Das Glück der Analogie

Blick auf den Hamburger Hafen. © Karl Grünkopf

“Loben. Immer nur loben”, sagte unser Klassenlehrer in der Mittelstufe gerne mit feiner Ironie. Die Reise nach Hamburg mit der Deutschen Bahn am letzten Wochenende verlief ohne Störungen, sieht man einmal davon ab, dass der Lokführer auf der Rückfahrt den Halt am Bahnhof Wittenberge nicht mehr auf dem Schirm hatte und einfach durchfuhr. Schnell und unkompliziert löste man das Problem und hielt außerplanmäßig im nächsten Ort. Die Tage in Hamburg vergingen wie im Fluge. Wie schon vor zehn Jahren feierte ein Vetter einen sog. runden Geburtstag auf dem Museumsschiff Rickmer Rickmers. Am Vormittag wollte ich ein paar Flaschen Wasser kaufen und bemerkte im Geschäft: mein Handy ist weg! Zum Glück hatte ich noch Bargeld und ging zurück ins Hotel, immer wieder den ganzen Weg rekonstruierend. Plötzlich war ich auf mich selbst geworfen, plötzlich war ich nicht mehr vernetzt und wieder in der Welt von gestern.  

Zum Glück fand sich das Handy bei Verwandten, abends war ich wieder online. Dennoch möchte ich die analogen Stunden im Hotel mit Blick auf den Hafen nicht missen. Ich war plötzlich offline und konnte niemanden erreichen, da ich nicht einmal die Mobilnummer meiner Frau kenne. Die zumindest habe ich mir jetzt notiert. Das würde bei einem Netzausfall oder Abschaltung des Internets wie zuletzt im Iran aber auch nicht helfen. Es schadet nicht, sich dann und wann zu vergegenwärtigen, wie anfällig unser Leben in der totalen Digitalisierung ist – ohne das Internet geht gar nichts mehr. Gleichwohl rät der Astrophysiker und Journalist Harald Lesch zum “analogen Widerstand” gegen eine digitale Informationsüberflutung. “Seien Sie nicht den ganzen Tag online, sondern definieren Sie Informationsmahlzeiten, in denen Sie Nachrichten aufnehmen”, empfahl er kürzlich und plädiert für persönliche Kommunikation. “Nutzen Sie die alte Technik des Gesprächs; es ist die größte Missverständnis-Vernichtungsmaschinerie, die man kennt.” Ohne Handy versteht sich. 

Bahnkunden würden sich indes über “Informationsmahlzeiten” freuen, wenn Züge vom Frankfurter Hauptbahnhof nicht abfahren können, weil der Streckenabschnitt nach Hanau nicht freigegeben wird – warum, weiß selbst das Leitungspersonal nicht. Bei der ersten Hitzewelle in diesem Jahr wurden Reisen mit der Deutschen Bahn wieder einmal zum Glücksspiel. Mal brannte eine Böschung, mal wurden Züge gestrichen, mal kam das sanierungsbedürftige Netz an seine Grenzen. Die Leistungen (Pünktlichkeit) des Staatskonzerns werden immer schlechter – trotzdem sollen die Preise im Herbst um 10% steigen und Familien für Reservierungen spürbar mehr zahlen. Der neue Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kündigt für den Spätsommer wieder einmal eine Reform des Unternehmens an. Womöglich muss der amtierende Bahnchef Richard Lutz seinen Hut nehmen. Die Fehler der vergangenen Jahrzehnte spürt der Podcast “Teurer Fahren” auf. Man wollte das Unternehmen an die Börse bringen, verkaufte, was nicht niet- und nagelfest war, und “sparte” sich Investitionen in den Bestand. Was das bedeutet, können die DB-Kunden täglich erfahren. Gute Reise! 

Unser Haus

Lichtprojektion zur Erinnerung an die Verhüllung des Reichstags 1994. © Rolf Hiller

Die Aktion fiel in der Kritik durch. Trotzdem schwingen wir uns auf die Räder und fahren zum Reichstagsgebäude, das vor dreißig Jahren von Christo & Jeanne Claude verpackt wurde. Jahrelang hatten die beiden Künstler um dieses Projekt kämpfen müssen. Am 25.02.1994 stimmten 53% der Bundestagsabgeordneten für die Verhüllung des Reichstags – Kanzler Helmut Kohl und der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Schäuble (beide CDU) waren dagegen. Aber ihre Parteikollegin und Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth konnte genug Konservative für das sagenhafte Unterfangen gewinnen – zum Glück. Fünf Millionen Menschen erlebten damals die Magie des hinter Polyproylen verschwundenen Reichstags, und viele schwärmen noch heute davon. Leider habe ich nie ein Projekt von Christo & Jeanne Claude erlebt; bei ihrer letzten Aktion in Paris 2021 war ich zumindest per Live-Stream dabei. Und von dem Zauber der Reichstagsverhüllung 1994 bekommt man durch die riesige Lichtprojektion zumindest eine Ahnung. Dabei fällt mir plötzlich ein, dass Demonstranten am 29. August 2020 versucht hatten, das Reichstagsgebäude zu stürmen.   

