Apokalypsen

„Hänsel und Gretel“ (Jeanette Treusch und Thorsten Morawietz) als Dämonenjäger. © Rolf Hiller

Im Sommer verlässt Die Dramatische Bühne ihr Domizil in der Exzess-Halle und veranstaltet traditionell ihr Freilichtfestival im Frankfurter Grüneburgpark. Das ist in diesem wetterwendischen Juli ein riskantes Unterfangen. An einem frischen Abend haben sich dennoch knapp 100 Besucher:innen vor der Bühne eingefunden, um “Hänsel & Gretel” einmal ganz anders zu erleben. Nicht bloß dieses Märchen wird in einem aberwitzigen Parforceritt auf die Bühne gebracht; Thorsten Morawietz und seine Truppe gehen in die Vollen. “Sämtliche Märchen der Brüder Grimm als trashiges Apocalypse-Märchen”, ist auf ihrer Homepage zu lesen, “voller perverser Prinzen und blutgeiler Hexen. Der heißeste Act seit dem Wunderlichen Spielmann und dem Duett von Brüderchen und Schwesterchen. Lassen Sie ihre Kinder zu Hause, es wird schmutzig und gemein. Ab 18 Jahren.” Das klingt vielversprechend. Oft sind wir nicht in der Lage, bei der rasanten Nummernfolge den Durchblick zu behalten. Die Szenen wechseln so schnell wie Kostüme, derbe Texte mit tiefen Einsichten. 

An der Kasse werde ich vorsichtig nach meinem Alter gefragt und bekomme dann die Tix zum Seniorentarif. Dabei arbeite ich nach wie vor in meinem Job, bin also nur statistisch ein Rentner, obwohl ich als Selbstständiger nie vorgehabt habe, mit dem sogenannten Renteneintrittsalter mit der Arbeit aufzuhören. Ich werde das Sozialsystem wahrscheinlich nie belasten, das uns bald um die Ohren fliegen wird. Der vom Bundeskabinett verabschiedete Haushaltsentwurf für 2026 sieht Rekord-Ausgaben in Höhe von 520 Milliarden Euro vor. Größter Einzelposten ist wieder das Ministerium für Arbeit und Soziales mit einem Etat von 197,4 Milliarden Euro – die Bundeszuschüsse für die Rentenversicherung betragen 127,8 Milliarden Euro, das Bürgergeld schlägt mit 41 Milliarden Euro zu Buche. Damit nicht genug. Trotz neuer Schulden reicht das Geld hinten und vorne nicht. In der Finanzplanung 2027 – 2029 fehlen 172 Milliarden Euro! Das ist kein “trashiges Apocalypse-Märchen”, das ist die apokalyptisch anmutende Perspektive der deutschen Staatsfinanzen. 

Was tun? Die sprichwörtliche schwäbische Hausfrau würde einen schonungslosen Kassensturz machen und allerlei Wahlgeschenke für Bauern, Gastwirte, Mütter und Pendler auf den Prüfstand stellen. Oder sie würde an Ernst Jandl denken, der heute vor einhundert Jahren in Wien geboren wurde und mit seiner experimentellen Lyrik in den späten Jahren zu einem Popstar des Literaturbetriebs avancierte; lange hatte er seinen Lebensunterhalt als Lehrer verdienen müssen. Eines seiner bekanntesten Gedichte heißt “ottos mops” und entstand 1963; das sollte man unbedingt von ihm selbst hören. Es verwundert nicht, dass er sich für Jazz begeisterte, eine große Plattensammlung hatte und mit Jazzmusiker:innen zusammengearbeitet hat. Auf der Schallplatte “vom vom zum zum”, aufgenommen im April 1988, ist er mit der Lauren Newton, Wolfgang Puschnig und Uli Scherer zu hören. Wie gut, dass ich meine Platten noch habe.

Good Luck in Mainhattan

Die eindrucksvolle Frankfurter Skyline bei Nacht. © Rolf Hiller

Der ICE kommt fast pünktlich (!) im Frankfurter Hauptbahnhof an. Schnell noch eine Brezel besorgt und weiter geht’s mit der Straßenbahnlinie 16 Richtung Offenbach – zur Gerbermühle. Der Sommerabend könnte schöner nicht sein, wir sitzen direkt am Main, Essen & Getränke holt man sich selbst. Abgeteilt von der Ebbelwoi-Wirtschaft ist der feinere Teil des Traditionslokals mit mehr Auswahl und Bedienung. Heuer findet unser kleines Familientreffen in Frankfurt statt, und ich erlebe diese Stadt, in der ich seit Jahrzehnten arbeite, hier studiert und einige Jahre gelebt habe, als Tourist. Am nächsten Morgen treffen wir uns am Flemings Riverside Hotel zu einer Stadtführung. “Gude, ich bin der Franz”, begrüßt uns der Sachsenhäuser Bub Franz Kindermann, der seit 17 Jahren Touris seine Stadt zeigt und immer noch großen Spaß an diesem Job hat. Los geht’s am Main entlang zur Flößerbrücke und dann weiter Richtung Eiserner Steg. 

