Aufgabe

Wagen geräumt. Heute kein gastronomisches Angebot. © Rolf Hiller

Regen bringt Segen. Es regnet gleichmäßig die ganze Nacht. Ich stelle mich irgendwann im Dunkeln ans Fenster, schaue zu und fahre in Gedanken noch einmal meine Tour durch Deutschland. Montag war ich in unserem Kasseler Büro, konnte aber von Berlin nur über Magdeburg direkt fahren. Kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt – sie verfügt normalerweise über keinen ICE-Anschluss – müssen wir halten. Oha! Einige Mitarbeiter:innen der Deutschen Bahn steigen aus und müssen einen Wagen überprüfen. Wir erreichen den Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe nur mit einer guten halben Stunde Verspätung. Glück gehabt. Es hätte schlimmer kommen können. Abends auf der Fahrt nach Frankfurt fügt sich eine Verspätung trefflich mit meinen Plänen. Der ICE ist fast leer, ich habe ein ganzes Abteil für mich – herrlich. Tags darauf im RE nach Zwingenberg die übliche Pendler-Demütigung. Der (zu kurze) Zug brechend voll, die Klimaanlage wieder einmal ausgefallen. 

Die Rückfahrt nach Berlin lässt sich anfangs gut an; der ICE fährt pünktlich in den Frankfurter Hauptbahnhof ein. Wir starten aber mit 20 Minuten Verspätung, der Speisewagen muss geräumt werden – in diesem Zug gibt es “heute kein gastronomisches Angebot”. Auch recht. Wir zuckeln los, müssen dann aber in Frankfurt Süd schon wieder stehen bleiben – auf der Toilette wurde geraucht. Wahrscheinlich ging irgendein Alarm an. Nach einer Stunde verlassen wir endlich Frankfurt. Vor Erfurt schreckt uns der Zugchef mit einer Durchsage auf: Weichenstörung! Ich rechne mit einer weiteren Stunde Verspätung, da kommt auch schon die frohe Kunde: das Problem ist behoben. Irgendwann hat der Zug noch eine Türstörung, und mit einer Stunde Verspätung erreichen wir unser Ziel. Vom Zugpersonal ließ sich während der ganzen Fahrt niemand blicken.

Die Deutsche Bahn ist abgerockt. Der Staatskonzern wurde jahrzehntelang auf Effizienz getrimmt, die Instandhaltung des Netzes und des Materials zugunsten eines höheren Profits vernachlässigt. Das rächt sich nun und wird sich so schnell nicht korrigieren lassen. Der für das Netz zuständige Vorstand der Deutschen Bahn, Berthold Huber, rechnet jedenfalls für die kommenden Monate mit starken Beeinträchtigungen für die Fahrgäste. Das verheißt nichts Gutes, zudem nun auch noch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit unbefristeten Streiks in der Urlaubszeit droht. Und im Herbst stehen die Tarifverhandlungen mit der streiklustigen GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) an. Einen konstruktiven Vorschlag bietet die FAZ an: “Statt auf Rücksichtnahme der Gewerkschaften zu hoffen, sollte die Ampel endlich gesetzlich sicherstellen, dass bei Streik künftig wenigstens eine mobile Grundversorgung auf der Schiene gewährleistet ist.” (23.06.23) Gute Reise! 

Nichts bleibt, wie es ist

Durch den angeschwemmten Sand aus der Ostsee wird der Neubessin immer größer. © Karl Grünkopf

Wenn ich früher in den Urlaub gefahren bin, war ich weg. Irgendwann meldete ich mich bei den Eltern per Telefon, die Freunde bekamen Postkarten. Oft stand das genaue Ziel nicht einmal fest – irgendwo in der Toskana oder in Griechenland. Mit dem Beginn der Reise hörte die Arbeit auf, dann und wann meldete ich mich per Telefon im Büro oder bekam auch mal ein Fax. Der Job war ganz weit weg, und das war auch gut so. In unseren smarten Zeiten ist fast niemand mehr richtig verreist. Ständig sind wir auf dem letzten Stand, viele können nicht einmal beim Essen ihr Handy weglegen. Man isst & schweigt zusammen und starrt auf den Bildschirm. Stets wird der digitalen Kommunikation mehr Bedeutung beigemessen als der realen – ich hasse das! Längst ist bekannt, dass ständige Verfügbarkeit Stress bedeutet; allein, jede:r muss für sich das richtige Maß finden.

