Freiwillige gesucht!

Wer durchkommt bei der Hotline, kriegt zur Belohnung den Stoff. © Roland Steinmann auf Pixabay

Ein Mann will ganz nach oben und ist (deshalb) nie um einen kernigen Spruch verlegen. „Wer will und wer es sich quasi traut, der soll auch die Möglichkeit haben“, äußerte sich der Söder Markus, noch amtierender bayerischer Ministerpräsident, in München über das umstrittene Vakzin von AstraZeneca. Wir trauen uns und lassen am Gründonnerstag geduldig die lange Ansage der Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin über uns ergehen – nun sollen nur noch die Ü 60 mit AstraZeneca geimpft werden, wenn sie sich trauen. Endlich kommen wir wenigstens bis zur Warteschleife und fliegen dann doch nach 33 Minuten raus; es habe technische Probleme gegeben, heißt es abends in den Nachrichten beim Inforadio. Oder doch zu viele Freiwillige? Am Good Friday, wie der Karfreitag im angelsächsischen Sprachraum heißt, haben wir mehr Glück. Nach ewigem Gedudel meldet sich plötzlich ein Mensch in der Leitung und ratzfatz vereinbaren wir unsere beiden Termin nach Ostern und im Juni.

Nun bin ich nicht besonders ängstlich, aber es ist schon ein gutes Gefühl, meine nächsten Fahrten im ICE oder im ÖPNV als Impfling zu unternehmen: der Abstand in den Zügen oder U-Bahnen lässt sich doch oft nicht einhalten. Das zumindest steht fest, während ansonsten die Verunsicherung & Verärgerung bei den Menschen draußen im Lande weiter zunimmt, nicht bloß wegen Mallorca. Nach Click & Collect und Click & Meet gilt jetzt in der Hauptstadt ein neues Modell: Test & Meet. Nur mit einem aktuellen Schnelltest auf dem Handy dürfen die Leute noch ein Geschäft betreten, das nicht der unmittelbaren Versorgung von Mensch und Tier dient. „Unter Aufsicht“ sind übrigens auch Selbsttests erlaubt. Mit solchen Anreizen, wenn sie denn welche sind, hoffen auch die Ministerpräsidenten von NRW und Saarland mehr positive Fälle festzustellen.

Dafür wurde der CDU-Vorsitzende und amtierende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet von der Kanzlerin bei „Anne Will“ zur besten Sendezeit abgewatscht. Diese Schelte vor laufender Kamera wirft erneut die Frage nach den Führungsqualitäten von Angela Merkel auf; aus dem Mist von Helge Braun (Chef des Kanzleramts) stammt die Idee der sog. Osterruhe. Es spricht für den guten Menschen von Aachen, dass er sich bei „Markus Lanz“ im ZDF nicht zu Retourkutschen hinreißen ließ und sich ausdrücklich vor Angela Merkel stellte, die nach Einschätzung der Neuen Zürcher Zeitung „für die Unionsparteien längst zu einer Belastung im Wahlkampf geworden (ist)“ (NZZ, 25.03.21). Zwischen Ostern und Pfingsten, betonte Laschet noch einmal, fällt die Entscheidung, wer für die CDU als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf zieht. So viel wissen wir aber schon jetzt: es gab noch nie einen Kanzler von der CSU. Glück Auf!

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