Mit Volldampf in die Katastrophe

Die Titanic bei der Abfahrt aus Southampton am 10. April 1912. © Francis Godolphin Osbourne Stuart

Wer kennt diesen Film nicht? Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen, Regie James Cameron, insgesamt 11 Oscars. “Titanic” zählt zu den erfolgreichsten Kinoproduktionen aller Zeiten. Natürlich kennen wir diesen Film und sind wieder fasziniert; nicht einen Moment ziehen sich die 194 Minuten. Die Titanic war das größte und modernste Schiff zu seiner Zeit, die Jungfernfahrt von Southampton nach New York war ein weltweites Medienspektakel, erst recht der Untergang nach der Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik. 1514 Menschen kamen ums Leben, ein Streichquartett spielte bis zuletzt. War es ein tragisches Unglück oder Fahrlässigkeit? Der Film wirft diese Fragen auf. Die Titanic sollte noch schneller New York erreichen, die Sensation noch größer werden. In der aktuellen Lage kann man die Titanic als Allegorie deuten – wider besseres Wissen können die multiplen Krisen in einer Katastrophe enden. 

Trump gegen den Rest der Welt, das kann und wird wohl nicht gut enden. Disruption in Maßen kann erstarrte Verhältnisse aufbrechen. Disruption als Prinzip ist kontraproduktiv und zerstört politische und wirtschaftliche Beziehungen – zum Schaden aller. Klare Worte findet ein Kommentar der Sylter Rundschau in den morgendlichen Pressestimmen im Deutschlandfunk:  “Die gegen 183 Staaten verhängten Strafzölle sind der vorläufige Höhepunkt einer Politik, die jedes Gefühl für Maß und Mitte vermissen lässt. US-Präsident Donald Trump glaubt tatsächlich, sich mit der ganzen Welt anlegen zu können, ohne dass die amerikanische Wirtschaft und Gesellschaft Blessuren davontragen werden. Das ist nicht nur naiv, das ist größenwahnsinnig. Der von Trump ausgerufene ‚Liberation Day‘ ist kein Tag der Befreiung. Er wird sich vielmehr als Belastung für die USA erweisen. Denn er markiert nicht nur den Bruch mit der regelbasierten Ordnung des Welthandels und lässt Partner auf Distanz gehen.” (04.04.25) Einige mutige Bundesrichter stellen sich gegen die brachiale Zerstörung von Institutionen, die Demokraten haben sich noch immer nicht vom Schock der Niederlage bei der letzten Präsidentschaftswahl erholt, und in seiner eigenen Partei regt sich (noch) kein Widerstand gegen Trumps Destruktivismus. 

Die Börsen reagieren unmissverständlich auf Trumps Furor: der Dow-Jones und der Nasdaq mit vielen Technologietiteln verzeichnen die größten Verluste seit der Corona-Pandemie 2020. Weltweit werden die Börsen von diesem Abwärtstrend mitgerissen. Und was sagt der Geschäftsmann Donald Trump dazu allen Ernstes? “Ich denke, es läuft sehr gut.” Die EU, der größte Binnenmarkt der Welt, hat keine guten Karten. Politisch und wirtschaftlich ist sie keine Einheit, militärisch und technologisch von den USA abhängig. Eine starke deutsche Regierung würde dringend gebraucht, allein die Koalitionsverhandlungen zwischen der Union und der SPD verheißen nichts Gutes. Ein “Irgendwie weiter so” droht, der Kanzler in spe Friedrich Merz hat bis jetzt keine Führungsqualitäten erkennen lassen, die CDU/CSU steht im aktuellen ARD DeutschlandTrend bei 26%, die AfD bei 24% und die SPD bei 16%. Nichts läuft sehr gut im Moment. Gar nichts! 

Die Gleichgültigkeit des Universums

MELENCOLIA im Haus der Berliner Festspiele als Herausforderung. © Anja Köhler

“Wie hältst Du Dich in all dem Wahn wacker?”, fragte mich kürzlich ein Freund. Meine Antwort: News reduce ist meine Methode, um dem allherrschenden Wahn zu trotzen. Morgens Nachrichten & Presse, dann Business und abends News – kein TV, keine Talk Shows und erst recht kein Social Media. Niemand kann die immer neuen Krisen auf der Welt noch verkraften. “Ich habe keine Lust mehr, auf die unsägliche Weltpolitik zu schauen”, schreibt Heidi Zehentner in “Speakers’ Corner” in der aktuellen Ausgabe von FRIZZ Das Magazin für Frankfurt & Vordertaunus. Das hört man derzeit häufiger, von durchaus politisch interessierten Menschen. Nicht Eskapismus bestimmt ihre Entscheidung, viele können die multiplen Krisen nicht mehr verkraften und besinnen sich auf ihr Leben und ihre persönlichen Probleme. Sie klinken sich immer wieder aus, um neue Kraft zu schöpfen. Deshalb sind Kurse, Ratgeber und Seminare zum Thema Achtsamkeit derzeit gefragt wie selten. 