Es ist gar nicht so einfach, das Handy „nur“ zum Fotografieren mitzunehmen und nicht schnell einmal zu gucken, ob es neue Nachrichten gibt. Bei unserem traditionellen Spaziergang auf den Altbessin hatte ich meinen Alleskönner ganz bewusst mitgenommen, denn ich wollte die riesige Sandbank fotografieren, die sich zwischen Hiddensee und Rügen immer weiter vergrößert. So hatten wir den Neubessin noch nie gesehen; betreten darf man das Naturschutzgebiet natürlich nicht. Wir hatten den Eindruck, das Eiland sei seit dem letzten Besuch sehr viel größer geworden; aber dem ist wohl nicht so, wie uns eine Mitarbeiterin im Nationalparkhaus Hiddensee versichert. Der Blick auf diesen Wandel der Natur ist atemberaubend, zwei Halbinseln wachsen langsam zusammen. Die Fähren scheinen wie auf Sand zu fahren.

Nicht bloß die Natur ändert sich laufend, auch die Verhältnisse auf der Insel bleiben natürlich nicht gleich. Mit Staunen lesen wir von einer Weinprobe für schlappe 80 Euro, die ein Shop namens „Goldperle“ anbietet; das Zeltkino hat einen neuen Beamer (mit viel zu lautem Lüfter) bekommen und bietet eine „Männersache“ an: gezeigt wird „Fast & Furious 10“, zum Ticket für einen Zehner gibt’s Popcorn und ein Bier. Das ist so wenig unser Hiddensee wie die launigen Kapitänsabende am Hafen und spricht ein anderes Publikum an. Die Hafenerneuerung von Vitte ist da schon ein anderes Kaliber. Dass eine Sanierung notwendig ist, steht nicht zur Diskussion. Eine schicke Modernisierung aber passt nicht zur Insel und wird ihre Ressourcen überlasten. Deshalb machen wir gerne bei der Bürgerinitiative HAFEN VITTE mit – „Hafensanierung und Schutz müssen sein, Massentourismus NEIN“ ist ihre Parole. Wer wollte da widersprechen!

Weites Land

Noch gibt es genug Wasser für die Pferde auf der Insel Hiddensee. Eine Wasserstelle ist aber schon ausgetrocknet. © Karl Grünkopf

Fernsehen schauen wir fast nie, und Western sind erst recht nicht unser Ding. Warum eigentlich? In den besten Filmen des Genres werden die großen psycho-sozialen Themen unserer Gesellschaft verhandelt – Liebe, Eifersucht, Macht, Vater-Sohn-Konflikte. Bei ARTE steht ein abendfüllender, glänzend besetzter Western aus dem Jahr 1958 auf dem Programm. In fast drei Stunden erzählt der Regisseur William Wyler in „The Big Country“ (Weites Land) die Geschichte zweier verfeindeter Familien; beide haben große Viehherden, aber keinen Zugang zu Wasser. Während die alten Patriarchen den Konflikt wie gewohnt mit Waffen austragen, setzt ein smarter Reederei-Erbe aus dem Osten (gespielt von Gregory Peck) auf Verhandlungen und eine faire Lösung. Natürlich „bekommt“ er am Ende noch die richtige und kluge Frau (Jean Simmons), von der er zuvor Land das umstrittene Land mit einer Wasserstelle gekauft hat. Ganz großes Kino, ganz große Leidenschaften, ganz große Wahrheiten.

Wasser wird eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahrzehnte. Wie kann es fair verteilt werden, wieviel steht den Menschen noch zur Verfügung? Müssen Golfplätze und Pools in Südeuropa verboten werden? Viele Inseln haben kein eigenes oder zu wenig Grundwasser. Dieses Problem stellt sich mit der zunehmenden Klimaerwärmung immer drängender. Mallorca, Sylt oder Hiddensee leben vom Tourismus. Dieses Geschäftsmodell gerät immer stärker unter Druck. Wenn der Tourismus nicht eingeschränkt wird, werden die Ressourcen bald nicht mehr reichen.Vom sanften Tourismus geht die Rede. Auf Hiddensee kann man das gerade verfolgen. Soll der Hafen von Vitte „nur“ saniert oder ausgebaut werden. Wenn mehr Liegeplätze geschaffen werden, kommen mehr Boote, die Strom & Wasser brauchen. Zumindest auf der autofreien Insel gibt es bei vielen Einwohner:innen & Gästen einen Konsens – keine Steigerung des Tourismus. Der Bürgerinitiative Hafen Vitte – Nein zum Hafenausbau sind wir inzwischen beigetreten. Eine Premiere.

