Geh aus, mein Herz

Der Leuchtturm von Gellen auf Hiddensee. © Rolf Hiller

Seit Tagen geht mir die erste Strophe eines Liedes von Paul Gerhardt (*1607) nicht mehr aus dem Kopf, die sicherlich viele kennen. “Geh aus, mein Herz, und suche Freud / In dieser lieben Sommerzeit / An deines Gottes Gaben; / Schau an der schönen Gärten Zier / Und siehe, wie sie mir und dir / Sich ausgeschmücket haben.” Anlässlich seines 350. Todestages (27.05.1676) erinnern viele Medien an diesen evangelisch-lutherischen Theologen – er “gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenlieddichter” (Wikipedia). Seine unverbrüchliche Zuversicht beeindruckt, denn Paul Gerhardt hat den Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) und die unvorstellbaren Folgen miterlebt und trotzdem seinen Glauben an Gott und die Menschen nicht verloren. Geschätzt bis zu neun Millionen Menschen kamen damals ums Leben, einige Städte verloren die Hälfte ihrer Bevölkerung, manche Regionen ein Drittel ihrer Einwohner:innen. Wir sollten dieses Lied anstimmen und Freud suchen, wenn die schlechten Nachrichten und schier unlösbaren Probleme wieder einmal überhandnehmen. 

Dabei darf sich die Generation Glück nicht beschweren. Die fetten Jahre sind vorbei, aber vielen Boomern geht es prächtig. Sie genießen das Leben, sind viel unterwegs, dauernd beschäftigt, und ihre Zeit auf diesem herrlichen Planeten ist absehbar. Die Probleme nicht ignorieren und sich trotzdem von den bad news nicht deprimieren lassen – das ist der Königsweg im Augenblick. Dazu eignet sich dat söke Länneken Hiddensee ganz besonders. Das ‘gesuchte kleine Eiland” in der Ostsee ist eine autofreie Insel. Man hört fast nie Motorenlärm, dafür fast immer den Wind und die Vögel. Abwechslung ist nicht viel auf Hiddensee – ein bewährtes & überschaubares Veranstaltungsprogramm, das Zeltkino, ein paar Führungen. Action & Fun sucht man hier vergebens, zum Glück. Seit Jahren kommen wir auf ‘unsere’ Insel in Form eines Seepferdchens, die es hier übrigens schon lange nicht mehr gibt. Knapp 17 km lang und zwischen 250 Metern und 3,7 km breit ist dat söke Länneken. 

Nach zwanzig Jahren radeln wir mit Freunden endlich mal wieder fast bis an die Südspitze der Insel. Ein frischer Wind hat die Luft merklich abgekühlt – die Ostsee lockt nicht zum Bade. Nichts hat sich in dieser Zeit verändert, stellen wir fest, als wir den Leuchtturm von Gellen sehen. Natürlich bleiben wir auf dem Laufenden, aber gewissermaßen aus Distanz zum hektischen Betrieb der immer neuesten Nachrichten oder Posts. Viele haben sich diesen Abstand inzwischen angewöhnt, um nicht in einen ausweglosen Pessimismus zu verfallen. Wir radeln bei strahlendem Sonnenschein und kühlem Wind über die herrliche Insel zurück zu unserem Quartier. Immer wieder kommt mir der Vers “Geh aus, mein Herz, und suche Freud” in den Sinn. Zuversicht kann der glücklose Kanzler ohne Regierungserfahrung gut gebrauchen. Es kursieren Gerüchte, Friedrich Merz solle durch den NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst abgelöst werden.