Trotzdem gehen wir in “Eine Show gegen die Gleichgültigkeit des Universums”, mit der das Festival MaerzMusik 2025 im ausverkauften Haus der Berliner Festspiele eröffnet wird. Der Aufwand ist gewaltig, der Anspruch ebenso. Unter der Leitung der Komponistin Brigitta Muntendorf und des Regisseurs Moritz Ernst Lobeck begibt sich MELENCOLIA, inspiriert von einem Kupferstich von Albrecht Dürer, “in sieben Tableaus auf die Suche nach dem befreienden melancholic mood” (Programm-Flyer). Mit von der Partie sind das Frankfurter Ensemble Modern, Mitglieder des Apollo Chors der Staatsoper Unter den Linden, digitale Gäste und KI-Stimmklone. Der Text im Flyer verspricht viel, was die Inszenierung keineswegs einzulösen vermag: “’MELENCOLIA’ überschreitet das vordergründig Spektakuläre, um das Publikum zur Selbstreflexion anzuregen – und nicht weniger als die Gleichgültigkeit des Universums herauszufordern.” Wow! Nach der Premiere gibt es herzlichen Applaus – womöglich doch nur für das vordergründig Spektakuläre. Das Universum bleibt davon bestimmt unberührt. 

Den “melancholic mood” kennen die Kunden der Deutschen Bahn nur zu gut, aber nicht als Befreiung, im Gegenteil. Kurz vor dem Ziel- und Endbahnhof Frankfurt gibt es wieder einmal eine Weichenstörung. Der ICE muss über Aschaffenburg umgeleitet werden; am Ende haben wir 188 Minuten (!) Verspätung. Dass notwendige Investitionen des Staatskonzerns in die Infrastruktur seit Jahrzehnten unterlassen wurden, rächt sich jetzt bitter – und wird um so teurer. “Statt um jeden Preis die Bahn in die Profitabilität zu treiben”, mahnt die TAZ wieder einmal an, “sollte die kommende Regierung klar und deutlich anerkennen, dass die Bahn ein elementarer Teil der Daseinsvorsorge ist, den sich die Gesellschaft bewusst leistet.“ (28.03.25) Auf der Rückfahrt muss der Sprinter kurz vor Erfurt anhalten. Ein nachts überfahrener Bieber liege auf dem Gleis, informiert uns der Zugchef, um dann gleich noch einen draufzulegen. Der Bieber sei wieder auferstanden und würde nun von einem Jäger verfolgt. Weiter geht’s nach dieser amüsanten Einlage. Es gibt Fahrten, die man nie vergisst. 

Brückenbauer gesucht

Szene aus dem Film „Mit der Faust in die Welt schlagen“: Tobias (Anton Franke) wird in der Toilette gedemütigt. © Across Nations Filmverleih

Das Interesse ist groß, die Premiere im Berliner Delphi-Palast restlos ausverkauft. Bereits bei der Berlinale hatte “Mit der Faust in die Welt schlagen” (Kinostart (03.04.25), das Spielfilmdebüt der Regisseurin Constanze Klaue, beachtlichen Zuspruch. Frei nach dem erfolgreichen Roman von Lukas Rietzschel wird die Geschichte zweier Brüder erzählt, die in der Nachwendezeit in einem Dorf in der Oberlausitz aufwachsen. Die Zeiten sind schwierig, die Eltern überfordert, die Lage im neuen Haus ist oft eng und bedrückend. Philipp und Tobias erleben den Niedergang ihrer Familie und suchen Halt in einer lokalen Neonazigang. Nur einer von ihnen schafft schließlich den Absprung aus diesem sozialen Umfeld und geht in die Stadt. Der filmischen Adaption fehlen Rhythmus und Timing. Anfangs erlebt man einen biederen Fernsehfilm, viele Figuren, ihre Handlungen und Motive bleiben unscharf. 

Im spannenden Panel nach dem Film erzählt die Regisseurin, dass sie in dem Roman ihre eigene Geschichte entdeckte; sie hat sie gewissermaßen miterzählt. Vielleicht wollte sie zu viel und erreichte deshalb zu wenig. Der Autor Lukas Rietzschel hat mit ihrer Version keine Schwierigkeiten und sieht wie die anderen Gesprächsteilnehmer:innen, dass die deutsche Einheit noch immer nicht vollendet ist. Während Westdeutsche – darauf wies der Soziologe Steffen Mau hin – keine Unterschiede mehr zu Ostdeutschen ausmachen, werden die Differenzen dort nach wie vor empfunden, gerade von jungen Leuten. Die gleichen öden Einfamilienhaus-Siedlungen mit Carport vor der Tür hier wie dort können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die traumatischen Erfahrungen nach der deutschen Einheit (Ende vieler Erwerbsbiographien, Abwicklung vieler Unternehmen durch die Treuhand, Besetzung der Führungspositionen durch westdeutsche Eliten) weiter nachwirken. Geld heilt nicht alle Wunden. 