Der studierte Politologe spult sein Programm nicht einfach runter, sondern nimmt sich Zeit und ist jederzeit offen für Fragen. Interessant seine These, dass nicht bloß Konrad Adenauer sich einst gegen Frankfurt als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland stark machte. Auch Alt-Nazis hätten dagegen polemisiert. Wäre die Wirtschaftsmetropole und alte Kaiserstadt Frankfurt Hauptstadt geworden (ein Plenarsaal war schon gebaut und wird heute als Sendesaal des Hessischen Rundfunks genutzt), wäre Berlin niemals mehr zum Zuge gekommen. Wir verlassen Hibbdebach (die nördliche Mainseite) und gehen über den Eisernen Steg – die Fußgängerbrücke wird durch tausende Liebesschlösser verschandelt – nach Dribbdebach in die Altstadt von Sachsenhausen, wo zum Abschluss der Stadtführung im Traditionslokal “Frau Rauscher” noch ein Tasting verschiedener Apfelweinsorten stattfindet. Früher kelterten viele Ebbelwoi-Kneipen ihr Stöffche noch selbst. Heute gibt es dieses Angebot nur noch in der Buchscheer. Im Hof der “Klaane Sachsehäuser” mit den großen Portionen klingen die wunderbaren Stunden in Frankfurt aus.  

Gerne wieder, gerne wieder mit Franz, der den Touris noch eine Weisheit mit auf den Weg gibt: “Alle Sachsenhäuser sind Frankfurter, aber nicht alle Frankfurter sind Sachsenhäuser.” Nächstes Jahr wollen wir uns in Luxemburg treffen, und vielleicht spielt das Wetter wieder mit. Letzte Woche hatte ich noch von einem strikten Wasserentnahmeverbot in Brandenburg berichtet, das inzwischen wieder aufgehoben ist. Man sollte sich vom schlechten Sommerwetter derzeit weder die Laune verderben lassen noch wähnen, der Klimawandel finde gar nicht statt. “In Deutschland beträgt (der Temperaturanstieg) bereits 2,3 Grad gegenüber dem Beginn der systematischen Messungen 1881”, stellt die Präsidentin des Deutschen Wetterdienstes Sarah Catherine Jones fest (Tagesspiegel 23.07.25). Nicht nur beim Klima leben wir über unsere Verhältnisse. Gestern war der Erdüberlastungstag. Seitdem verbraucht die Menschheit mehr Ressourcen als zur Verfügung stehen. Deutschland erreichte den Überlastungstag bereits am 3. Mai, die USA am 13. März. Im Ranking des Earth Overshoot Day steht Luxemburg hinter Oman auf dem 2. Platz. Wir kommen trotzdem. Ein Leben ohne Widersprüche ist nicht möglich. 

Landpartie

Stillleben in Bornsdorf © Karl Grünkopf

An einem regnerischen Sonntagvormittag nach Bornsdorf zu den Brandenburgischen Sommerkonzerten. Im Bus des Veranstalters sitzt die Generation 60 plus, überwiegend Frauen. Schon lange wollen wir zum Internationalen Kammermusikfestival Fliessen, das die Cellistin Marie-Elisabeth Hecker und ihr Mann Martin Helmchen (Klavier) vor drei Jahren aus der Taufe gehoben haben. Mit ihren Kindern leben sie in einem alten Gutshaus in Bornsdorf. Auf ihrem weitläufigen Grundstück findet in der Drauschemühle das Abschlusskonzert dieser Saison statt. Vom schlechten Wetter lassen sich die Musiker:innen und die vielen Helfer:innen nicht abschrecken. Auch das Publikum ist bester Stimmung. Wir sind von den freundlichen “Muttis” und dem örtlichen Fußballtrainer beeindruckt, die selbst gebackenen Kuchen verkaufen, damit die Kinder aus der Gegend in ein Sommercamp fahren können. Die Gemeinde hat dafür kein Geld mehr! Wir kaufen & spenden gerne und sind immer wieder beeindruckt von ihrem ansteckenden Optimismus. Bornsdorf gehört zum Kreis Dahme-Spreewald; dort kam die AfD bei der letzten Bundestagswahl auf 33,9%. 