Es wird nicht mehr so weitergehen, wenn das so weitergeht. Das ist inzwischen (fast) allen klar, trotzdem machen wir alle so weiter. Darauf will „Die letzte Generation“ hinweisen, die mit ihren Klebe-Attacken viel Verdruss provoziert und kaum Verständnis findet. Inzwischen hat die Aktionsgruppe ihre Strategie geändert und nimmt jetzt Superreiche, also Super-CO2-Verbraucher in den Fokus. Auf Sylt wurden ein Privatjet und die Bar eines Luxushotels angesprüht. „Superreiche stoßen CO₂ aus, als gäb’s kein Morgen“, schreibt Samira El Ouassil in der Online-Ausgabe des „Spiegel“. „Die reichsten 10 Prozent in Deutschland waren im Jahr 2015 zusammen für mehr CO2-Ausstoß verantwortlich als die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung. Ebenso sind die reichsten 10 Prozent weltweit für 52 Prozent der CO2-Emissionen zwischen 1990 und 2015 verantwortlich. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß von Milliardären hat im Jahr 2018 8190 Tonnen pro Kopf betragen. Raten Sie mal, was der Pro-Kopf-Ausstoß weltweit beträgt: 5 Tonnen.“ (08.06.23) Wir alle handeln wider besseres Wissen!

Inselverhältnisse

Wasserflugzeug am Strand von Hiddensee mit Margarete Hauptmann an Bord. © Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Seit vielen Jahren fahren wir im Frühsommer auf die Insel Hiddensee, die man von Rügen aus sehen kann; trotzdem dauert die Überfahrt mit dem Schiff noch eine gute Stunde. Weil die EVG (die Eisenbahn Verkehrsgewerkschaft vertritt 180.000 Mitglieder) oft sehr kurzfristig zu Warnstreiks aufruft, sind wir dieses Mal mit dem Auto nach Schaprode gefahren, um der Gefahr zu entgehen, auf Hiddensee festgesetzt zu werden. Es gäbe gewiss Schlimmeres als einen Zwangsaufenthalt auf unserer Trauminsel, auf der wir noch jedes Mal neue Entdeckungen & Erfahrungen machen. Per Zufall wurde ich auf eine öffentliche Gemeinderatssitzung aufmerksam. Solch eine Zusammenkunft haben wir noch nie erlebt; also machen wir uns per Rad auf den Weg nach Neuendorf, dem südlichsten Ort der Insel, die fast so lang ist wie Manhattan. Die Sitzung findet im Feuerwehrhaus statt und beginnt pünktlich. Der Bürgermeister Thomas Gens leitet die Versammlung routiniert; sechs von acht Gemeinderatsmitgliedern sind anwesend; bis auf eine Ausnahme werden alle Anträge einstimmig angenommen.

Es geht um Eilbeschlüsse zu Bauanträgen, Befestigung von Wegen, Zäunen, Kehrmaschinen oder um die Kontrolle des Hundeverbots am Strand. Ich frage nach dem Stand der umstrittenen Hafensanierung in Vitte. Momentan liege diese Angelegenheit beim Hafenausschuss, in dem auch eine Bürgerinitiative vertreten ist. Unsere Reise nach Neuendorf bestätigt: in den Ausschüssen werden die Entscheidungen weitgehend ausgehandelt. Die Bürgerinitiative HAFEN VITTE erinnert in ihrem letzten Newsletter vom November 2022 daran, dass eine Hafensanierung einem schlüssigen Tourismuskonzept folgen müsse. Im vergangenen Jahr haben sie dazu eine Umfrage durchgeführt: „Eindeutig geht daraus hervor, dass auf Hiddensee lebende Menschen keine Steigerung des Tourismus möchten. Gäste stimmten zu 92,5 % der Aussage zu, dass die Insel sich zu einer ökologischen, nachhaltigen Insel für Menschen, die Ruhe und Einsamkeit jenseits von Touristenströmen suchen, entwickeln sollte.“

Bei einem „historischen Spaziergang“ durch Kloster erfahren wir von der Leiterin des Heimatmuseums Jana Leistner, dass die Bewohner:innen der Insel vor dem Tourismus ein karges Leben fristen mussten. Das änderte sich Anfang des letzten Jahrhunderts, als das Hotel Hitthim, das Wieseneck oder die Lietzenburg entstanden und Gerhart Hauptmann von der Gemeinde ein Haus kaufte und wenig stilsicher um einen Anbau erweiterte. Wenn der Weinkeller frisch gefüllt war, soll der Nobelpreisträger des Jahres 1912 wie ein König auf der Insel eingezogen sein. Ob er einmal sogar mit einem Wasserflugzeug auf die Insel reiste, ist nicht verbürgt. Tatsächlich gab es von 1928 -1936 eine Linienverbindung von Stralsund nach Kloster – nur 15 Minuten dauerte der Flug. Heute ist man auf dieser Strecke per Schiff fast zweieinhalb Stunden unterwegs und gewöhnt sich während der Fahrt an das langsame Leben in „dat söte Länneken“, wie die Einwohner:innen von Hiddensee ihr Paradies nennen. Es ist an uns allen, es trotz notwendiger Veränderungen zu bewahren!

