheiben sollen den Meisterhäusern eine präzise Unschärfe geben. © Karl Grünkopf

Von präziser Unschärfe kann man bei der Krise des Volkswagen-Konzerns nicht sprechen; im Gegenteil, die Fehler des Managements liegen klar auf dem Tisch und gehen wieder einmal zu Lasten der Belegschaft. „Dass die rund 120.000 Mitarbeiter:innen von Volkswagen^ in Deutschland”, kommentiert die taz, “in heller Aufregung sind, ist mehr als verständlich. Sie sollen die falschen Managemententscheidungen aus der Vergangenheit ausbaden. Alleine der Dieselskandal hat VW bisher mehr als 32 Milliarden Euro gekostet. Dass der Konzern bis heute nicht in der Lage ist, ein für die breite Bevölkerung erschwingliches E-Auto anzubieten, hat auch nicht die Belegschaft zu verantworten. Wer den VW-Konzern entschlacken will, sollte daher an dessen Spitze anfangen. Doch dass Herr Blume, der im vergangenen Jahr knapp 9,7 Millionen Euro verdient hat, mit gutem Beispiel vorangehen und auf einen Teil seines obszön hohen Einkommens verzichten will, ist nicht bekannt.“ (29.10.24) Von präziser Unschärfe darf man aber getrost vor der Wahl in den USA sprechen. Der überzeugte Transatlantiker Joe Biden ist aus dem Spiel. Für Europa wird sich in jedem Fall einiges ändern, ob nun Kamala Harris oder Donald Trump gewinnt. Am nächsten Dienstag ist es soweit, in der Nacht auf den 6. November wissen wir zumindest schon etwas mehr. 

Betonköpfe

Keine Chance nirgends: Alexandra Sinelnikova, Katja Riemann, Maria Simon in „Linkerhand“ am Berliner Gorki Theater. © Ute Langkafel MAIFOTO

Der Roman “Franziska Linkerhand” von Brigitte Reimann, posthum 1974 veröffentlicht, gilt als Kultbuch der DDR-Literatur. Geschildert wird das Leben einer jungen Architektin, die eine Karriere in Ost-Berlin in den Wind schlägt und ihre Vorstellungen vom Bauen in einer Neustadt in der Provinz realisieren will – und scheitert. Die knapp siebenhundert Seiten Text komprimiert der Regisseur Sebastian Baumgarten in seiner Inszenierung für das Berliner Gorki Theater auf 105 Minuten, was schon eine Leistung an sich darstellt. Bei der Premiere im ausverkauften Haus klatscht das überwiegend junge Publikum begeistert. Gleichwohl kann der Abend nicht überzeugen. Baumgarten besetzt die Hauptrolle mit gleich drei Schauspielerinnen – Katja Riemann, Alexandra Sinelnikova und Maria Simon -, ohne dass die Figur so lebendiger würde. Das Scheitern der Franziska Linkerhand an den Betonköpfen und Bürokraten der Plattenbau-Ideologie kommt genauso leblos auf die Bühne; es wird vorgetragen und nicht gespielt. Die Kritikerin Barbara Behrendt saß jedenfalls “in einer drögen Inszenierung, die selbst ein wenig wirkt wie eine Bauruine von vorgestern.” (rbb24) 

Spannender als auf der Bühne ist es derzeit in Berlin hinter den Kulissen. Auch in der Hauptstadt muss gespart werden; der Kultur drohen hier Kürzungen von 10%. Anlass genug für die Süddeutsche Zeitung, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und Fragen nach der Arbeit des Kultursenators Joe Chialo (CDU) zu stellen. Er hofft wie die teils üppig alimentierte Freie Szene, es möge wohl irgendwie gut gehen, statt einen Kassensturz zu machen. “Natürlich kann man im Berliner Kulturetat sparen”, befindet der Autor Peter Laudenbach, “ohne dass die Stadt verödet oder Wirtschaft und Tourismus kollabieren. Pro Einwohner gibt Berlin deutlich mehr für seine Kultureinrichtungen aus als zum Beispiel das schöne Hamburg. (…) Auch in der angeblich darbenden Freien Szene ist die Frage, ob Subventionshöhe, künstlerischer Ertrag und Publikumsinteresse immer in einem angemessenen Verhältnis stehen. Beispiele? Das stark identitätspolitisch inspirierte Kreuzberger Ballhaus Naunynstraße hatte im vergangenen Jahr nur 5000 Zuschauer, dabei öffentliche Zuwendungen in Höhe von 2,3 Millionen Euro – das macht groteske 466 Euro Subventionen pro Ticket.” (24.10.24) 