Auch vor diesem Hintergrund kann man das Engagement von Marie-Elisabeth Hecker und Martin Helmchen – beide herausragend auf ihren Instrumenten – nicht hoch genug einschätzen. Die Atmosphäre auf ihrem Festival ist hemdsärmelig im besten Sinne des Wortes. Nach einem spannenden und locker moderierten Programm für Kinder bildet Robert Schumanns herrliches Klavierquartett op. 47 den Abschluss des Festivals mit einer phantastischen Antje Weithaas an der Violine. Mit der Fliessen-Fliessen-Hymne (“New York New York”), bei der alle Musiker:innen auf der Bühne stehen, geht ein Konzerterlebnis der ganz besonderen Art zu Ende. Im leichten Nieselregen besteigt die Generation 60 plus den Bus und macht sich auf die Heimreise. Der Regen stört überhaupt nicht bei diesem Ausflug ins südliche Brandenburg. Im Gegenteil wissen inzwischen doch (fast) alle, dass der wetterwendische Sommer in diesem Jahr das viel zu trockene Frühjahr nicht wird ausgleichen können. 

Die Wassernot ist groß in Brandenburg. Deswegen haben einige Landkreise ein striktes Wasserentnahmeverbot angeordnet. Wer dagegen verstößt, dem drohen drastische Strafen bis zu 50.000 Euro. Das dürfte die Elbe als Wasserstraße nicht mehr retten. Davon ist zumindest der Landesverband Sachsen des BUND überzeugt und veröffentlichte auf seiner Homepage am 11.07.25: “Die Elbe ist als Güterverkehrsweg faktisch nicht mehr nutzbar. Bereits im Winter, seit Ende Februar 2025, herrscht dauerhaftes Niedrigwasser. Zwischen der deutsch-tschechischen Grenze und Magdeburg wurden dieses Jahr an 122 Tagen die für Gütertransporte notwendigen 1,40 Meter unterschritten, an über 60 Tagen wurde weniger als 1,0 Meter gemessen – und der Sommer hat gerade erst begonnen.” Gewaltige Investitionen werden die Elbe als Wasserstraße nicht retten. Immer deutlicher wird, dass die Folgen des Klimawandels die Staaten teuer zu stehen kommen. Derzeit handeln die größten CO2-Emmitenten (China 34%, USA 12%, Indien 7,6%, EU 6,4% im Jahr 2023 / Wikipedia) weiter, als gäbe es kein Morgen. Nach uns die Sintflut! 

Wetterwendisch

Unter den Stichworten sprunghaft, widersprüchlich, instabil entwickelte die KI dieses Bild.

Wollte man die Lage mit einem Wort beschreiben, dann fasst es die Headline dieses Beitrags sehr gut. Unter woxikon.de werden als Synonyme sprunghaft, opportunistisch, wankelmütig, widersprüchlich und instabil aufgezählt. Das trifft es sehr gut im Allgemeinen wie im Besonderen. Nicht nur das Wetter ist in diesem Sommer bis jetzt noch wendisch (dem aktuellen Klimabericht des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zufolge war der Juni der wärmste in Westeuropa seit Beginn der Aufzeichnungen!), der amerikanische Präsident Donald Trump hält die Welt mit immer neuen Volten in Atem. Damit schafft er mehr Probleme, als sie zu lösen. Nun kann die Ukraine wieder auf neue Waffenlieferungen hoffen, um sich gegen die nächtlichen Drohnen- und Raketenangriffe zu verteidigen, die Putin gnadenlos abfeuern lässt. Wenn die Ukraine diesem Terror aus der Luft nicht mehr standhält, werden Millionen Menschen ihre Heimat gen Westen verlassen. 

Ist es vor diesem Hintergrund sinnvoll, eine Wiederaufbaukonferenz für das geschundene Land abzuhalten wie jetzt in Rom? Solange es keinen Plan zur Beendigung des Ukrainekriegs gibt, machen solche Zusammenkünfte den zweiten Schritt vor dem ersten. Ohne Gebietsabtretungen wird es kein Ende dieses Konflikts geben, was nichts anderes bedeutet, als den russischen Angriffskrieg im Ergebnis zu akzeptieren. Der neue Status Quo, notierte ich kürzlich, muss dann aber von den USA, China, Indien, der EU und der NATO garantiert werden. Diese Allianz hätte alle Möglichkeiten, genug Druck auf den russischen Zaren Putin auszuüben. Diese Aussicht mag bedrückend erscheinen, aber ein widerspruchsfreies Leben ist nicht zu haben. Wenn wir ins Ballett gehen oder eine Ausstellung besuchen, geht mir immer wieder durch den Kopf: Wir leben unser normales Leben, und die Menschen im Sudan, in der Ukraine und im Gazastreifen fürchten täglich ums Überleben. Wer sich die ganzen Krisen dauernd vor Augen hält, bringt sich um den Verstand. 