Die Gegner der Demokratie sind seitdem nicht weniger geworden, im Gegenteil. Um so wichtiger, dass unsere Demokratie den Feinden dieser Regierungsform nicht in die Hände spielt. Die Affäre um den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn um das dubiose Procedere bei der Beschaffung von Masken hat wieder einmal das Zeug dazu. War der Titel seines Buches “Wir werden einander viel verzeihen müssen” unwissentlich-wissend, um eine schöne Formulierung Arthur Schnitzlers aufzunehmen, auch darauf gemünzt? Dem Steuerzahler drohen durch Jens Spahns abenteuerliche Beschaffung von Masken um jeden Preis Kosten in Milliardenhöhe. Der jetzige Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion gedenkt, diesen Skandal bräsig auszusitzen. Eine eingesetzte Enquete-Kommission des Bundestags zur Klärung des Skandals dürfte Monate, wenn nicht Jahre brauchen, um ihr Ergebnis vorzulegen. Warum wird ein bereits vorliegender Sonderbericht nicht vollständig veröffentlicht? Teile davon kursieren bereits mit Schwärzungen. 

Die Causa Spahn belastet nicht nur diesen allzu wendigen Politiker, sie belastet unsere Demokratie insgesamt. Die viel zitierten ‘Menschen draußen im Lande’ wollen ernst genommen werden. Man kann ihnen mit guten Gründen erklären, warum die Aussetzung der Schuldenbremse notwendig ist. Nicht aber, warum die Strukturreformen bei Rente & Krankenversicherung nicht angepackt werden, warum Vermögen nicht fair besteuert werden, warum Weltkonzerne ihre Gewinne nach Belieben verschieben können. Am Wochenende hält die SPD ihren Bundesparteitag in Berlin ab – “Veränderung beginnt mit uns”, so das Motto. Sicher wird Lars Klingbeil wieder zum Vorsitzenden gewählt, obwohl er für den Wahlkampf und das schlechteste Ergebnis seiner Partei bei einer Bundestagswahl (16,4%) mit verantwortlich ist. Statt Saskia Esken tritt dieses Mal die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas als Co-Vorsitzende an. Derzeit steht die Traditionspartei in den Umfragen bei 15% (ARD-DeutschlandTREND Juni). Welche Veränderung beginnt denn mit der SPD? Das dürften sich nicht nur die Genossen & Genossinnen fragen. 

Drecksarbeit

Der Circus Roncalli entführt das Publikum in eine andere Welt. © Rolf Hiller

Nicht zu heiß, trocken, und es weht ein laues Lüftchen. Ideale Voraussetzungen für das Sommerfest eines großen Konzertveranstalters in Berlin. Man sieht sich, man trifft sich, man amüsiert sich und plaudert. Diese Leichtigkeit muss sein. Und gerade in solchen Momenten können wir uns das Leben der Menschen in Kiew genauso wenig vorstellen wie einen Ernstfall in Deutschland. Sind wir gerüstet für einen tagelangen Stromausfall, wenn nichts mehr funktioniert? Trotzdem sorgen wir nicht vor und leben wider besseres Wissen. Das ist menschlich allzu menschlich und fatal zugleich. Irgendwann könnte sich diese Sorglosigkeit bitter rächen, irgendwann macht niemand mehr die Drecksarbeit für uns. Ganz undiplomatisch hat Kanzler Friedrich Merz den Lifestyle der Menschen auf den Begriff gebracht, die auf der sunny side of the street unterwegs sind. Ignoranz als Prinzip taugt indes nicht, wenn fanatische Ideologen wie Putin oder der iranische Ayatollah Ali Khamenei die Macht haben. 

Taugen Vereinbarungen mit diesen Despoten? Dass man sich gegen einen Angriffskrieg verteidigen darf, regelt das Völkerrecht. Darf man ein Land angreifen, dessen Staatsdoktrin die Vernichtung des Angreifers festlegt. “Das erste Ziel der Mullahs in Teheran ist”, erinnert die “Welt am Sonntag, “die Auslöschung des Staates Israel. Ajatollah Chamenei hat Israel als ‚Krebsgeschwür‘ bezeichnet. Und auf Uhren in Teherans Straßen werden Countdowns bis zur ‚Zerstörung Israels‘ zelebriert. Israel aber ist nur das erste Ziel. Sobald Israel fällt, stehen Europa und Amerika im Fokus.” (15.06.25) Gibt es angesichts einer solchen Bedrohung das Recht auf eine pro-aktive Verteidigung? Völkerrechtlich sicher nicht, moralisch aber allemal. Dennoch bleibt die allenthalben gestellte Frage nach dem Ziel der Angriffe auf die iranischen Atomanlagen. Eine Destabilisierung der Lage in Vorderasien in einem Land mit 90 Millionen Einwohnern könnte fatale Folgen haben – nicht nur für Israel.  