Lilly Blaudszun bestätigt, dass für junge Menschen in Ostdeutschland ihre Herkunft von großer Bedeutung ist. In ihrem Podcast OKF – Ortskontrollfahrt beschäftigt sie sich gemeinsam mit Jakob Springfeld mit der Frage: “Wie ist es wirklich, heute im Osten aufzuwachsen”. Angesichts der beschlossenen Änderungen bei der Schuldenbremse, dürfte sich das immer wieder aufgeworfene Problem nach der Generationengerechtigkeit indes im ganzen Land stellen. Dass es keine Alternative dazu gibt, verdeutlicht die akut notwendige Sperrung der stark befahrenen Ringbahnbrücke der A 100 in Berlin, über die der Verkehr nach Norden fließt. In den 60er Jahren erbaut und für deutlich weniger PKW und kleinere LKW geplant, zeigt diese Schließung exemplarisch, was die jahrelange Verschleppung von Investitionen in die Infrastruktur konkret bedeutet. Allein in der Hauptstadt müssen 50 der insgesamt 2.000 Brücken schnellstens saniert werden; bundesweit sind es – je nach Quelle – bis zu 11.000. Beste Zeiten für Bauingenieure. Fachkräfte sind derzeit (noch) sehr gefragt. 

Es ist etwas faul im Staate

Vor der 403. Aufführung des Berliner Hamlet versuchen Optimisten, doch noch ein Ticket zu bekommen. © Rolf Hiller

Die Tix sind höchst begehrt und im Vorverkauf innerhalb kürzester Frist ausverkauft. Nicht von Top-Acts im Pop ist die Rede, sondern von einem Theaterstück von William Shakespeare, das Anfang des 17. Jahrhunderts erstmals im Globe Theatre in London gespielt wurde. Wir sind zur 403. Aufführung in der Berliner schaubühne eingeladen. Die Premiere fand am 17.09.2008 statt, und seitdem steht der Hamlet mit Lars Eidinger in seiner Paraderolle auf dem Spielplan. Über 150.000 Besucher:innen haben die Inszenierung von Thomas Ostermeier inzwischen besucht, manche bestimmt schon mehrmals. Auch wir haben den Hamlet vor Jahren bereits einmal erlebt und folgen auch jetzt wieder gebannt der turbulenten Inszenierung, die weder Trash noch Klamauk scheut. Eidinger verausgabt sich in knapp drei Stunden völlig, bleibt aber stets Herr des Geschehens und geht immer wieder spontan auf sein Publikum zu 

Die leisen Töne kommen bei diesem Überwältigungstheater etwas zu kurz. Hamlet ist ja nicht nur ein durchgeknallter Exzentriker, sondern ein verzweifelter Melancholiker. Den berühmten Satz “Es ist etwas faul im Staate (Dänemark)” haben wir gar nicht gehört, dabei passt er doch trefflich zur aktuellen Lage, vor allem in Berlin, wo CDU/CSU erst langsam begreifen, dass der Sieg bei der letzten Bundestagswahl allein nicht viel taugt. Der Söder Markus trat beim politischen Aschermittwoch auf primitive Weise gegen Robert Habeck nach; und der wahrscheinlich nächste Kanzler Friedrich Merz, dem es an politischem Instinkt mangelt, zahlt jeden Tag Lehrgeld. “Merz’ Ungeschicklichkeiten häufen sich”, hält der Tagespiegel fest. “Das kann einem Sorgen machen. Will da einer Kanzler werden, der es gar nicht kann?“ (12.03.25) 

Wenn die Zeichen nicht trügen, haben sich die Parteien der Mitte jetzt darauf geeinigt, die Schuldenbremse im Grundgesetz zu ändern. Die Grünen haben durchgesetzt, dass neue Schulden auch für Klimaschutz neben Infrastruktur und Verteidigung aufgenommen werden sollen. Die Wahlversprechen der Union sind damit wohl vom Tisch, also keine höhere Pendlerpauschale, keine höhere Mütterrente oder ein geringerer Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie. Nun muss bekanntlich das Grundgesetz geändert werden, wogegen sich CDU/CSU vor ihrem Wahlsieg mit Händen und Füßen gewehrt haben. Das hat einen bitteren Beigeschmack. Es muss sein, aber es hätte früher geschehen können – und müssen. Sei’s drum. Die nächsten Probleme sind schon da. Nächste Woche hat ver.di neue Streiks angekündigt, BMW verzeichnet einen massiven Einbruch bei Gewinn und Umsatz. Weltweit nehmen die Krisen & Probleme zu, nicht zuletzt durch Trumps erratische Politik. Der Kanzler in spe Friedrich Merz – er wäre bei Amtsantritt der zweitälteste nach Konrad Adenauer – hat keine Zeit mehr, Fehler zu machen. Glückauf! 