In Zeiten der Monologe

Julia Windischbauer in der Serie „Etty“ auf ARTE. © Anne Wilk / Mark de Blok / Reiner Bajo

Glück gehabt. Wir haben von den 10 bemerkenswertesten Theaterproduktionen der letzten Saison, die eine siebenköpfige Jury aus über 700 Aufführungen ausgesucht hat, die besten erlebt. In Erinnerung bleiben “Fräulein Else” mit Julia Riedler, “Serotonin” mit Guido Lambrecht und “Die Welt im Rücken” mit Paulina Alpen – Inszenierungen beeindruckender Monologe. Ohne diese bewegenden Bühnenerlebnisse schmälern zu wollen, spiegelt das Theater hier eine Entwicklung, die zu denken gibt. Nicht mehr in Dialogen werden politische und gesellschaftliche Probleme verhandelt, sondern man haut einfach einen raus: in die Echokammern von Social Media, in Interviews oder Statements. Der “zwanglose Zwang des besseren Arguments” (Jürgen Habermas) hat da schon lange keine Chance mehr, und es ist noch nicht abzuschätzen, welche Folgen das für Gesellschaften haben wird, die angesichts der wachsenden Probleme (Generationengerechtigkeit, Überforderung der Sozialsysteme, globale Krisen und Kriege, Klimawandel) mehr denn je Verständigung und faire Kompromisse benötigen. 

Bemerkenswert bei der 63. Ausgabe des Theatertreffens, das aus Bundesmitteln finanziert wird, war das Desinteresse der Kulturpolitiker an dem Festival, das unter der Leitung von Nora Hertlein-Hull eine Auslastung der Veranstaltungen von nahezu 100% verzeichnete. Der glücklos und ungeschickt agierende Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ließ sich nicht einmal blicken. Vielleicht hätte er sich sogar von der Begeisterung des Publikums anstecken lassen – standing ovations gab es in diesem Jahr erstaunlich oft. Die Kritikerin Barbara Berendt konstatierte bei rbb24 Inforadio Kultur “eine große Begeisterung für das Spektakel bei der Jury bei dann doch oft wenig Gedankenschärfe”. Sie dürfte Rüdiger Schapers Bilanz im Tagesspiegel zustimmen: “Dass Monologe in Mode sind, tut dem Theater gut. Ansonsten kann man das Berliner Theatertreffen schnell wieder vergessen.” (18.05.26). Die Fans von spektakulären Events werden sicherlich wieder am 10. und 11. Oktober auf ihre Kosten kommen: dann wird die internationale Koproduktion “A Year without Summer“ in der Regie von Florentina Holzinger als TT Nachspiel in der Volksbühne am Rosa‑Luxemburg‑Platz gezeigt. 

Spektakulär in einem ganz anderen Sinne ist die Serie “Etty”, die jetzt in der ARTE-Mediathek zu sehen ist. Eindringlich und bedrückend wird die Geschichte der Amsterdamer Jüdin Etty Hillesum erzählt, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde und deren Tagebücher zum Glück erhalten blieben. Verkörpert wird Etty von der fabelhaften Schauspielerin Julia Windischbauer, in deren Spiel und Mimik sich die schleichenden Veränderungen ausdrücken. Das Drehbuch der sechsteiligen Reihe stammt von Hagai Levi (“In Therapie”), der den Zeitpunkt der Handlung in eine Jetztzeit ohne Internet und Smartphone verlegt. Langsam und beinahe unmerklich verdüstert sich das Leben für die jüdische Bevölkerung in Amsterdam – sie dürfen Läden und Kneipen nicht mehr betreten, sie müssen ihre Fahrräder abgeben, es gelten Ausgangssperren für sie. Im letzten Jahr hat die Recherche‑ und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) in Berlin fast 2.200 antisemitische Vorfälle registriert. Gerüchten zufolge wird eine jüdische Meisterkonditorei, nicht weit entfernt von unserer Wohnung, Ende des Monats schließen, heimlich, still und leise. 