Einen Tag später sind wir beim Circus Roncalli, der wieder einmal in Frankfurt gastiert, und werden in eine andere Welt entführt, wenigstens für ein paar Stunden. Das Publikum lässt sich dankbar von den Clowns animieren und geht begeistert mit. Die Artist:innen riskieren in jeder Show Kopf und Kragen. Jedes Mal bin ich beeindruckt, dass Menschen Tag für Tag aus freien Stücken ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen. Nach den unbeschwert heiteren und leichten Stunden beim Circus Roncalli versteht man die Realität um so weniger. Die TAZ bringt es schlüssig auf den Punkt: „Mit dem Wort ‚Drecksarbeit‘ schnurrt das Dilemma, in dem sich die deutsche Nahostpolitik befindet, zu einem Wort zusammen. Ja, man will Israel gegen eine mögliche nukleare Bedrohung unterstützen. Ja, das iranische Regime ist eine Terrorherrschaft. Und trotzdem bleiben die Bombardierungen völkerrechtswidrig. Es wäre zu wünschen, dass die Debatte über den Umgang mit Iran nun so klar bliebe. Als Nächstes sollte Merz dann erklären, warum die Sanktionen gegen das Regime nicht durchgesetzt und die Revolutionsgarden nicht als Terrororganisation gelistet werden, aber noch bis Kriegsausbruch in den Iran abgeschoben wurde.” (20.06.25) Politik ist ein schmutziges Geschäft. 

2043

Der sog. Erdbeermond geht auf. © Karl Grümkopf

Nach einem spektakulären Sonnenuntergang, wie man ihn so oft auf Hiddensee erleben kann, ziehen wir von der Steilküste weiter zu einem Aussichtspunkt mit einem grandiosen Blick über die ganze Insel und warten mit ein paar anderen Mondsüchtigen. Gegen 23 Uhr beginnt ein Naturschauspiel, wie man es erst wieder in achtzehn Jahren erleben kann. Ganz langsam taucht der Mond über Rügen auf. “Der Vollmond im Juni”, klärt die Tagesschau (11.06.25) auf, “wird auch ‘Erdbeermond’ genannt. Dieser kann besonders groß und rot erscheinen. Doch hat sein Name etwas mit der Farbe zu tun? Nein. Der Begriff stammt von den Algonquin, einem indigenen Volk Nordamerikas, das – so wie wir – im Juni Erdbeeren erntet. Die Umlaufbahn des Mondes liegt derzeit im etwa 18,6 Jahre dauernden Zyklus der sogenannten Knotendrehung besonders tief. Dieses seltene Zusammenspiel wird erst 2043 wieder auftreten.” Wir haben nicht den Eindruck, einen ‘größeren’ Mond zu sehen, sind aber trotzdem tief beeindruckt. 

Da fällt mir das bekannte Abendlied von Matthias Claudius ein, das ich als Kind zuletzt gesungen habe. “Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.” Schlichte Zeilen voller Schönheit. In Momenten wie diesen wird der allherrschende Wahnsinn in der Welt um so unbegreiflicher. Natürlich haben SPD-Linke wie Ralf Stegner mit ihrem sog. Manifest recht, dass es reiner Wahnsinn ist, die Ukraine zu zerstören, um sie dann irgendwann wieder aufzubauen. Laut Statista betrugen die weltweiten Rüstungsausgaben 2024 2.718 Milliarden US-Dollar, fast doppelt so viel wie 2005! Ein Ende des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine könnte meines Erachtens so aussehen. Die Ukraine muss auf Gebiete und auf eine Mitgliedschaft in der NATO verzichten. Der neue Status Quo muss dann aber von den USA, China, Indien, der EU und der NATO garantiert werden. Diese Allianz hätte alle Möglichkeiten, genug Druck auf den russischen Zaren Putin auszuüben. 