Sinn im Ungewollten – „Genbeschleuniger“ (1992) von Wilfried Schwerin von Krosigk

Das wollen wir nicht und sind vom Gastspiel “Figures in Extinction” des Nederlands Dans Theater in der Deutschen Oper beeindruckt, zumindest tänzerisch. In immer neuen Bildern erinnert die international besetzte Company an ausgestorbene Arten – die Liste ist erschreckend lang und wird täglich länger. Findet die Extinction Rebellion jetzt nur noch ästhetisch statt? Von Protesten gegen die Klimapolitik ist derzeit kaum noch etwas zu hören. Die neue Bundesregierung und die EU haben das brennende Thema in die Zukunft geschoben – das wird uns noch teuer zu stehen kommen. Damit beschäftigt sich der Künstler Wilfried Schwerin von Krosigk (noch) nicht. In der Ausstellung “New York – Berlin” in der Galerie Z22 sind Arbeiten von ihm aus den 1980er Jahren und neue Werke zu sehen. Ihn interessieren “Suchbewegungen, deren Sinn sich im Ungewollten enthüllt – dort, wo sich das Überraschende und Rätselhafte entfalten kann.” Das ist nicht weniger bedroht als die Arten. 

Das Glück der Analogie

Blick auf den Hamburger Hafen. © Karl Grünkopf

“Loben. Immer nur loben”, sagte unser Klassenlehrer in der Mittelstufe gerne mit feiner Ironie. Die Reise nach Hamburg mit der Deutschen Bahn am letzten Wochenende verlief ohne Störungen, sieht man einmal davon ab, dass der Lokführer auf der Rückfahrt den Halt am Bahnhof Wittenberge nicht mehr auf dem Schirm hatte und einfach durchfuhr. Schnell und unkompliziert löste man das Problem und hielt außerplanmäßig im nächsten Ort. Die Tage in Hamburg vergingen wie im Fluge. Wie schon vor zehn Jahren feierte ein Vetter einen sog. runden Geburtstag auf dem Museumsschiff Rickmer Rickmers. Am Vormittag wollte ich ein paar Flaschen Wasser kaufen und bemerkte im Geschäft: mein Handy ist weg! Zum Glück hatte ich noch Bargeld und ging zurück ins Hotel, immer wieder den ganzen Weg rekonstruierend. Plötzlich war ich auf mich selbst geworfen, plötzlich war ich nicht mehr vernetzt und wieder in der Welt von gestern.  

Zum Glück fand sich das Handy bei Verwandten, abends war ich wieder online. Dennoch möchte ich die analogen Stunden im Hotel mit Blick auf den Hafen nicht missen. Ich war plötzlich offline und konnte niemanden erreichen, da ich nicht einmal die Mobilnummer meiner Frau kenne. Die zumindest habe ich mir jetzt notiert. Das würde bei einem Netzausfall oder Abschaltung des Internets wie zuletzt im Iran aber auch nicht helfen. Es schadet nicht, sich dann und wann zu vergegenwärtigen, wie anfällig unser Leben in der totalen Digitalisierung ist – ohne das Internet geht gar nichts mehr. Gleichwohl rät der Astrophysiker und Journalist Harald Lesch zum “analogen Widerstand” gegen eine digitale Informationsüberflutung. “Seien Sie nicht den ganzen Tag online, sondern definieren Sie Informationsmahlzeiten, in denen Sie Nachrichten aufnehmen”, empfahl er kürzlich und plädiert für persönliche Kommunikation. “Nutzen Sie die alte Technik des Gesprächs; es ist die größte Missverständnis-Vernichtungsmaschinerie, die man kennt.” Ohne Handy versteht sich. 

Bahnkunden würden sich indes über “Informationsmahlzeiten” freuen, wenn Züge vom Frankfurter Hauptbahnhof nicht abfahren können, weil der Streckenabschnitt nach Hanau nicht freigegeben wird – warum, weiß selbst das Leitungspersonal nicht. Bei der ersten Hitzewelle in diesem Jahr wurden Reisen mit der Deutschen Bahn wieder einmal zum Glücksspiel. Mal brannte eine Böschung, mal wurden Züge gestrichen, mal kam das sanierungsbedürftige Netz an seine Grenzen. Die Leistungen (Pünktlichkeit) des Staatskonzerns werden immer schlechter – trotzdem sollen die Preise im Herbst um 10% steigen und Familien für Reservierungen spürbar mehr zahlen. Der neue Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kündigt für den Spätsommer wieder einmal eine Reform des Unternehmens an. Womöglich muss der amtierende Bahnchef Richard Lutz seinen Hut nehmen. Die Fehler der vergangenen Jahrzehnte spürt der Podcast “Teurer Fahren” auf. Man wollte das Unternehmen an die Börse bringen, verkaufte, was nicht niet- und nagelfest war, und “sparte” sich Investitionen in den Bestand. Was das bedeutet, können die DB-Kunden täglich erfahren. Gute Reise! 