Warten aufs Theater

Spektakel der ungesehenen Art: „Ophelia’s Got Talent“, eine Produktion der Volksbühne Berlin, von Florentina Holzinger © Nicole Marianna Wytyczak

Man hätte gewarnt sein können. „Nora. Ein Thriller von Sivan Ben Yishai, Henrik Ibsen, Gerhild Steinbuch und Ivna Žic“ steht auf dem Programm; Felicitas Brucker und ihr Team wollen den Stoff als „multiperspektivischen, mitreißenden Theaterthriller auf die Bühne bringen“. So verspricht es der Programmzettel des 60. Theatertreffens der Berliner Festspiele. „Mit 10 bemerkenswerten Inszenierungen, von einer Kritiker*innenjury aus 450 neuen Theaterproduktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewählt, begeben wir uns auf auf eine vielschichtige, Spiel- und bildgewaltige Entdeckungsreise durch den deutschsprachigen Theaterraum.“ Vollmundige & wohlklingende Worte, denen bei der Probe aufs Exempel keine der vier von uns erlebten Aufführungen standhält. Nora als sogenannter Thriller beginnt mit einer Stunde Verspätung wegen technischer Probleme. Die von Ibsen vielschichtig angelegte Figur wird auf eine Frau reduziert, die weiß, was sie will und braucht. Eine Kennerin der Münchner Szene berichtet, die dortigen Kammerspiele hätten inzwischen Mühe, das Haus zu füllen.

Warum das Schauspielhaus Bochum gleich mit zwei „bemerkenswerten“ Produktionen beim Theatertreffen vertreten war, ist nicht nachvollziehbar. „Der Bus nach Dachau“ hätte ein sehr spannendes Projekt werden können. Die Niederlande waren der einzige Staat, der seine Bürger:innen nicht aus dem KZ Dachau abgeholt hat. Die Überlebenden mussten sich einen Bus mieten, um nach Hause zu kommen. Diese traurige Geschichte wollte einer von ihnen in einem Film erzählen; das Drehbuch hat er nicht fertig gestellt. „Ein 21st Century Erinnerungsstück“ sollte es werden, doch die Kooperation der Gruppe „De Warme Winkel und Ensemble“ mit dem Schauspielhaus Bochum wirft zwar wichtige Fragen auf, bleibt aber ästhetisch unentschlossen und dilettantisch. Das gilt nicht minder für den zweiten Beitrag aus Bochum, „Kinder der Sonne“ von Maxim Gorki. Ein naturalistisches Bühnenbild, Tür auf, Tür zu. Mir schwant nichts Gutes. Ohnesorg-Theater. Nicht annähernd vermittelt sich in der biederen Inszenierung der Slowenin Mateja Koležnik die Brisanz des Stoffes. Während unter dem Volk eine Cholera-Epidemie wütet, kultiviert das Bürgertum seine Ignoranz und Neurosen. 

Dabei hatte das 60. Theatertreffen mit einem langen und viel versprechenden Abend begonnen. Mit drei Pausen dauert „Das Vermächtnis“ von Matthew Lopez frei nach dem Roman „Howards End“ von E.M. Forster über sieben Stunden. Der Regisseur Philipp Stölzl (2021 beeindruckte seine „Schachnovelle“ im Kino) setzt in seiner sparsamen Inszenierung des Lebens der New Yorker Gay Community um 2015 ganz auf seine hervorragenden Schauspieler (Residenztheater München). Netflix fürs Theater befanden einige. Wir sind keine Binge-Watcher und seilten uns vor dem Ende dieses (allzu) langen Abends ab. Das große Ereignis dieses Theatertreffens haben wir indes verpasst: „Ophelia’s Got Talent“ von Florentina Holzinger. Die das „gigantische Spektakel“ erlebt haben, waren sich einig – so etwas hätten sie noch nie gesehen. Die Karten für die Aufführungen an der Berliner Volksbühne sind heiß begehrt. Da müssen wir hin! Und beim 61. Theatertreffen im nächsten Jahr sind wir auch wieder dabei. Die Hoffnung stirbt zuletzt. 

Was soll uns schon passieren?