Der letzte Tag auf der Insel beginnt. Die Sonne scheint, der Wind weht (noch) mäßig; man hört nur die Vögel. Welch eine friedliche Idylle. „Der erste Eindruck, den man von Hiddensee empfing, war der von Weltabgeschiedenheit und Verlassenheit. Das gab ihm den grandiosen und furchtbaren Ernst unberührter Natur.“ (Gerhart Hauptmann) Diese Weltabgeschiedenheit eignet der Insel noch immer, selbst wenn man hier online jederzeit dabei sein kann. Die Nachrichten melden einen Angriff Israels auf den Iran, und am Wochenende werden die Bewohner:innen Mallorcas wieder demonstrieren – sie können sich ein Leben in ihrer Heimat nicht mehr leisten. Der Verkäuferin einer Boutique in Soller wurde die Wohnung gekündigt, 1.500 Euro für eine neue kann sie nicht aufbringen. “Ich bin Kiosk”, gibt die Inhaberin auf Hiddensee schroff zurück, wenn die Touris Auskünfte von ihr erbitten. Wehren sich jetzt auch die Menschen hier gegen die Zumutungen & Folgen des Tourismus? Schön wär’s. 
 

Keine Idylle nirgends

Rückbesinnung ist wichtiger denn je. © Gitti Grünkopf

Noch vor sechs Uhr morgens höre ich das Geräusch eines Flugzeugs über Hiddensee. Das kommt auf der Insel höchst selten vor und gemahnt um so mehr an den Krieg in der Ukraine. Bis nach Kiew, wo es in der Nacht wieder heftige russische Bomben- und Drohnenangriffe gab, sind es ungefähr 1.550 km – Rom ist weiter entfernt. In der Idylle vergessen wir schnell, welche Gefahren auf dem Grund der Ostsee lauern. Dort lagern der KI zu Folge nach aktuellen Schätzungen etwa 300.000 Tonnen konventionelle Munition (wie Bomben, Minen und Granaten) sowie zusätzlich bis zu 5.000 Tonnen chemische Kampfstoffe. Diese Altlasten stammen überwiegend aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und wurden nach Kriegsende gezielt im Meer versenkt. Am 6. Juni 1944 begann die Landung der Alliierten in der Normandie; der D-Day läutete das Ende der Nazidiktatur in Deutschland ein. 

Heute vor 150 Jahren wurde Thomas Mann geboren, ein konservativer Schriftsteller aus großbürgerlichen Verhältnissen, der sich schon 1930 (“Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft”) gegen den Nationalsozialismus positionierte und dann erst in die Schweiz und später in die Vereinigten Staaten emigrierte. Davon war er 1924 noch weit entfernt, als er Hiddensee auf Einladung Gerhart Hauptmanns besuchte; die beiden Dichterfürsten wohnten mit ihren Familien in der Pension “Haus am Meer”. Der “König von Hiddensee” (Katia Mann) ist aber unbestritten Hauptmann; und deshalb suchten sich die Manns ein anderes Sommerquartier auf der Kurischen Nehrung in Litauen. Gegen den “König”, der auf einem roten Teppich von Bord des Schiffes schritt, sich eigens Wein aus Baden schicken ließ und später ein Haus auf der Insel erwarb, kam Thomas Mann einfach nicht an. Er erwies Hauptmann in der Figur des wein- und schnapsseligen Mynheer Peeperkorn im “Zauberberg” eine wunderbar ironische Referenz.  

Weniger als 200 km sind es von Hiddensee nach Polen, wo am 1. Juni der formal parteilose und den Rechtspopulisten nahestehende Kandidat Karol Nawrocki mit 300.000 Stimmen Vorsprung gegen Rafał Trzaskowski die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen hat. Dieses Ergebnis nahmen Christoph Bartmann und Berthold Franke, die beide für das Goethe-Institut in Polen gearbeitet haben, zum Anlass, eine Sonderfolge ihres Podcasts die2@die2plus.de unter dem Titel “POLEN VORHER/NACHHER” zu veröffentlichen, die ich unbedingt empfehle. Die beiden analysieren kundig die neue Lage, die Auswirkungen auf ganz Europa und Deutschland insbesondere (Reparationszahlungen) haben wird. Rückbesinnung ist in Zeiten wie diesen wichtiger denn je. In der voll besetzten Inselkirche von Kloster erlebten wir ein schönes Konzert von Gabriele Kienast (Violine) und ihrem Vater Eberhard Kienast an der Orgel. Mit einer überraschenden Zugabe entlassen sie das freudig klatschende Publikum in den milden Abend. Sie spielen “Bésame mucho” von der mexikanischen Komponistin Consuelo Velázquez; diesen Welthit komponierte sie mit neunzehn Jahren. “Küsse mich, küss’ mich ganz feste! Küss’ mich, als wär’s heute Nacht zum allerletzten Mal.” (Wikipedia) Sie selbst hatte es damals noch nicht einmal versucht. 