Unser Haus

Lichtprojektion zur Erinnerung an die Verhüllung des Reichstags 1994. © Rolf Hiller

Die Aktion fiel in der Kritik durch. Trotzdem schwingen wir uns auf die Räder und fahren zum Reichstagsgebäude, das vor dreißig Jahren von Christo & Jeanne Claude verpackt wurde. Jahrelang hatten die beiden Künstler um dieses Projekt kämpfen müssen. Am 25.02.1994 stimmten 53% der Bundestagsabgeordneten für die Verhüllung des Reichstags – Kanzler Helmut Kohl und der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Schäuble (beide CDU) waren dagegen. Aber ihre Parteikollegin und Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth konnte genug Konservative für das sagenhafte Unterfangen gewinnen – zum Glück. Fünf Millionen Menschen erlebten damals die Magie des hinter Polyproylen verschwundenen Reichstags, und viele schwärmen noch heute davon. Leider habe ich nie ein Projekt von Christo & Jeanne Claude erlebt; bei ihrer letzten Aktion in Paris 2021 war ich zumindest per Live-Stream dabei. Und von dem Zauber der Reichstagsverhüllung 1994 bekommt man durch die riesige Lichtprojektion zumindest eine Ahnung. Dabei fällt mir plötzlich ein, dass Demonstranten am 29. August 2020 versucht hatten, das Reichstagsgebäude zu stürmen.   

Die Gegner der Demokratie sind seitdem nicht weniger geworden, im Gegenteil. Um so wichtiger, dass unsere Demokratie den Feinden dieser Regierungsform nicht in die Hände spielt. Die Affäre um den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn um das dubiose Procedere bei der Beschaffung von Masken hat wieder einmal das Zeug dazu. War der Titel seines Buches “Wir werden einander viel verzeihen müssen” unwissentlich-wissend, um eine schöne Formulierung Arthur Schnitzlers aufzunehmen, auch darauf gemünzt? Dem Steuerzahler drohen durch Jens Spahns abenteuerliche Beschaffung von Masken um jeden Preis Kosten in Milliardenhöhe. Der jetzige Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion gedenkt, diesen Skandal bräsig auszusitzen. Eine eingesetzte Enquete-Kommission des Bundestags zur Klärung des Skandals dürfte Monate, wenn nicht Jahre brauchen, um ihr Ergebnis vorzulegen. Warum wird ein bereits vorliegender Sonderbericht nicht vollständig veröffentlicht? Teile davon kursieren bereits mit Schwärzungen. 

Die Causa Spahn belastet nicht nur diesen allzu wendigen Politiker, sie belastet unsere Demokratie insgesamt. Die viel zitierten ‘Menschen draußen im Lande’ wollen ernst genommen werden. Man kann ihnen mit guten Gründen erklären, warum die Aussetzung der Schuldenbremse notwendig ist. Nicht aber, warum die Strukturreformen bei Rente & Krankenversicherung nicht angepackt werden, warum Vermögen nicht fair besteuert werden, warum Weltkonzerne ihre Gewinne nach Belieben verschieben können. Am Wochenende hält die SPD ihren Bundesparteitag in Berlin ab – “Veränderung beginnt mit uns”, so das Motto. Sicher wird Lars Klingbeil wieder zum Vorsitzenden gewählt, obwohl er für den Wahlkampf und das schlechteste Ergebnis seiner Partei bei einer Bundestagswahl (16,4%) mit verantwortlich ist. Statt Saskia Esken tritt dieses Mal die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas als Co-Vorsitzende an. Derzeit steht die Traditionspartei in den Umfragen bei 15% (ARD-DeutschlandTREND Juni). Welche Veränderung beginnt denn mit der SPD? Das dürften sich nicht nur die Genossen & Genossinnen fragen. 

Drecksarbeit

Der Circus Roncalli entführt das Publikum in eine andere Welt. © Rolf Hiller

Nicht zu heiß, trocken, und es weht ein laues Lüftchen. Ideale Voraussetzungen für das Sommerfest eines großen Konzertveranstalters in Berlin. Man sieht sich, man trifft sich, man amüsiert sich und plaudert. Diese Leichtigkeit muss sein. Und gerade in solchen Momenten können wir uns das Leben der Menschen in Kiew genauso wenig vorstellen wie einen Ernstfall in Deutschland. Sind wir gerüstet für einen tagelangen Stromausfall, wenn nichts mehr funktioniert? Trotzdem sorgen wir nicht vor und leben wider besseres Wissen. Das ist menschlich allzu menschlich und fatal zugleich. Irgendwann könnte sich diese Sorglosigkeit bitter rächen, irgendwann macht niemand mehr die Drecksarbeit für uns. Ganz undiplomatisch hat Kanzler Friedrich Merz den Lifestyle der Menschen auf den Begriff gebracht, die auf der sunny side of the street unterwegs sind. Ignoranz als Prinzip taugt indes nicht, wenn fanatische Ideologen wie Putin oder der iranische Ayatollah Ali Khamenei die Macht haben. 