Unter dem Begriff „Toxic Evolution“ faßt der Künstler Soler Arpa seine Kreaturen zusammen; die Teile hat er auf Mülldeponien gesammelt. © Rolf Hiller

Sie ist der Shooting Star des Jahres in Deutschland. Die gesamte Tour von Paula Hartmann war ausverkauft, schon lange gab es keine Tix mehr für ihr Konzert in Huxley’s Neue Welt in Berlin, wo die 1.600 Plätze im Nu weg waren. Mit ihren Songs trifft Paula Hartmann die Herzen & Nerven ihrer Generation. Sie ist gerade 22 Jahre alt geworden, studiert (noch) Jura in Hamburg, stand schon mit 5 Jahren vor der Kamera und hat bei einer ganzen Reihe von TV- und Filmproduktionen mitgewirkt. Diese Erfahrungen kommen ihr nun zugute. Sie hat eine enorme Bühnenpräsenz, wirkt aber in jedem Moment authentisch und positiv. Ihre teils düsteren Texte treffen die Stimmung ihrer Fans, deren Jugend und Perspektive apokalyptisch grundiert ist. Ganz am Anfang ihres umjubelten Konzerts ruft Paula auf, dass jede:r sich bei ihren Leuten melden soll, wenn er/sie sich unangenehm angemacht oder diskriminiert fühlt.

Begleitet und gehalten werden ihre Songs vom Live-DJ Friso – mehr Band braucht es heutzutage nicht mehr. Später kommen als Gäste die Rapper Luvre47 und Apsilon dazu, die meine Vorurteile gegen dieses Genre gründlich erschüttern. Von wegen dicke Hose, Grillz und Gangsterposen. Rap ist für die beiden eine Kunstform, um sich auszudrücken. Apsilons Großeltern kamen als Gastarbeiter aus der Türkei, er wuchs in Berlin-Moabit auf, machte sein Abi mit einem Schnitt von 1.2 und studiert an der Charité Medizin. Von Luvre47, der in der Gropiusstadt groß wurde, stammt der Titelsong von „Sonne und Beton“. Der Film von David Wnendt basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Felix Lobrecht. Die Uraufführung fand auf der diesjährigen Berlinale statt; über 1 Million Besucher:innen wollten „Sonne und Beton“ seither im Kino erleben.

Per Rad & S-Bahn dann zu einem Kunstprojekt, dessen PR geschickt mit dem Insiderwissen jongliert. Niemand der Auserwählten dürfe verraten, wo der „Himmel unter Berlin“ sich auftut. Ehe wir in die Katakomben hinabsteigen, erfahren wir noch, dass auf dem Gelände wesentliche Teile von Fritz Langs Film „Metropolis“ entstanden sind. Unten bekommen wir einen Schlüssel mit einer Nummer. Die Location ist großartig gestaltet. Vorbei an Bar und DJane gelangen wir zu einer Bücherwand der 70er Jahre; daneben steht ein Kleiderschrank. Endlich wird unsere Nummer angezeigt, das Mädel öffnet die Tür, wir schieben uns durch die Klamotten – und sind drin. Durch dunkle Gänge werden wir durch ein Labyrinth geführt; es ist ein ganz bisschen unheimlich, wenn man Phantasie hat. In den besten Momenten der Ausstellung taucht man ein in eine immersive, beklemmende Kunstwelt. Trotzdem beeindrucken mich die Kreaturen von Soler Arpa am meisten. Wir zerstören mit unserem Lifestyle systematisch Umwelt und Klima. Die Hälfte aller Seen verlieren Wasser. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) rechnet damit, dass die nächsten fünf Jahre die heißesten aller Zeiten werden können. Was soll uns schon passieren?

Unterwegs

„Ist der Mai kühl und nass, füllt‘s dem Bauern Scheun und Fass.“ (Bauernregel). In Südfrankreich muss Wasser rationiert werden. © Rolf Hiller

Plötzlich rennen alle los. Weil man bei der Deutschen Bahn auf jede Überraschung gefasst sein muss, beeile auch ich mich am Frankfurter Hauptbahnhof, durch eine Unterführung aufs nächste Gleis zu kommen. Herdentrieb. Die anderen Fahrgäste hatten wohl eine Nachricht aufs Handy bekommen oder den DB Navigator gecheckt. Für alle „Unwissenden“ kommt dann die Durchsage, dass der ICE heute auf einem anderen Gleis abfährt. Die Fahrt nach Kassel wird länger dauern als üblich, weil der Abschnitt zwischen Fulda und Kassel in einem Rutsch saniert wird. Es dauert also, und der Zug zuckelt teils sehr gemächlich durch Hessen, ohne WLAN. Einmal bleiben wir auf freier Strecke stehen, die Aussicht ist idyllisch. Ich habe ein ganzes Abteil für mich alleine und genieße diese Umleitung. Ab Sonntag ist erst einmal Schluss mit Idylle. Die EVG wird 50 Stunden streiken * – für höhere Löhne ihrer Mitarbeitenden und um sich gegen die Konkurrenten von der GDL (Gewerkschaft der Lokomotivführer) zu positionieren; die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft hat in den letzten Jahren gut ein Fünftel ihrer Mitglieder verloren.