Aufgaben

Die Bäckerei von Andreas Kasten gibt es nicht mehr. © Rolf Hiller

Von Haus zu Haus dauert die Reise auf unsere Trauminsel neun Stunden. So lange braucht man, um mit dem Zug, dem Schiff und zuletzt mit dem Handwagen das Quartier auf Hiddensee zu erreichen. Die Insel vor Stralsund ist autofrei, nur Rettungsfahrzeuge, ein Inselbus und kleine Transporter sind erlaubt. Bereits auf dem Schiff gibt es die viel ersehnte Entschleunigung. Von Stralsund bis zum Inselhafen Kloster braucht das Schiff zweieinviertel Stunden durch die Fahrrinnen im Bodden, obwohl man Hiddensee vom Festland bei gutem Wetter sehen kann. Nach der Ankunft verladen wir das Gepäck in einen Handwagen und laufen zu unserer Unterkunft. Nur der Wind und die Vögel sind zu hören – wir sind in der Abgeschiedenheit und Ruhe angekommen, nach der wir uns so lange schon gesehnt haben. 

Nichts bleibt, wie es ist, auch nicht auf Hiddensee. Der Frischemarkt unweit des Hafens hat aufgegeben; die Bäckerei Andreas Kasten, eine Inselinstitution, hat geschlossen – für immer. Der Strukturwandel im Einzelhandel verschont auch Hiddensee nicht. Es werden in den nächsten Jahren weitere kleine inhabergeführte Läden schließen. Die Besitzer:innen gehen in Rente oder ihre Geschäftsidee (Postkarten, Andenken und Nippes) hat sich überholt. Längst kann man sich alles, was man braucht, bei Amazon beschaffen, etwa eine spezielle Tastatur. Die Sendung wurde allerdings nicht im Ferienquartier, sondern einfach bei der Häuserverwaltung ausgeliefert. Bei der Nachforschung löste nicht der persönliche Kundenberater von DHL das Problem: die KI klärte am Telefon den Fall. Man konnte sich freundlich mit ihr unterhalten, die künstliche Stimme klang verblüffend menschlich. Schöne, neue, digitale Welt auf einer kleinen Insel in der Ostsee, wo Google Maps jedes Haus kennt und sofort “weiß”, ob und bei wem man das Objekt zu mieten ist. Einen Weg zurück wird es nicht geben. Wer sich der Digitalisierung verschließt, bleibt auf der Strecke, nicht bloß beim Shopping. 

Obwohl die Insel unter Naturschutz steht und Bauen 30% teurer ist, treiben Entwickler gewaltige Immoblienprojekte voran. Der beschaulich-einfache Yachthafen in Vitte steht für 4,7 Millionen Euro zum Verkauf, und in der Heide im Süden wird ein Fünf-Sterne-Hotel gebaut, dem Vernehmen nach ohne Restaurant. Wer soll sich da einquartieren? Einen Golfplatz wird es auf der Insel so wenig geben wie einen eigenen Bootsanleger, von mondänen Luxusgeschäften und -restaurants ganz zu schweigen. Gerüchten zufolge steht hinter dem aberwitzigen Projekt ein börsennotierter und höchst erfolgreicher Dienstleister der Unterhaltungsbranche. Geld genug ist also vorhanden. Um so verwunderlicher, dass das Fünf-Sterne-Hotel aus billigen Baustoffen entsteht. Es wäre nicht die erste Fehlspekulation auf der Insel. Wo einst der legendäre Inselblick von Franz Freitag die Gäste anzog, steht heute ein Prunkvilla mit Fachwerk-Imitat seit Jahren leer. Aktueller Kaufpreis für das Traumhaus: 3,49 Millionen Euro. Nicht alle Spekulationen gehen auf. Zum Glück! 

Wunder in Russland

August Diehl als Woland in „Der Meister und Margarita“. © capelight pictures

Seit heute Morgen läuft die Heizung wieder in diesem Wintermai; einen Tag mussten wir auf Wärme verzichten. Irgendeine Baumaßnahme im Westen Berlins. Der kommunale Energieversorger hielt es nicht für nötig, seine Kund:innen darüber zu informieren. Über solch eine kleine Einschränkung können die Menschen in der Ukraine nur mit den Achseln zucken – das Land befindet sich nach dem russischen Überfall am 24. Februar 2022 im vierten Kriegsjahr. Mit seiner Hinhaltetaktik und seinen unhaltbaren Forderungen konterkariert Zar Putin die von der Ukraine angeregte Aufnahme von Verhandlungen ohne Vorbedingungen ein ums andere Mal und führt den amerikanischen Präsidenten vor. Die EU steht wie immer (nicht geschlossen) hinter der Ukraine und hat gerade das 18. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Die Maßnahmen dürfen aber nationale Interessen nicht gefährden. Nach wie vor importiert Deutschland Gas aus Russland, nach wie transportiert die russische Schattenflotte Erdöl über die Ostsee, nach wie vor bezieht die Atommacht Frankreich angereichertes Uran aus Russland. 