Great Television

Weniger ist mehr. © Patrick Schwarz auf Pixabay

Wie lange kann man Politik als Reality TV machen? Jeden Tag eine Schlagzeile provozieren, Dekrete raushauen, Deals verkünden und sich zur Not auf die eigene Vergesslichkeit berufen. Der amerikanische Präsident Donald Trump scheint so seinen Job zu begreifen und scheut keine noch so geschmacklose Inszenierung. Die öffentliche Demütigung seines ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj, der vor drei Jahren in Amerika noch als Held bejubelt wurde, vor laufenden Kameras im Weißen Haus sei inszeniert gewesen, behaupten nicht wenige Beobachter und Experten. Man sollte Trump, der in Amerika durch die Reality Show “The Apprentice” bekannt wurde, alles zutrauen. “In wöchentlichen Folgen wurden zwei Teams mit einer Aufgabe betraut, deren Ergebnisse zum Schluss verglichen wurden. Ein Mitglied des verlierenden Teams wurde dann üblicherweise mit dem in den USA geflügelten Wort ‘You’re fired!’ (Du bist gefeuert!) aus dem Team entlassen und nach Hause geschickt.” (Wikipedia) 

Die ersten 14 Staffeln moderierte Donald Trump, und diese Spielregeln prägen nun sein Verständnis von Politik. Ziel seiner Deals ist immer zu gewinnen, koste es, was es wolle. Wer mit dem Gedanken spielt, Grönland zu besetzen, um dort die Rohstoffe auszubeuten, für den sind Verträge null und nichtig; immerhin gehört Grönland zum Königreich Dänemark. Die Disruptionen der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik sind für good old Europe ein Schock, können sich aber auch als Vorteil erweisen. Denn Europa hat im globalen Wettbewerb nur eine Chance, wenn es endlich zu einem einigen Europa wird – mit einer Regierung und einem Wirtschafts- und Sozialsystem. Das sind derzeit noch Visionen, aber die Dinge ändern sich gerade rasend schnell. Der wahrscheinlich nächste Kanzler Friedrich Merz hat seine Wahlversprechen zurückgenommen; nun sollen die Schuldenbremse ausgesetzt und Militärausgaben davon ausgenommen werden. Das scheint die Wähler:innen nicht anzufechten – der aktuelle ARD-DeutschlandTrend entspricht fast exakt dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl. 

Herkulesaufgaben liegen nicht nur vor dem Kanzler in spe, Europa muss sich von Amerika und von China technologisch emanzipieren. Die Tech-Oligarchen aus dem Silicon Valley beherrschen (noch) das Internet und die Zukunftstechnologien. Wer kontrolliert etwa GPS, wer hat im Cloud Computing die Nase vorn, wer bei der KI? Beunruhigende Fragen für alle Menschen in Europa. Vielleicht wird Trumps MAGA-Politik einst als Weckruf für Europa gefeiert, vielleicht findet die EU wieder mit den Briten zusammen. Die Börsen reagieren wie erwartet negativ auf Trumps Strafzölle, die er nach Lust & Laune erhebt, und der Klimawandel schert sich erst recht nicht um seine Leugner. Schon lange schaue ich nur noch höchst selten analoges Fernsehen und Talk Shows erst recht nicht. Auf Great Television à la Trump und Social Media verzichte ich gern. Digital Detox hilft immer. 

Klein und groß

Der Rahmenbau, das Wahrzeichen der documenta 6, in Kassel. © Rolf Hiller

Kurz nach 16 Uhr verlassen wir das Wahllokal am letzten Sonntag; es ist kaum etwas los. Zu diesem Zeitpunkt, erzählt ein Wahlhelfer freudig, hätten schon 90% der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Der Trend bestätigt sich: die Wahlbeteiligung von 82,5% war die höchste seit der Wiedervereinigung. Gewinner sind die CDU und die AfD, die Parteien der sog. Fortschrittskoalition wurden abgestraft. Obwohl die Grünen vergleichsweise glimpflich davonkamen, hat ihr Spitzenkandidat, der selbsterklärte Bündniskanzler Robert Habeck, die Verantwortung für diese Niederlage übernommen und will kein Amt in der Partei übernehmen. Der Daueroppositionelle in der abgewählten Koalition, Christian Lindner (FDP), wird sich sogar ganz aus der Politik zurückziehen. Das ficht Lars Klingbeil und Saskia Esken nicht an. Statt die Verantwortung für das schlechteste Ergebnis der SPD bei einer Bundestagswahl zu übernehmen, kleben die beiden Parteivorsitzenden an ihren Posten. Klingbeil wird sogar zusätzlich noch den Fraktionsvorsitz übernehmen. 