Die Reputation der Deutschen Filmakademie steht gleichfalls auf dem Spiel. Sie vergibt jährlich die Lola genannten deutschen Filmpreise und hat mit ihren Nominierungen heuer allenthalben für Verwunderung gesorgt. Der bei der Berlinale mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnete Film „Roter Himmel“ von Thomas Petzold kam noch nicht einmal in die Vorauswahl für die Nominierung, Lars Kraumes „Der vermessene Mensch“ schaffte es nur mit einer „Wildcard“. Und hier geht es nicht nur um die Ehre. Schon die Nominierungen, vor allem dann aber die Preise sind mit nennenswerten Summen aus der öffentlichen Filmförderung verbunden. Es ist etwas faul im Subventionsstaat Deutschland. Das bringt Edward Berger, der mit seiner deutschen Netflix-Produktion „Im Westen nichts Neues“ als großer Lola-Favorit gilt, deutlich auf den Punkt: „Es ist einfach peinlich, wenn ein Film, der auf der Berlinale einen der Hauptpreise gewinnt, von der Filmakademie nicht einmal für die erste Stufe beim Nominierungsverfahren für würdig befunden wird.“ (Tagesspiegel, 11.05.23)

Nicht nur der Streik der EVG wird die nächste Woche bestimmen. Am Wochenende wird in der großen Türkei und im kleinen Bremen gewählt. Schafft es ein sehr heterogenes Bündnis, Erdogan abzuwählen? Würde der autokratisch auftretende Präsident seine Niederlage akzeptieren? Kann sich in Bremen die rot-grün-rote Koalition mit dem Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) halten? Bekommen Die Grünen in der fahrradfreundlichsten Großstadt der Republik einen Denkzettel wg. der Causa Graichen? Der Mai zeigt sich politisch alles andere als wonnig – Krisen & Probleme, wohin man schaut. Ob das Theater helfen kann? Parallel zur Verleihung der Deutschen Filmpreise heute Abend beginnt das 60. Berliner Theatertreffen mit der Inszenierung eines Romans von E.M.Forster. „In fast sieben Stunden entwerfen Philipp Stölzl und sein Ensemble ein temporeiches und vielschichtiges Gesellschafts- und Beziehungspanorama, das die New Yorker Gay Community porträtiert und Fragen nach Verantwortung und Respekt stellt“, verspricht das Programmheft. Und drei Pausen. Fürs perfekte Theaterglück.

* Am Samstagnachmittag haben sich die Deutsche Bahn und die EVG auf einen Vergleich geeinigt, so dass der Streik abgewendet werden konnte.

Familienbande

„Das Vergangene findet jetzt statt.“ (Elfriede Jelinek) © Sister V.

Bei der Familien-Begegnung im letzten August hatten wir gleich das nächste Treffen diesmal in Wiesbaden verabredet. Damals war unsere Kommissarin noch nicht dabei, aber wir konnten das „verschwundene“ Handy auch ohne sie ausmachen. Mein Sohn ortete das I-Phone in einem Mehrfamilienhaus und löste den Alarmton aus, als das Polizeiteam eingetroffen war. Dieses Mal sind wir fünfzehn Personen, für ein Wochenende eine Art Familie, was einer strengen Überprüfung nicht ganz standhält. Am ersten Abend müssen sich einige erst einmal kennenlernen. Tags darauf führt uns unser Familienoberhaupt durch die Sektkellerei Henkell; es ist in jedem Moment zu spüren, dass er diesen Job ein paar Jahre lang mit Leib & Seele gemacht hat. Dann geht‘s mit der S-Bahn weiter nach Mainz, noch immer der Ort, an dem ich die längste Zeit meines Lebens verbracht habe, die „formativen Jahre“, wie es ein Lebensfreund nennt. Es passt zu diesem Tag, dass mich nachmittags eine Mail des OK „50 Jahre Abi 2024“ erreicht.

Am Fort Elisabeth hat die Familie 15 Jahre gewohnt, wir schreiten die alten Wege ab – alles ist viel kleiner geworden. Im Park vor dem Vincenz-Krankenhaus spielten samstags am Nachmittag Dutzende Jungs Fußball; heute ist der Platz verwaist. Kein Kicker nirgends mehr. Weiter zum Plantschbecken, von uns Plantschert genannt, wo es einst ein Café und eine Toilettenhäuschen gab. Alles dicht. Mit einer Bank als Tor haben wir früher stundenlang mit einem Tennisball gekickt. Davon hatte ich den Söhnen oft erzählt, und in einer Tierhandlung haben sie am Vormittag einen „Balle“ besorgt. Los geht das Spiel. Mit Begeisterung spielen wir vier gegen vier. Schneller als erwartet, ist die ‚Pille‘ hin. Wir müssen abbrechen und trennen uns unentschieden. In meinem Team macht die Kommissarin ein gutes Spiel. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass sie ein paar Tage später beim erfolgreichen Einsatz gegen die Ndrangheta – diese Mafia-Organisation macht jährlich 50 Milliarden Euro Umsatz (!) – dabei ist; und mit der haben wir im Plantschert gekickt! Wir sind alle schwer beeindruckt.