Alle Kosten auf den Prüfstand zu stellen schadet nie; dann kann man immer noch neue Schulden machen, wenn es denn im konsumtiven Bereich unbedingt sein soll. Vor dieser Herausforderung stehen auch die Spitzen der Ampelkoalition, die längst im Wahlkampfmodus angekommen sind – behaupte sich, wer kann. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer veritablen Krise und verliert im beinharten Wettbewerb jeden Tag an Boden. Die Steuereinnahmen gehen zurück, Massenentlassungen und Werksschließungen drohen. Gleichzeitig müssten dringend 400 Milliarden Euro in die Infrastruktur investiert werden. Kaputte Brücken, Straßen und Schienen sind Schulden, die am Ende teurer kommen als eine Lockerung der Schuldenbremse. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wieder eine Brücke einstürzt. Eine parteiübergreifende Agenda 2040 muss her. 

Time Warp

Boxenstopp beim Erstsemesterempfang in Kassel. © Rolf Hiller

Die letzten beiden Tage in Amerika brechen an. Mit unseren Gastgebern zur Golden Gate Bridge, weiter nach Sausalito und zum Fort Mason. Zum Dinner abends im “Blind Butcher” in Castro legt ein DJ auf und fördert damit nicht gerade ein Tischgespräch. Essen ist Notwendigkeit und nicht Genuss, der ohne Atmosphäre und Kultur nicht zu haben ist. Dafür schmeckt der Wein zu Hause um so besser. Natürlich fahren wir noch einmal nach Orinda. Am nächsten Nachmittag heißt es dann Abschied nehmen. Zwei Wochen voller Eindrücke und Erlebnisse gehen zu Ende, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Das Check-In am Flughafen in San Francisco ist bestens organisiert – unsere Zeitreise beginnt. Von Haus zu Haus werden wir 19 Stunden unterwegs und plötzlich der Zeit in San Francisco um 9 Stunden voraus sein. Bereits bei unserem Besuch an der Westküste vor sechs Jahren kam mein Schlaf vollkommen aus dem Rhythmus. Beim Abendessen fallen mir die Augen zu, ich schlafe flach und bin morgens schon um vier Uhr wach. Der Jetlag, nach dem sich viele Freund:innen erkundigen, ist sehr anstrengend und zehrend. Im Sprinter nach Frankfurt am Dienstag schlafe ich dann ein bisschen, ziehe mein Programm im Verlag durch und bin am nächsten Tag schon wieder in Kassel. FRIZZ Das Magazin ist mit den Starter Kits wieder beim Erstsemesterempfang in der Universität dabei. Wir stapeln die Boxen in imposanter Menge und verteilen sie dann an die Neuen, die sich über den aktuellen FRIZZ Hochschulguide, Gutscheine und Gimmicks freuen. Zwischendurch stärken wir uns mit Bratwürsten (gratis vom AStA) und einem Hellen. Die Rückfahrt nach Berlin im ICE verläuft schneller denn je – ich erwache kurz vor der Ankunft. Der Jetlag hat auch Vorteile. 

Eine Woche und länger kann die Umstellung auf die MESZ dauern – anstrengende Tage ohne erholsamen Schlaf. Nicht auszudenken, ich wäre auch noch auf die Frankfurter Buchmesse gegangen. Dort ist ein Thema die Krise des renommierten Suhrkamp Verlags, der nun vollständig von Dirk Möhrle, dem ehemaligen Chef der inzwischen insolventen Baumarktkette Max Bahr, übernommen wird. Auf der Buchmesse 1981 sorgte ein Pamphlet über die sogenannte edition sual, eine Zusammenarbeit von Suhrkamp und Aldi, für erheblichen Wirbel. Diese Satire könnte jetzt ihre ganze prophetische Wahrheit entfalten – “Wenn der Leser nicht zum Buch kommt, muss das Buch zum Leser kommen.“ Zum Lesen kam ich in Amerika nicht; vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal. Seit Tagen geht mir ein Song aus der Rocky Horror Picture Show durch den Kopf: “Let’s do the Time Warp again”. Wir kommen wieder. Hoffentlich nach Kamala America. 