Gleichwohl passieren im neuen Zarenreich bisweilen erstaunliche Dinge, zumindest im Kino. Die Neuverfilmung von Michail Bulgakows Roman “Der Meister und Margarita” durch den russisch-amerikanischen Regisseur Michael Lockshin wurde zum umsatzstärksten Film aller Zeiten in Russland und spielte über 2 Milliarden Rubel ein. Nicht weniger erstaunlich: der Film wurde sogar vom russischen Filmfonds gefördert. Dabei ist schon im Roman eine subtile Auseinandersetzung mit dem Stalinismus angelegt, dessen Allmacht von Woland, einem Wiedergänger von Mephisto, ein ums andere Mal konterkariert wird. In Lockshins opulentem Fantasyfilm spielt August Diehl brillant-diabolisch diese Rolle, den Meister Jewgeni Zyganow, und Margarita gleichfalls sehr überzeugend Julija Snigir. Am Ende triumphieren Woland und sein sprechender Kater Behemoth über die irdischen Mächte, ein Moskau der Moderne steht in Flammen. In der Kritik fiel der Film durch. Das russische Publikum wird die Parallelen zum Putinismus sehr wohl verstanden haben, etwa wenn der Meister in der Psychiatrie mit Elektroschocks “behandelt” wird. 

Vor vierzig Jahren kam Michail Gorbatschow ins Amt und prägte die Begriffe Glasnost und Perestroika. Die Sowjetunion zerfiel, und die Ostblockstaaten wurden unabhängig. Dieser Zerfall muss für Putin traumatisch gewesen sein – sein Ziel ist die Restauration, mehr noch: die Errichtung eines postmodernen Zarenreiches. Das hat der neue Bundeskanzler beim feierlichen Aufstellungsappell der Panzerbrigade 45 „Litauen“ ganz klar benannt. “Merz hat in seiner Rede”, lobt die FAZ, “einen Satz gesagt, der das Zeug hat, zu einem viel verwendeten Zitat zu werden: ‚Der Schutz von Vilnius ist der Schutz von Berlin.‘ Die Stationierung der Bundeswehrbrigade in Vilnius zeigt, dass die entscheidenden politischen Kräfte in Deutschland endlich verstanden haben, was auch schon vor zehn Jahren sichtbar war. Von Vilnius nach Berlin sind es nur 800 Kilometer – nur wenig weiter als von der Ostgrenze der Ukraine nach Kiew. Der Satz von Merz ist wörtlich zu nehmen.“ (23.05.25) “Machen wir uns Illusionen? Häufig. Machen Illusionen uns? Immer.” Wer wollte Karl Karius widersprechen. 

Wintermai

Ein Glücksfall beim Berliner Theatertreffen: “Kontakthof – Echos of 78”. © Ursula Kaufmann

Wenn die Prognosen eintreffen, werden wir uns nach diesen grauen, kalten Maitagen noch zurücksehnen. Bei aller gebotenen Vorsicht sind sich die Meteorologen einig – es droht in Deutschland heuer ein extremer Hitzesommer. “Der Wärmestau im Nordatlantik lasse einen außergewöhnlich heißen Sommer erwarten, hieß es vom Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg. Diese Prognose decke sich mit Vorhersagen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen, das ebenfalls von einem sehr heißen bevorstehenden Sommer ausgehe.” (GEO, 15.05.25) Spätestens dann werden viele registrieren, dass die Klimapolitik im Kabinett des neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz am Katzentisch sitzt. Die Konsequenzen der Erderwärmung werden gewaltig und sehr teuer sein. Um Steuererhöhungen wird keine Regierung herumkommen. Bis 2029 muss der Bund mit 33,3 Milliarden weniger Einnahmen kalkulieren. Und eine Erhöhung des Wehretats auf 5% vom BIP würde jährlich mit 215 Milliarden Euro zu Buche schlagen; das hat gerade der neue Außenminister Johannes Wadepfuhl insinuiert. Der gesamte Bundesetat 2025 sieht übrigens 488,84 Milliarden Euro vor. 

Zu dieser bedenklichen Perspektive passt das Programm des Berliner Theatertreffens in diesem Jahr. “Das Stück (‘Double Serpent’, ein Missbrauchsstück von Ersan Mondtag) fügt sich in eine Tendenz der diesjährigen Festival-Auswahl: Suggestive, vorzugsweise düstere Atmosphären und Raumerfahrungen prägen das Zehner-Tableau“, befindet Christian Rackow auf dem Theaterportal “Nachtkritik”. Eine Ausnahme stellt sicherlich “Kontakthof” von Pina Bausch dar, das 1978 Premiere in Wuppertal hatte und von den noch lebenden Tänzer:innen wieder auf die Bühne gebracht wird. Das Interesse ist riesig, viele versuchen vor dem Haus der Berliner Festspiele, noch Karten zu bekommen. Die Szenen in einem alten Tanzsaal zu Musik von knisternden Schellackplatten erzählen vom Zusammenspiel der Geschlechter; “Kontakthof – Echos of 78” verbindet raffiniert auf Film gezeigte Szenen mit dem Tanz der in die Jahre gekommenen Tänzer:innen. Noch immer beherrschen sie ihren Körper, noch immer können sie faszinieren. 