Taugen Vereinbarungen mit diesen Despoten? Dass man sich gegen einen Angriffskrieg verteidigen darf, regelt das Völkerrecht. Darf man ein Land angreifen, dessen Staatsdoktrin die Vernichtung des Angreifers festlegt. “Das erste Ziel der Mullahs in Teheran ist”, erinnert die “Welt am Sonntag, “die Auslöschung des Staates Israel. Ajatollah Chamenei hat Israel als ‚Krebsgeschwür‘ bezeichnet. Und auf Uhren in Teherans Straßen werden Countdowns bis zur ‚Zerstörung Israels‘ zelebriert. Israel aber ist nur das erste Ziel. Sobald Israel fällt, stehen Europa und Amerika im Fokus.” (15.06.25) Gibt es angesichts einer solchen Bedrohung das Recht auf eine pro-aktive Verteidigung? Völkerrechtlich sicher nicht, moralisch aber allemal. Dennoch bleibt die allenthalben gestellte Frage nach dem Ziel der Angriffe auf die iranischen Atomanlagen. Eine Destabilisierung der Lage in Vorderasien in einem Land mit 90 Millionen Einwohnern könnte fatale Folgen haben – nicht nur für Israel.  

Einen Tag später sind wir beim Circus Roncalli, der wieder einmal in Frankfurt gastiert, und werden in eine andere Welt entführt, wenigstens für ein paar Stunden. Das Publikum lässt sich dankbar von den Clowns animieren und geht begeistert mit. Die Artist:innen riskieren in jeder Show Kopf und Kragen. Jedes Mal bin ich beeindruckt, dass Menschen Tag für Tag aus freien Stücken ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen. Nach den unbeschwert heiteren und leichten Stunden beim Circus Roncalli versteht man die Realität um so weniger. Die TAZ bringt es schlüssig auf den Punkt: „Mit dem Wort ‚Drecksarbeit‘ schnurrt das Dilemma, in dem sich die deutsche Nahostpolitik befindet, zu einem Wort zusammen. Ja, man will Israel gegen eine mögliche nukleare Bedrohung unterstützen. Ja, das iranische Regime ist eine Terrorherrschaft. Und trotzdem bleiben die Bombardierungen völkerrechtswidrig. Es wäre zu wünschen, dass die Debatte über den Umgang mit Iran nun so klar bliebe. Als Nächstes sollte Merz dann erklären, warum die Sanktionen gegen das Regime nicht durchgesetzt und die Revolutionsgarden nicht als Terrororganisation gelistet werden, aber noch bis Kriegsausbruch in den Iran abgeschoben wurde.” (20.06.25) Politik ist ein schmutziges Geschäft. 

2043

Der sog. Erdbeermond geht auf. © Karl Grümkopf

Nach einem spektakulären Sonnenuntergang, wie man ihn so oft auf Hiddensee erleben kann, ziehen wir von der Steilküste weiter zu einem Aussichtspunkt mit einem grandiosen Blick über die ganze Insel und warten mit ein paar anderen Mondsüchtigen. Gegen 23 Uhr beginnt ein Naturschauspiel, wie man es erst wieder in achtzehn Jahren erleben kann. Ganz langsam taucht der Mond über Rügen auf. “Der Vollmond im Juni”, klärt die Tagesschau (11.06.25) auf, “wird auch ‘Erdbeermond’ genannt. Dieser kann besonders groß und rot erscheinen. Doch hat sein Name etwas mit der Farbe zu tun? Nein. Der Begriff stammt von den Algonquin, einem indigenen Volk Nordamerikas, das – so wie wir – im Juni Erdbeeren erntet. Die Umlaufbahn des Mondes liegt derzeit im etwa 18,6 Jahre dauernden Zyklus der sogenannten Knotendrehung besonders tief. Dieses seltene Zusammenspiel wird erst 2043 wieder auftreten.” Wir haben nicht den Eindruck, einen ‘größeren’ Mond zu sehen, sind aber trotzdem tief beeindruckt. 