Oben und unten

Expecting the next tourists. © Karl Grünkopf

Glück gehabt. Durch irgendeinen Buchungsfehler wurde unser Zimmer in der Yosemite View Lodge storniert; das hatten wir durch einen Anruf vorher schon erfahren. Spannung also beim Check-In. Wegen der Unannehmlichkeiten bekommen wir dann sogar ein Zimmer mit Blick auf den Fluss statt auf den Highway, wie ursprünglich gebucht. Da schmeckt die Pizza in der weitläufigen Anlage um so besser. Alles ist dort ein bisschen schrabbelig und in die Jahre gekommen, hat aber – anders als in den sterilen Hotels von Hampton Inn – Charme. Wir fahren zum Glacier Point und sind überwältigt von der atemberaubenden Schönheit der Natur. You’ll  never walk alone to the View Points. Besonders beeindruckend der Half Dome, eine senkrecht abfallende Felswand; die Yosemite Falls dagegen fallen in dieser Jahreszeit überwiegend aus, kein Tropfen nirgendwo. Oben in den Bergen ist es noch heißer als in San Francisco, wo gerade vor außergewöhnlich hohen Temperaturen gewarnt wird. 

Am stärksten beeindrucken uns die Mammutbäume, die wir die nächsten Tage sehen. Natürlich pilgern alle zum General Sherman Tree, dem voluminösesten lebenden Baum der Erde. Er hat einen Umfang von über 30 Metern, die geschätzte Lebendmasse soll 2.000 Tonnen (Wikipedia) betragen, das Alter des Methusalems wird auf über 2.200 Jahre geschätzt. Kein Baum der Welt dürfte häufiger fotografiert werden, doch auf den schön angelegten Wegen im Sequoia Nationalpark können wir noch einige dieser Riesen in aller Ruhe bestaunen. Längst vergessen ist da unser letztes Quartier in der Wuksachi Lodge – die Tür klemmt, die Handtücher zerschlissen, die Dusche museumsreif, die Klimaanlage brummt. Trotzdem mussten wir dafür am meisten berappen; die Lage direkt im Nationalpark hat ihren Preis. In endlosen Serpentinen geht es zurück aus den Bergen nach Fresno ins nächste und zum Glück letzte Hampton Inn, verkehrsgünstig zwischen Freeways, Highways und vierspurigen Straßen gelegen. Autoland Amerika. 

Existentialisten unter sich im Caffè Triest.

Zurück aus unserem zweiten Hochsommer in die Frische von San Francisco, wo wir die letzten Tage in unserem shared apartment bei unseren großartigen Gastgebern in Castro bleiben. Wir bringen den Genesis zurück und freuen uns wie Bolle, dass das Upgrade auf dieses bestens ausgestattete Auto nicht mehr als eine große Pizza gekostet hat. Zu Fuß geht’s wieder zum Caffè Triest, wo es ganz hervorragenden Espresso & Kuchen und immer etwas zu beobachten gibt. Zwei Denker machen sich Notizen, eine junge Frau schreibt gerade einen Bestseller, eine Transfrau strickt und tanzt am Tresen. Das wundert hier niemanden; deswegen lieben wir das Caffè Triest, das 1956 gegründet wurde und ein Ort für Existentialisten aller Art geblieben ist. Am nächsten Tag laufe ich durch unser Viertel und kaufe mir eine Eiskugel, die mit Waffel sage und schreibe 5,25 Dollar kostet. Vor Schreck spare ich mir den Tipp. Ein schlechtes Gewissen bekomme ich erst recht, als ich Menschen sehe, die buchstäblich in die Mülltonnen eintauchen, um nach etwas Verwertbarem zu suchen. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennt kein Erbarmen. 