Der Reiz dieser Choreographie von Meryl Tankard liegt nicht zuletzt darin, dass sie eine Zeitreise unternimmt, bei der viele im Publikum mühelos zusteigen können. Wer waren wir damals? Wer sind wir geworden? Leichtfüßig (noch immer) versichert sich die Truppe ihrer eigenen Geschichte. Ein Glücksfall, dass diese Produktion zum Theatertreffen eingeladen wurde. Langer und einvernehmlicher Applaus. Überhaupt fällt in diesem Jahr positiv auf, wie offen die Jury das Programm zusammengestellt hat. Eine Florentina Holzinger lässt sich so wenig dem “klassischen” Theater zurechnen wie “(EOL). End of Life. Eine virtuelle Ruinenlandschaft”, in der die Teilnehmer:innen mit VR-Brillen ein fiktives “Metaverse 1.0” betreten und über den Fortbestand virtueller Welten entscheiden müssen (Programm-Flyer). Leider haben wir diese Erfahrung verpasst und sind nun gespannt auf Ersan Mondtags Produktion “Double Serpent” vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden.  
Es wird einiges geboten im sogenannten Wonnemonat. 

Willkommen im Abgrund

Nackt auf der Halfpipe: Szene aus der Performance „Sancta“ von Florentina Holzinger. © Nicole Marianna Wytyczak

Mit diesen Worten begann der Intendant der Berliner Festspiele, Matthias Pees, seine Rede zur Eröffnung des Berliner Theatertreffens. Sie hätten auch gut zum Scheitern von Friedrich Merz im ersten Wahlgang gepasst. Nie zuvor ist ein Kanzler-Kandidat hier durchgefallen; knapp war es allerdings auch früher schon zweimal. Konrad Adenauer (1949) und Helmut Kohl (1994) schafften mit nur einer Stimme Vorsprung im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Die politischen Konsequenzen dieser Schlappe lassen sich noch nicht ermessen: „Adolf Hitler”, schreibt die Rhein-Neckar-Zeitung, „hat sich die Macht am 30. Januar 1933 nicht genommen. Sie wurde ihm überreicht. Es waren die Demokraten selbst, die die Demokratie in die Hände der Nazis legten. Und das bleibt unverzeihlich. Genau dieses Szenario stand am gestrigen Dienstag erneut bedrohlich über dem Himmel der Berliner Regierungszentrale: Eine Hand voll Abgeordneter aus Reihen von Union und SPD riskierten den Zustand der Unregierbarkeit, indem sie Merz ihre Stimme verweigerten.” (07.05.25) 

Willkommen im Abgrund“ – Matthias Pees zielte damit allerdings auf die aktuelle Situation in der Berliner Kultur ab. Nach einem Etat-Cut von über 10% in diesem Jahr, drohen 2026 weitere herbe Einschnitte, die sich nicht mehr aus Rücklagen finanzieren lassen. Für die Hauptstadt ist die Kultur ein wichtiger Standortfaktor; zudem gibt es historisch bedingt in Berlin mehr Institutionen als in Städten vergleichbarer Größe. Kultur ist aber beileibe nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein eigen- und widerständiger Ort gegen den Mainstream einer Gesellschaft. Pees erinnert an eine Parole, die vor dreißig Jahren in der Volksbühne die Runde machte: “Wer im Abgrund lebt, hat das Gröbste hinter sich.” Das Fragment von Hölderlin, auf das er sich in seiner beeindruckenden Rede bezieht, schließt nicht ohne dialektische Hoffnung auf die Widerständigkeit der Vernunft. Das Theater sei ein Möglichkeitsraum. “Für Wege aus dem Abgrund. Aus der Angst”, schließt Pees. Es ist an uns allen, diesen Raum zu bewahren. 