Das verheißt nichts Gutes für die Koalitionsverhandlungen, die der künftige Bundeskanzler Friedrich Merz bis Ostern abschließen möchte. Während Deutschland in Europa wieder eine Führungsrolle übernehmen soll, verlangt der Söder Markus eine erneute Wahlrechtsreform, Klingbeil Entlastungen für die “arbeitende Mitte” und eine Stabilisierung der Renten; zudem wird die SPD zur möglichen Koalition mit CDU/CSU noch eine Mitgliederbefragung durchführen. Das dürfte kaum zu schaffen sein bis Ostern. In einer solchen Lage braucht es politische Erfahrung und diplomatisches Verhandlungsgeschick. Darüber verfügt Merz nicht; er war noch nie in Regierungsverantwortung und schafft sich jetzt noch selbst Probleme. Seine Einladung an den israelischen Premier Benjamin Netanjahu etwa, der mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, müsste dessen umgehende Verhaftung in Deutschland zur Folge haben. 

Genauso unbedacht war seine Äußerung, in Kassel habe es 2019 keine Solidaritätsbekundungen nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) gegeben. Im Spiegel (27.02.25) äußerte sich seine Witwe empört: “’Nach der Ermordung meines Mannes gab es ein starkes gesellschaftlich breites Bekenntnis zu unserer Demokratie und ihren Werten.’ Tausende Menschen seien auf die Straße gegangen, um sich ‘klar gegen Gewalt, Hass und Hetze sowie eindeutig für Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit’ zu positionieren.’” Mit dabei waren auch zwei Mitarbeiter:innen von FRIZZ Das Magazin für Kassel, die ich abends treffe. Vorher schaue ich mir wieder einmal den Rahmenbau an, das Wahrzeichen der documenta 6. Später sitze ich im Café Nenninger am Friedrichsplatz und lese ein Interview mit Daniel Cohn-Bendit in der Frankfurter Rundschau. Er hat sofort erkannt, welcher Verlust den Grünen droht: “Genau dieses Weiterdenken von Robert Habeck brauchen die Grünen (…) als aktiver Impulsgeber – sowohl in der Partei als auch in der Gesellschaft.” (26.02.25) Fast eine halbe Million Menschen haben schon einen Offenen Brief an Robert Habeck unterzeichnet – “Du bist für viele ein Hoffnungsträger. Und Hoffnungsträger dürfen nicht gehen, wenn sie am meisten gebraucht werden, sondern müssen Führung und Verantwortung übernehmen.” Wie wahr! 

Vergesst den Wettbewerb!

Ohne sie hätte es „The Köln Concept“ nie gegeben: Mala Emde als Vera Brandes. © Wolfgang Ennebach / AlamodeFilm

Same procedure as every year. Die Berlinale ist klasse, der Wettbewerb schwach. Die neue Festivalchefin Tricia Tuttle konnte bei der 75. Ausgabe des Festivals da (noch) keine neuen Impulse setzen. Warum Filme im Wettbewerb laufen, lässt sich oft nicht nachvollziehen. Das mag strategische Gründe der Verleiher haben, zeigt aber wieder einmal, dass die Berlinale zwar das größte Publikumsfestival der Welt ist, Cannes und Venedig aber ein größeres Renommée besitzen. Die stärksten Filme, die wir in diesem Jahr gesehen haben, liefen nicht im Wettbewerb sondern in anderen Sektionen. “Köln 75” etwa erzählt spannend von der ersten bis zur letzten Minute die Geschichte des legendären Köln Concert von Keith Jarrett, das die erst 18-jährige Vera Brandes allen Widrigkeiten zum Trotz durchführte. Längst hat dieses Ereignis einen eigenen Eintrag bei Wikipedia: “The Köln Concert ist die Albumaufnahme des Improvisations-Solokonzertes des Pianisten Keith Jarrett, das in der Kölner Oper am 24. Januar 1975 stattfand. Es ist die meistverkaufte und bekannteste Veröffentlichung von Jarrett, außerdem die meistverkaufte Jazz-Soloplatte und meistverkaufte Klavier-Soloplatte.” 