Challenge

Kein Fahrer nirgends und keine Angst: unterwegs mit Waymo in San Francisco. © Karl Grünkopf

Mehr geht nicht! Nach einem endlos langen Flug – am Ende schaute ich nur noch ein Lande-Video nach dem anderen – holt uns der Cousin zum Glück am Flughafen ab. Er wohnt mit seiner Partnerin in Castro, dem schönsten Viertel in San Francisco. Wir beziehen unser Zimmer, abends noch ein Imbiss; dann wirkt der Jetlag. Schon am nächsten Morgen sitze ich in der Herrgottsfrühe am Rechner. Später besuchen wir die Tante und in ihren Mann in Orinda, das 17 Meilen von San Francisco entfernt liegt. Wir hatten ihr bei einem Familientreffen vor einem Jahr versprochen zu kommen. Nach der Rückkehr in die Stadt entscheiden wir uns ohne Zögern für die “Foxy Lady”. Die Party zum 60. Geburtstag einer Freundin findet in einem ehemaligen Kino statt – Sixties ist das Motto. Unsere Mädels sehen klasse aus, und auch wir machen mit Pilzkopf-Perücken keine schlechte Figur auf dem Dancefloor. Die Fahrt zur “Foxy Lady” war für die Germans übrigens eine Premiere: wir fuhren mit einer fahrerlosen Waymo-Limousine. Ich saß staunend auf dem Beifahrersitz: Angst hatte ich nicht einen Moment. 

Gleich am nächsten Tag heißt es Bike Now! Wir machen eine Radtour zum Golden Gate Park. Noch nie bin ich in Amerika Fahrrad gefahren, niemals saß ich auf einem Rennrad. Dreimal stellt der Cousin für mich den Sattel niedriger, obwohl wir nahezu gleich groß sind. Die Haltung, die Schaltung, die Bremsen – alles ungewohnt für einen normalen Radfahrer wie mich. Ein unvergessliches Erlebnis. Als wir nach 16 km auf den Straßen & Wegen von San Francisco wieder heil in Castro ankommen, bin ich sehr erleichtert. Nach einer kurzen Pause ziehen wir schon wieder los. Mit dem Cable Car fährt die WG auf Zeit ins SF Jazz Center – die fabelhafte Sängerin Dee Dee Bridgewater gastiert mit dem fabelhaften Trompeter Nicholas Payton und dem Bill Charlap Trio. Ein tolles Konzert, alle sind begeistert; leider war ich während einiger Passagen nur physisch präsent – Jetlag. Würde ich in San Francisco leben, wäre ich mindestens einmal im Monat im SF Jazz Center! 

Noch einmal Orinda und dann starten wir am nächsten Tag zu einer kleinen Tour durch Kalifornien. Die erste Etappe führt uns in die Hauptstadt Sacramento, von der wir fast nichts sehen. Unser Hotel liegt unweit des achtspurigen Freeways, den man Tag und Nacht hört. Wie das ganze Viertel hat auch unser Haus bessere Zeiten erlebt. Weiter am nächsten Tag zum 497 km² großen Lake Tahoe – auf ein kurzes Bad im höchsten See der Vereinigten Staaten waren wir leider nicht vorbereitet! Unsere nächste Etappe ist mit über 300 km die längste und eine echte Herausforderung. Das Navi im brandneuen Genesis kennt El Portal nicht, der Akku des geborgten US-Handys ist irgendwann leer; schließlich cruisen wir ohne echte Orientierung durch Yosemite. Wir zeigen einem Ranger unsere Reiseunterlagen – das Ziel ist nah. Nach dem Start fliegen die Dokumente von der Motorhaube auf die Straße. Ich bremse und schalte die Warnblinkanlage ein. Ein Camper hinter uns sichert geistesgegenwärtig die Lage, meine Lektorin sprintet los und holt alle Blätter von der Fahrbahn. Die Nerven liegen blank! Nach der Aufregung erreichen wir unser Ziel entspannt. Beim Checken der News lese ich voller Freude, dass Melania Trump sich in einem Video für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen ausgesprochen hat. Was für ein Tag!