Das gilt besonders für Florentina Holzinger, die mit ihren Performances Unerhörtes auf die Bühnen bringt. Ihr aktuelles Stück ist inspiriert von der Kurzoper “Sancta Susanna” von Paul Hindemith. Bei Holzinger wird indes nicht die Tugend gefeiert, sondern die sexuelle Selbstbestimmung der Nonnen, die sich vom Kreuz der Kirche befreien. Wie gewohnt sind die Performerinnen nackt, wie gewohnt gibt es opulente Bilder, wie gewohnt erleben wir Live-Piercings oder -Ritzen. Nackt sind die Artistinnen mit Inlinern auf einer Halfpipe unterwegs, ein Roboter transportiert Menschen, kurze Lebensbeichten und -wünsche sind zu hören, mal ist es Varieté, dann wieder Klamauk, mal wird das Publikum direkt animiert, dann albert ein weiblicher Jesus vor sich hin – trotzdem zieht sich die Performance allem Aufwand zum Trotz. Niemand musste wie bei der Aufführung in Stuttgart medizinisch betreut werden, niemand verließ vorzeitig die Volksbühne. Begeisterter Applaus. „Florentina Holzinger holzingert halt”, befand Manuel Brug in der “Welt”. Beim nächsten Mal ohne uns.  

Der Lack ist ab

Dieses Bild wurde in wenigen Sekunden von der KI hergestellt – Titel „Ölfarbe blättert ab“.

Schreck am Morgen. Ich will mich bei Microsoft anmelden und muss mich im Zuge der Zwei-Stufen-Authentifizierung bei einer App einloggen – per Face-ID. Geht aber nicht, weil mein Gesicht nicht erkannt wird. Weitere Versuche bleiben erfolglos. Hat sich mein Gesicht über Nacht verändert? Stimmen die Lichtverhältnisse nicht. Über eine halbe Stunde beschäftigt mich dieses Problem, und dann funktioniert es plötzlich doch. Wieder einmal wird mir die Ohnmacht des Einzelnen gegen die amerikanischen Tech-Konzerne bewusst, denen wir auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. Die meisten Abläufe meiner Firma gehen mittlerweile über die Cloud. Wir bezahlen bei Microsoft nicht mit unseren Daten wie bei Alphabet, Meta & Co., sondern per Abo. Die Konditionen sind fair, der Service ist großartig, aber die Abhängigkeit immens. Wenn Microsoft die Kosten pro Abo monatlich um 1 Euro anhebt, dann nehmen wir das achselzuckend zur Kenntnis.  

Was sollte ich tun? Alles auf Open Source umstellen, wo es so lange gedauert hat, bis es flutscht? Wir haben uns daran gewöhnt, dass alles funktioniert, dass immer Strom zur Verfügung steht. Auf einen Ausfall sind die allermeisten nicht vorbereitet. Wer hat schon Vorräte für ein paar Tage, Taschenlampen und ein Kurbelradio. Diese naive Schicksalsergebenheit haben die Kunden der Deutschen Bahn schon lange nicht mehr. Neulich musste der ICE in Berlin Spandau warten – Böschungsbrand. Anfangs wurden wir noch informiert, dann meldete sich die Leitstelle nicht oder hatte keine genauen Informationen. Nach zweieinhalb Stunden dann diese Nachricht auf dem Bildschirm: “ICE 2525 – This is the last stop. Please leave the train. Thank you for travelling with Deutsche Bahn today.” Leidgeprüft nehmen wir auch diesen Ausfall hin, planen rasch den Tag um und sagen Verabredungen ab. Die Deutsche Bahn hat im letzten Jahr für diese und andere Ausfälle und Verspätungen 200 Millionen Euro erstattet – so viel wie noch nie! Eine Fahrt mit einem Zug des Staatskonzerns ist ohne die DB-App heutzutage nicht mehr möglich. Wie sind die Leute früher ohne Handy gereist?  

Ihm war in der Politik kein Glück beschieden. Der Berliner Kultursenator Joe Chialo hatte sich wohl noch Hoffnungen auf das Amt des Kulturstaatsministers gemacht, das im Kabinett von Friedrich Merz aber Wolfgang Weimer bekommt, der dafür keine besonderen Interessen & Qualifikationen mitbringt. Nun ist der coole Chialo von seinem Amt in Berlin zurückgetreten, in dem er nie angekommen war; die Kürzungen seines Etats im vergangenen Jahr um mehr als 10 Prozent nahm er kampf- und klaglos hin. Nun dienen ihm weitere Einschnitte in seinem Ressort als Begründung für seinen Rücktritt. Das nimmt ihm keiner ab. Chialo hatte nach seiner schwachen Performance in der Politik keine Zukunft mehr, nicht einmal bei Friedrich Merz. Selten ging der Absturz eines Politikers schneller. Anfangs flogen dem Quereinsteiger aus der Musikindustrie die Sympathien zu; bald machten sich Enttäuschung & Ernüchterung breit. Seine Autobiographie hat der Spross einer tansanischen Diplomatenfamilie bereits 2022 verfasst – “Der Kampf geht weiter”. Good Luck, Joe!