Wir laufen um unser Haus, den „Sternbau“, herum. Im ersten Stock haben wir teilweise zu sechst in knapp 70 Quadratmetern gelebt. Wir können es nicht fassen, und doch war dieses Leben in der 3-Zimmer-Wohnung für uns normal. Geduldig lauscht der Rest der Familie unseren Erinnerungen. Weiter geht‘s über die Stephanskirche mit den berühmten Chagall-Fenstern runter in die Stadt. Wir schlendern über die Ludwigstraße und am Dom vorbei zum Rhein. Zum krönenden Abschluss eines langen Tages voller Eindrücke und Erinnerungen kehren wir in ein uriges Restaurant ein, das im Netz mehr verspricht, als es in der Realität halten kann. Den vom Kellner empfohlenen Riesling gibt es nicht gekühlt, die Essen werden im Abstand von anderthalb Stunden serviert. Zumindest an diesem Abend hatte das Team der „Gaststätte Rote Kopf“ einen rabenschwarzen Tag. Ein Nachlass und ein Absacker aufs Haus waren ein schwacher Trost. Dass der Kellner zum schlechten Schluss noch ein Glas zerdepperte, passte ins Bild. Narhallamarsch.

Schlafmodus

Ende April ist Schluss mit Corona. Viele werden sich weiter mit Post-Covid-Symptomen herumschlagen müssen, die psychosozialen Folgen für Kinder und Jugendliche lassen sich nicht annähernd abschätzen, es wird weitere Neu-Infektionen geben, aber die Corona-Warn-App wird abgeschaltet. Hat dieses Tool je richtig funktioniert? Plötzlich wurde eine Begegnung mit erhöhtem Risiko angezeigt, und dann begannen die Fragen und Zweifel. Sei’s drum, die Pandemie ist vorbei, das Leben geht weiter wie vor vier Jahren. In der Corona-Zeit traten die Mängel unseres (marktwirtschaftlich organisierten) Gesundheitssystem deutlich zu Tage. Es fehlt an Personal, die Fallpauschalen setzen falsche Anreize, die Produktion vieler Arzneimittel und Vorprodukte in Asien birgt immense Risiken. Derzeit fehlen über 400 Medikamente in Deutschland, etwa Systral, das ich nach einem Mückenstich in einer Apotheke besorgen wollte. Deutlich schlimmer: Fiebersaft für Kinder war nicht zu bekommen. Dass es in absehbarer Zeit auch keine wirksamen Antibiotika mehr geben wird, passt ins Bild; die Entwicklung dieser Medikamente rechnet sich nicht für die Pharmaindustrie. 

Das Gesundheitssystem gehört wie Wohnen und Bildung oder der öffentliche Nah- und Fernverkehr zur Daseinsvorsorge des Staates. Wie sehr es bei der Deutschen Bahn hapert, haben die meisten schon einmal erlebt und können ein paar Dönkes oder ungeheuerliche Geschichten erzählen. Täglich transportiert der Staatskonzern 10,2 Millionen Fahrgäste. Nicht auszudenken, was passieren wird, wenn die Bahngewerkschaft EVG ihre Drohung wahr macht und zu wochenlangen (!) Streiks ihrer Mitglieder oder einzelner Berufsgruppen aufruft. Das Chaos wäre total! Den alltäglichen Wahnsinn eines heruntergekommenen Verkehrssystems schilderte kürzlich in der Süddeutschen Zeitung Holger Gerts und nennt auch Ross und Reiter für die Misere, die uns noch Jahrzehnte begleiten wird: „Und wesentlich verantwortlich für den Zustand der Bahn sind die Bundesverkehrsminister – in den für die Verkehrswende wegweisenden Jahren 2009 bis 2021 waren das, in der Reihenfolge ihres Auftretens, Peter Ramsauer, Alexander Dobrindt, sehr kurz Christian Schmidt, Andreas Scheuer. Alle von der CSU, alle aus Bayern, es sind alle sehr selbstbewusste, für Kritik kaum empfängliche Super-Egos, wie sie die CSU seit Jahren und Jahrzehnten in beachtlicher Schlagzahl respektive Taktung hervorbringt.“ (21.04.23) 