Im Berlinale Special liefen auch “Das Licht” von Tom Tykwer, das Biopic “A Complete Unknown” über den jungen Bob Dylan (Timothée Chalamet ist für den Oscar nominiert) und “Mickey 17”, der großartige neue Film des koreanischen Regisseurs Bong Joon-ho (“Parasite”). Dieser Mickey ist das 17. Reprint des Helden, dessen Mission es ist, immer wieder zu sterben. Aber in “Niflheim” ist das kein Problem: der 3D-Drucker spuckt problemlos den nächsten Mickey aus. Mit dieser Technologie kann man Menschen beliebig oft reproduzieren. Das wird hoffentlich nie gelingen. 137 Minuten fesselt diese Utopie wahrer Menschlichkeit, die mit einer zutiefst weisen Entscheidung endet. In dieser Sektion lief gleichfalls “Heldin” mit Leonie Benesch in der Hauptrolle. Quasi dokumentarisch schildert Petra Volpe den ganz normalen Wahnsinn einer Schicht auf einer onkologischen Station, die von nur zwei Schwestern eigentlich nicht zu schaffen ist. Erstaunlicherweise lässt sich ein überwiegend junges Publikum genauso auf die 245-minütige Doku “Palliativstation” ein; das Delphi ist nachmittags voll besetzt. 

Man darf gespannt sein, wie die aktuellen Disruptionen in der Welt auf der nächsten Berlinale reflektiert werden. Oder ist das gar nicht mehr möglich, diese Dynamik der Veränderungen in Filmen einzufangen. Trump und seine Tech-Oligarchen verschieben die Machtverhältnisse in Amerika dramatisch zu ihren Gunsten und kündigen die bisherige Weltordnung auf, in deren Windschatten sich Deutschland bestens eingerichtet hatte. Womöglich raufen sich die Europäer nun endlich zusammen, statt sich von den USA und Russland spalten zu lassen. Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer reisen nächste Woche nach Washington. Von der EU-Spitze ist niemand dabei, ebenso wenig der noch amtierende Kanzler Olaf Scholz. Nach der Bundestagswahl am Sonntag geht die Ära Merkel endgültig zu Ende. 

Leben ohne Halt

Der Gamer, gespielt von Julius Gause, in Tom Tykwers Film „Das Licht“, mit der die 75. Berlinale eröffnet wurde. © Frederic+Batier_X_Verleih_AG

Wieder ein Anschlag in Deutschland. Ein 24-jähriger Asylant mit Aufenthaltsrecht ist in München in eine Demonstration der Gewerkschaft ver:di gerast und 37 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt; eine Mutter und ihre zweijährige Tochter starben zwei Tage danach. Fassungslosigkeit, Entsetzen, Trauer und dann die gewohnten Reaktionen der politischen Parteien. Nach diesem Anschlag verfestigt sich weiter ein Gefühl der Unsicherheit – es kann jeden und jede treffen, eine absolute Sicherheit ist nicht möglich. Daneben belasten die Rezession, die diversen Strukturkrisen in Deutschland und eine disruptive amerikanische Politik, die auf ein Europa der Uneinigkeit keine Rücksicht mehr nimmt, die Deutschen. Zur gedämpften Stimmung trägt nicht minder bei, dass dem amtierenden Kanzler und seinem Herausforderer zündende Ideen fehlen – das Aussetzen der Schuldenbremse fordert der eine, mehr Wachstum der andere. Nicht bloß das Handelsblatt ist nach dem ersten TV-Duell ernüchtert. „Was fehlt, ist der Blick nach vorn. Warum Merz und Scholz nicht von sich aus über Bildung, Innovation, Künstliche Intelligenz und Forschung sprachen, bleibt ein Rätsel. Ein Kanzler sollte eine Vision für das Land entwickeln und die geopolitischen Entwicklungen in den Blick nehmen. Unsere Autoindustrie sucht Wege aus der Krise, und andere verdienen bald viel Geld mit Biotechnologie, Robotik oder Quantencomputern. So kann es nicht weitergehen. Doch während US-Präsident Trump voll auf KI setzt, ist sie Merz und Scholz in einer so wichtigen Debatte kein Wort wert.“ (11.02.25) 

Der Eröffnungsfilm der 75. Berlinale schildert die Situation einer etablierten, linksalternativen Berliner Familie, deren Situation zusehends außer Kontrolle gerät. Tom Tykwer will viel, allzu viel erzählen in “Das Licht”, seinem ersten Kinofilm nach neun Jahren. Die Ehe der Eltern (sie Leiterin von Entwicklungshilfeprojekten in Afrika, er Kommunikationsberater bei einem Thinktank), gespielt von Nicolette Krebitz und Lars Eidinger, ist seit der traumatischen Geburt der Zwillinge in einer Dauerkrise – man lebt nebeneinander her. Die Tochter ist Aktivistin, meist auf Droge, erlebt eine Abtreibung und findet dann eine lesbische Freundin, ihr Bruder, ein Gamer, lebt in seinen Spielwelten. Es regnet die ganz Zeit. Gegen Ende verlieren beide Eltern ihren Job und stehen vor dem Nichts. Zum Glück hat bei ihnen eine syrische Haushaltshilfe angeheuert. Die studierte Psychologin arbeitet mit einer Lampe, die neuronale Zonen im Rückenmark aktiviert, wie bei der Geburt und beim Tod. Die Therapie scheint zu gelingen; und gleichzeitig werden noch traumatische Fluchterlebnisse auf einem Schiff im Mittelmeer bewältigt. 