Da fällt mir das bekannte Abendlied von Matthias Claudius ein, das ich als Kind zuletzt gesungen habe. “Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.” Schlichte Zeilen voller Schönheit. In Momenten wie diesen wird der allherrschende Wahnsinn in der Welt um so unbegreiflicher. Natürlich haben SPD-Linke wie Ralf Stegner mit ihrem sog. Manifest recht, dass es reiner Wahnsinn ist, die Ukraine zu zerstören, um sie dann irgendwann wieder aufzubauen. Laut Statista betrugen die weltweiten Rüstungsausgaben 2024 2.718 Milliarden US-Dollar, fast doppelt so viel wie 2005! Ein Ende des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine könnte meines Erachtens so aussehen. Die Ukraine muss auf Gebiete und auf eine Mitgliedschaft in der NATO verzichten. Der neue Status Quo muss dann aber von den USA, China, Indien, der EU und der NATO garantiert werden. Diese Allianz hätte alle Möglichkeiten, genug Druck auf den russischen Zaren Putin auszuüben. 

Der letzte Tag auf der Insel beginnt. Die Sonne scheint, der Wind weht (noch) mäßig; man hört nur die Vögel. Welch eine friedliche Idylle. „Der erste Eindruck, den man von Hiddensee empfing, war der von Weltabgeschiedenheit und Verlassenheit. Das gab ihm den grandiosen und furchtbaren Ernst unberührter Natur.“ (Gerhart Hauptmann) Diese Weltabgeschiedenheit eignet der Insel noch immer, selbst wenn man hier online jederzeit dabei sein kann. Die Nachrichten melden einen Angriff Israels auf den Iran, und am Wochenende werden die Bewohner:innen Mallorcas wieder demonstrieren – sie können sich ein Leben in ihrer Heimat nicht mehr leisten. Der Verkäuferin einer Boutique in Soller wurde die Wohnung gekündigt, 1.500 Euro für eine neue kann sie nicht aufbringen. “Ich bin Kiosk”, gibt die Inhaberin auf Hiddensee schroff zurück, wenn die Touris Auskünfte von ihr erbitten. Wehren sich jetzt auch die Menschen hier gegen die Zumutungen & Folgen des Tourismus? Schön wär’s. 
 

Keine Idylle nirgends

Rückbesinnung ist wichtiger denn je. © Gitti Grünkopf

Noch vor sechs Uhr morgens höre ich das Geräusch eines Flugzeugs über Hiddensee. Das kommt auf der Insel höchst selten vor und gemahnt um so mehr an den Krieg in der Ukraine. Bis nach Kiew, wo es in der Nacht wieder heftige russische Bomben- und Drohnenangriffe gab, sind es ungefähr 1.550 km – Rom ist weiter entfernt. In der Idylle vergessen wir schnell, welche Gefahren auf dem Grund der Ostsee lauern. Dort lagern der KI zu Folge nach aktuellen Schätzungen etwa 300.000 Tonnen konventionelle Munition (wie Bomben, Minen und Granaten) sowie zusätzlich bis zu 5.000 Tonnen chemische Kampfstoffe. Diese Altlasten stammen überwiegend aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und wurden nach Kriegsende gezielt im Meer versenkt. Am 6. Juni 1944 begann die Landung der Alliierten in der Normandie; der D-Day läutete das Ende der Nazidiktatur in Deutschland ein. 

Heute vor 150 Jahren wurde Thomas Mann geboren, ein konservativer Schriftsteller aus großbürgerlichen Verhältnissen, der sich schon 1930 (“Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft”) gegen den Nationalsozialismus positionierte und dann erst in die Schweiz und später in die Vereinigten Staaten emigrierte. Davon war er 1924 noch weit entfernt, als er Hiddensee auf Einladung Gerhart Hauptmanns besuchte; die beiden Dichterfürsten wohnten mit ihren Familien in der Pension “Haus am Meer”. Der “König von Hiddensee” (Katia Mann) ist aber unbestritten Hauptmann; und deshalb suchten sich die Manns ein anderes Sommerquartier auf der Kurischen Nehrung in Litauen. Gegen den “König”, der auf einem roten Teppich von Bord des Schiffes schritt, sich eigens Wein aus Baden schicken ließ und später ein Haus auf der Insel erwarb, kam Thomas Mann einfach nicht an. Er erwies Hauptmann in der Figur des wein- und schnapsseligen Mynheer Peeperkorn im “Zauberberg” eine wunderbar ironische Referenz.  