Vor gewaltigen Herausforderungen steht gleichfalls der neue Regierende Bürgermeister Kai Wegner in Berlin, der erst im dritten Wahlgang in sein neues Amt gewählt wurde. Dass die Koalition der CDU mit der SPD nicht alle Sozialdemokraten begeistert, ist bekannt; aber am Ende hat es für „Kais missglückte Krönung“ (Tagesspiegel) gereicht – 86 Abgeordnete stimmten für ihn, genauso viele Stimmen haben die beiden Parteien zusammen. Natürlich schüttete die AfD wieder einmal Öl ins Feuer und behauptete, nur mit einigen ihrer Stimmen sei Wegner gewählt worden. Klären lassen wird sich das nie, der Schaden für CDU und SPD ist groß, bissige Kommentare ließen nicht auf sich warten. „Die Premiere der neuen Hauptstadtregierung missrät zum Schmierenstück. Beschädigt sind nun schon vor dem Start beide Koalitionäre.“ (Stuttgarter Zeitung, 28.04.23) ) Kai Wegner und Franziska Giffey, die neue Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, werden nicht einen Tag Schonfrist bekommen. Glück auf! 

Frühlingserwachen

Ideale Projektionsfläche: der Raum mit den Sonnenblumen in der Ausstellung „Van Gogh Alive“ ist selten leer. © Rolf Hiller

Allein im Museum? Nicht wenn „Van Gogh Alive“ zu erleben ist. Weltweit 8,5 Millionen Menschen sollen die Ausstellung gesehen haben, die clever gemacht ist. An einem Dienstagvormittag ist die Show unweit der Müllverbrennungsanlage im Frankfurter Westen schon gut besucht. Die meisten Besucher:innen verweilen im größten Raum, sitzen auf dem Boden oder haben es sich auf Sitzsäcken bequem gemacht und sind mittendrin im Flow der Bilder, die mehrere Projektoren an die Wände und auf den Boden werfen. Die Situation ist sehr entspannt und lässig, ganz anders als in einem „richtigen“ Museum. Do what you like. Manche versinken in der Bilderflut oder lesen die kurzen erklärenden Texte. Ein Junge ist auf seinem Handy im Krieg, ein anderer kaum in der Lage, ein paar Sekunden ruhig zu liegen. Zumindest haben auch die beiden schon einmal von Vincent van Gogh (1853 – 1890) gehört, der heute ein Popstar wäre, zu Lebzeiten aber kaum ein Bild verkaufen konnte, immer wieder tiefste Krisen durchlitt und sich schließlich auf einem seiner geliebten Felder umbrachte.

Natürlich gehört zu Van Gogh Alive ein Raum mit Sonnenblumen und Spiegeln für Fotos & Selfies, im „Drawing Room“ sind an diesem Morgen alle Plätze besetzt; die Ausstellung wurde gerade verlängert. „Ich kann die Tatsache nicht ändern, dass sich meine Bilder nicht verkaufen. Aber die Zeit wird kommen, in der die Menschen erkennen werden, dass sie mehr wert sind als das Geld für die Farbe, die ich darin verwendet habe.“ Dass sein Bild „Verger avec cyprès“ 2022 für 117,2 Millionen Dollar verkauft wurde, hätte Vincent van Gogh nicht zu träumen gewagt. Der große Durchbruch blieb auch dem Pianisten Ahmad Jamal verwehrt, der am Sonntag gestorben ist und bis ins hohe Alter noch unterwegs war; leider habe ich ihn auf seiner letzten Tour in Deutschland verpasst. Ich höre mir sein Debütalbum „Ahmad Jamal Plays“ aus dem Jahr 1955 an, das irgendwelche Marketingstrategen hochtrabend in „Chamber Music of the New Jazz“ umbenannt haben, sicherlich nicht im Sinne des Künstlers.

Die letzten beiden Wochenenden im April werden bestimmt nicht im Zeichen eines unbeschwerten Frühlingserwachens stehen. Wieder gestreikt wird bei der Deutschen Bahn und an einigen Flughäfen; zudem hat die sog. Letzte Generation Aktionen in Berlin angekündigt, um auf die drohende Klimakatastrophe hinzuweisen, die zwei der drei Parteien der aktuellen Bundesregierung nicht sonderlich beunruhigt. Ob die spektakulären Proteste eher kontraproduktiv sind, wird sich weisen. Der gesunde Menschenverstand müsste auf der Seite der Letzten Generation stehen. Jede:r weiß, dass die Erderwärmung längst schon bei uns angekommen ist. Heute etwa kommentiert die FAZ: „Der Klimawandel verändert das Leben auch in Europa, auch schon jetzt und auch schneller als befürchtet. Noch vor wenigen Jahren hätte wohl niemand damit gerechnet, dass auch hierzulande einmal das Wasser knapp werden könnte. (…) Bäume statt Asphalt ist die Devise der Zeit, sonst wird das Wasser knapp.“ (21.04.23)  Wer wollte da widersprechen?