Ins Konzept der Amerikanerin Tricia Tuttle, der neuen Chefin der Berlinale, passt “Das Licht” perfekt. “In diesem Jahr ist auffällig”, konstatiert sie im Interview mit dem Tagesspiegel, “dass viele Filme von Menschen handeln, die mit der Komplexität der Gegenwart hadern und vor der Herausforderung stehen, durch das Leben zu navigieren und dabei ihre seelische Gesundheit zu bewahren.” (04.02.25) Mit einem Berlin-Film zur Eröffnung geht sie jedenfalls kein Risiko ein. Der Verzicht auf die parallel zum Wettbewerb laufende Reihe “Encounters” ist ebenso sinnvoll wie eine neue Spielstätte am Potsdamer Platz im Theater der Blue Man Group, das übrigens Ende August geschlossen wird.. Horst E. Wegener befindet: “Kein leichter Start für Tricia Tuttle: Nicht nur, dass gleich ihre erste Ausgabe als neue Berlinale-Chefin ein Jubiläums-Jahrgang sein wird, der zudem ausgerechnet in der heißen Phase des bundesdeutschen Polit-Wahlkampfs stattfindet, auch gilt es nach einer die Abschlussgala der Vorjahres-Berlinale überschattenden Israelhass-Debatte, umsichtig und rhetorisch gewappneter denn je zu sein.” (FRIZZ Das Magazin für Frankfurt & Vordertaunus 02/25). Bleibt zu wünschen, dass Tricia Tuttle ihre erste Berlinale ohne Stroboskoplicht übersteht. 

Das Geschenk

“Aufstand der Anständigen – Demo für die Brandmauer” vor der CDU-Parteizentrale in Berlin. © Rolf Hiller

Zum Ritual nach Demonstrationen gehört, dass die Veranstalter immer mehr Teilnehmer:innen zählen als die Polizei. Zwischen 250.000 und 160.000 waren am Sonntag beim “Aufstand der Anständigen – Demo für die Brandmauer” in Berlin auf der Straße. Die Abschluss-Kundgebung fand vor der CDU-Parteizentrale statt. Immer wieder skandierte die Menge “Shame on you CDU” als Reaktion auf Friedrich Merz’ Entscheidung, das Zustrombegrenzungsgesetz bei der Abstimmung im Bundestag auch mit Unterstützung der AfD durchbringen zu wollen. Diese All-in-Strategie ging bekanntlich nicht auf und wird von der Altkanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert; auch einige CDU-Ministerpräsidenten gingen auf Distanz zu Merz, etwa Hendrik Wüst aus Nordrhein-Westfalen. Erstaunlicherweise kommen wir gut durch bis zum Lautsprecherwagen und hören die eindringlichen und nachdenklichen Worte der Publizistin Carolin Emcke. Sie erinnert daran, dass Deutschland die Demokratie geschenkt bekommen habe und es nun gelte, dieses Geschenk in Ehren zu halten – und zu verteidigen. 

Es geht ums Ganze, die Verteidigung der Demokratie, die sich die Bürgerrechtler der DDR 1989 erkämpften. Nach der umjubelten Wiedervereinigung, die ein Beitritt der DDR zur BRD gewesen ist, begannen für viele Menschen in Ostdeutschland bittere Jahre. Viele verloren ihre Jobs, die meisten Unternehmen wurden von der Treuhand abgewickelt, die Spitzenpositionen wurden und werden von Westdeutschen besetzt. Die Wiedervereinigung war eine freundliche Übernahme der DDR durch den Kapitalismus. Goldgräberstimmung herrschte, Ostdeutschland eine leichte Beute, an der sich viele eine goldene Nase verdienten. Um so wichtiger wäre es gewesen, einen symbolträchtigen Ort wie den Palast der Republik zu erhalten, der weit mehr war als der Sitz der Volkskammer. Bekanntlich wurde das asbestverseuchte Gebäude mitten in Berlin bis 2008 abgerissen. Dort steht nun das Humboldt Forum, ein steriler Nachbau des Berliner Schlosses – clean mit der Atmosphäre eines Kaufhauses. 