Weniger als 200 km sind es von Hiddensee nach Polen, wo am 1. Juni der formal parteilose und den Rechtspopulisten nahestehende Kandidat Karol Nawrocki mit 300.000 Stimmen Vorsprung gegen Rafał Trzaskowski die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen hat. Dieses Ergebnis nahmen Christoph Bartmann und Berthold Franke, die beide für das Goethe-Institut in Polen gearbeitet haben, zum Anlass, eine Sonderfolge ihres Podcasts die2@die2plus.de unter dem Titel “POLEN VORHER/NACHHER” zu veröffentlichen, die ich unbedingt empfehle. Die beiden analysieren kundig die neue Lage, die Auswirkungen auf ganz Europa und Deutschland insbesondere (Reparationszahlungen) haben wird. Rückbesinnung ist in Zeiten wie diesen wichtiger denn je. In der voll besetzten Inselkirche von Kloster erlebten wir ein schönes Konzert von Gabriele Kienast (Violine) und ihrem Vater Eberhard Kienast an der Orgel. Mit einer überraschenden Zugabe entlassen sie das freudig klatschende Publikum in den milden Abend. Sie spielen “Bésame mucho” von der mexikanischen Komponistin Consuelo Velázquez; diesen Welthit komponierte sie mit neunzehn Jahren. “Küsse mich, küss’ mich ganz feste! Küss’ mich, als wär’s heute Nacht zum allerletzten Mal.” (Wikipedia) Sie selbst hatte es damals noch nicht einmal versucht. 

Aufgaben

Die Bäckerei von Andreas Kasten gibt es nicht mehr. © Rolf Hiller

Von Haus zu Haus dauert die Reise auf unsere Trauminsel neun Stunden. So lange braucht man, um mit dem Zug, dem Schiff und zuletzt mit dem Handwagen das Quartier auf Hiddensee zu erreichen. Die Insel vor Stralsund ist autofrei, nur Rettungsfahrzeuge, ein Inselbus und kleine Transporter sind erlaubt. Bereits auf dem Schiff gibt es die viel ersehnte Entschleunigung. Von Stralsund bis zum Inselhafen Kloster braucht das Schiff zweieinviertel Stunden durch die Fahrrinnen im Bodden, obwohl man Hiddensee vom Festland bei gutem Wetter sehen kann. Nach der Ankunft verladen wir das Gepäck in einen Handwagen und laufen zu unserer Unterkunft. Nur der Wind und die Vögel sind zu hören – wir sind in der Abgeschiedenheit und Ruhe angekommen, nach der wir uns so lange schon gesehnt haben. 

Nichts bleibt, wie es ist, auch nicht auf Hiddensee. Der Frischemarkt unweit des Hafens hat aufgegeben; die Bäckerei Andreas Kasten, eine Inselinstitution, hat geschlossen – für immer. Der Strukturwandel im Einzelhandel verschont auch Hiddensee nicht. Es werden in den nächsten Jahren weitere kleine inhabergeführte Läden schließen. Die Besitzer:innen gehen in Rente oder ihre Geschäftsidee (Postkarten, Andenken und Nippes) hat sich überholt. Längst kann man sich alles, was man braucht, bei Amazon beschaffen, etwa eine spezielle Tastatur. Die Sendung wurde allerdings nicht im Ferienquartier, sondern einfach bei der Häuserverwaltung ausgeliefert. Bei der Nachforschung löste nicht der persönliche Kundenberater von DHL das Problem: die KI klärte am Telefon den Fall. Man konnte sich freundlich mit ihr unterhalten, die künstliche Stimme klang verblüffend menschlich. Schöne, neue, digitale Welt auf einer kleinen Insel in der Ostsee, wo Google Maps jedes Haus kennt und sofort “weiß”, ob und bei wem man das Objekt zu mieten ist. Einen Weg zurück wird es nicht geben. Wer sich der Digitalisierung verschließt, bleibt auf der Strecke, nicht bloß beim Shopping. 

Obwohl die Insel unter Naturschutz steht und Bauen 30% teurer ist, treiben Entwickler gewaltige Immoblienprojekte voran. Der beschaulich-einfache Yachthafen in Vitte steht für 4,7 Millionen Euro zum Verkauf, und in der Heide im Süden wird ein Fünf-Sterne-Hotel gebaut, dem Vernehmen nach ohne Restaurant. Wer soll sich da einquartieren? Einen Golfplatz wird es auf der Insel so wenig geben wie einen eigenen Bootsanleger, von mondänen Luxusgeschäften und -restaurants ganz zu schweigen. Gerüchten zufolge steht hinter dem aberwitzigen Projekt ein börsennotierter und höchst erfolgreicher Dienstleister der Unterhaltungsbranche. Geld genug ist also vorhanden. Um so verwunderlicher, dass das Fünf-Sterne-Hotel aus billigen Baustoffen entsteht. Es wäre nicht die erste Fehlspekulation auf der Insel. Wo einst der legendäre Inselblick von Franz Freitag die Gäste anzog, steht heute ein Prunkvilla mit Fachwerk-Imitat seit Jahren leer. Aktueller Kaufpreis für das Traumhaus: 3,49 Millionen Euro. Nicht alle Spekulationen gehen auf. Zum Glück!