Statt die Bedeutung des hochmodernen, sehr funktionalen und von weiten Teilen der Bevölkerung geliebten Palastes der Republik anzuerkennen, stimmte der Bundestag für den Abriss auch der Grundmauern, die nach der Asbestsanierung noch standen. In einer lieblosen Ausstellung im Humboldt Forum (bis zum 16. Februar) kann man sich noch einmal einen Eindruck verschaffen. Aufschlussreich sind die Kommentare, die die Besucher:innen an verschiedenen Stationen abgeben können. “Vor dem Abriss: Kulturpalast höchster Qualität – Nach dem Beitritt: Siegermentalität + Demütigung”. “HUMBOLDT-FORUM ABREISSEN” ist gleich am Eingang zu lesen. Der AfD ist es in Ostdeutschland gelungen, dieses Gefühl der Demütigung zu instrumentalisieren und sich zum Fürsprecher von Bürger:innen zu machen, deren Leben ungeachtet einer materiellen Absicherung von Verlusten geprägt ist. Ihnen verleiht die AfD vermeintlich eine Stimme und bedroht das Geschenk der Demokratie, das die Bürgerrechtler einst für sie erkämpften. Ihre Parole war damals “Wir sind das Volk”. Geschichtsvergessenheit kann sich bitter rächen. 

Wehret den Anfängen!

„Das war mega magisch im NTH“ – Harry Keaton at his Best. © Rolf Hiller

Plötzlich ist alles ganz anders. Eine Verabredung in Frankfurt wurde kurzfristig abgesagt, und ich habe die Wahl, zu einem Vortrag von Michel Friedman zu gehen oder in ”Die Schmiere”. Meine Wahl fällt auf das Satirische Theater, das schon seit 1950 besteht. An diesem Abend steht wieder einmal ”Hart, aber fake” auf dem Programm, eine kurzweilige Abfolge von Nummern. Hier wird aufgeklärt, ohne zu belehren, immer unterhaltsam und teils umwerfend komisch. In der Pause darf das Publikum schon einmal für die Bundestagswahl am 23. Februar üben. Das Ergebnis ist eine interessante Momentaufnahme. Gewonnen haben an diesem Abend wieder die Grünen, auf dem zweiten Platz steht die CDU, die SPD landet abgeschlagen noch hinter FDP, Linken und BSW. Ein paar Tage vorher lagen die Genossen noch mit den Linken auf dem zweiten Platz. Lässt sich aus den Wahlrunden in der Schmiere etwas deuten? Gewiss nicht, aber die AfD (bestes Ergebnis: 13,6%) stößt auch hier auf Zustimmung, bei SPD (4,9 % und 22,7% und CDU (4,5% und 31,7%) schwanken die Ergebnisse weitaus stärker. 

Nachdem ein Antrag der CDU zur Verschärfung der Asylpolitik mit den Stimmen der FDP und der AfD angenommen wurde, ist Michel Friedman, der bekannte Autor und Publizist, aus der CDU ausgetreten. Das “unentschuldbare Machtspiel” des CDU Vorsitzenden Friedrich Merz habe die Büchse der Pandora geöffnet. Mehrere KZ-Überlebende haben ihr Bundesverdienstkreuz zurückgegeben, und Altkanzlerin Angela Merkel, deren oftmals erratische Politik die Ursache vieler Probleme ist, hat ihren Nachfolger und alten Rivalen schonungslos kritisiert. Was passiert da gerade? Was sind die Folgen am 23. Februar? Der Bundestag hat das von der Fraktion der CDU/CSU Union eingebrachte Zustrombegrenzungsgesetz abgelehnt; die Causa Merz muss um ein weiteres Kapitel ergänzt werden. Neu ist diese Gesetzesinitiative übrigens nicht; sie stammt aus dem September des letzten Jahres. 

Nicht einmal der Mentalmagier & Hirnakrobat Harry Keaton weiß, wie Deutschland beim nächsten Mal wählen wird. Zuzutrauen wäre es ihm allemal. Bei seinem Auftritt im Neuen Theater Höchst begeistert und verblüfft er das vol besetzte Haus. “Brain Magic: Mein Gehirn und ich” heißt sein neues Solo-Programm, das gut zwei Stunden dauert und nicht eine Sekunde zu lang ist. Wie schafft es dieses Superhirn, das Buch ”Die Zahl Pi mit 10.000 Nachkommastellen” auswendig zu können und die genaue Stelle etwa eines Geburtsdatums zu nennen. Das hat mich schon vor Jahren fasziniert und beeindruckt wie seine neue Show, die kurzweilig zwischen Close-Up-Magie, Gedächtnisakrobatik und Nummern mit dem Publikum wechselt; natürlich ist sein in Las Vegas ausgezeichneter Kaktus-Trick im aktuellen Programm. Dass der promovierte Germanist am Ende aus den Buchstaben von vier Zufallsworten aus dem Publikum einen sinnvollen Satz formt, versteht sich von selbst. “DU bist magisch”, schrieb ich dem Hirnakrobaten nach der Vorstellung begeistert. Harry at his Best! Gerne wieder.