Hoffnungslosigkeit

Allein in der Box: Guido Lambrecht in „Serotonin“ beim Theatertreffen. © Thomas M. Jauk

Längst nicht alle haben diesen Theaterabend in Potsdam durchgehalten. Nach über fünf Stunden ohne Pause ist Guido Lambrecht fertig. Ganz allein in einer weißen Box hat er eine Adaption von Michel Houellebecqs Roman “Serotonin” vorgetragen – eine physische und psychische Leistung ohnegleichen. Während das Publikum selbst bestimmte Pausen machen kann oder ganz abtaucht, erzählt Lambrecht immer weiter. Nur gegen Ende unterbrechen laute Motorengeräusche seinen Redefluss – eine kurze Atempause für ihn und die noch verbliebenen Besucher:innen. Obwohl wir mehrfach in Erwägung gezogen haben zu gehen, bleiben wir bis zum Ende, nicht zuletzt aus Respekt vor der unglaublichen Leistung dieses Schauspielers. Er hat nicht nur einen typischen Houellebecq vorgetragen, in diese geschickt geraffte Version des Regisseurs Sebastian Hartmann wurde sogar noch Lambrechts eigener Text “Der Junge” eingewoben. Das stiftet Verwirrung, aber wer behält am Ende des eindrucksvollen Abends noch den Überblick. Herzlicher Applaus für ein ungewöhnliches Erlebnis beim Theatertreffen, das wir gewiss nicht vergessen werden.

Einmal spricht der Ich-Erzähler im Roman von einer Hoffnungslosigkeit ohne Hoffnung. Der in eine tiefe Depression verfallende frühere Agraringenieur zieht eine bitter traurige Bilanz seines Lebens und rechnet sich aus, wie viele Sekunden sich sein Körper bei einem Fenstersturz in freiem Fall befinden würde. Sebastian Hartmann, von dem in der Corona-Zeit eine bemerkenswerte Inszenierung des “Zauberberg” zu sehen war, ist bei diesem Theatertreffen noch mit einer anderen Produktion vertreten: “Der Hauptmann von Köpenick” (Staatstheater Cottbus) steht morgen auf unserem Programm. Hartmann schwebt übrigens ein “Festival aus Osttheatern” vor (Tagesspiegel, 28.04.26). Er hat den “größenwahnsinnigen Gedanken”, in einer Spielzeit an zehn Häusern in Ostdeutschland zu inszenieren, jeweils vier Wochen bliebe er immer an einem Ort. Theaterbesessene wie ihn braucht es heute dringender denn je.

Natürlich kann das Theater nicht die Welt retten, aber es kann uns Momente des Innehaltens im Hier und Jetzt schenken, die in der zunehmenden Digitalisierung immer mehr verloren gehen. Gerade jungen Menschen sind solche Erlebnisse & Erfahrungen zu wünschen. Vertraut man der Trendstudie “Jugend in Deutschland 2026”, dann blicken junge Leute zwischen 14 und 29 Jahren skeptisch in die Zukunft. “Dauerkrisen, unsichere berufliche Perspektiven, Schulden und mentaler Stress prägen die Lebenslage vieler junger Menschen. Als Reaktion wenden sie sich den politischen Rändern zu oder denken sogar daran, Deutschland zu verlassen. Das ist die zentrale Botschaft der neunten Trendstudie Jugend in Deutschland 2026“ (zitiert nach Forschung und Lehre. Alles, was die Wissenschaft bewegt). Fragt sich nur, ob das Leben in der Schweiz (liegt im Ranking vorn), Kanada, Australien oder Skandinavien besser wäre. Die Boomer sollten diese Ergebnisse als Weckruf verstehen und nicht ihre Interessen gegen die Zukunft der Jungen durchdrücken. In den nächsten zehn Jahren scheiden 4 Millionen Arbeitnehmer:innen in Deutschland aus dem Erwerbsleben aus. Und dann?  

Leben als Theater

Thomas Schmauser als Mephisto beim Theatertreffen. © Armin Smailovic

“Ich lebe im Theater”, stellt Mephisto einmal in dem gleichnamigen Stück der Münchner Kammerspiele fest. “Roman einer Karriere” hat Klaus Mann sein Werk genannt, das er bereits 1936 geschrieben hat, in dem er das Leben von Hendrik Höfgen erzählt. Dieser Schauspieler, nach dem Vorbild Gustav Gründgens gezeichnet, laviert sich durch die NS-Diktatur. Jette Steckels Inszenierung an den Münchner Kammerspielen spielt geschickt mit dem Theater im Theater und bricht und unterbricht immer wieder die Erzählperspektiven. Nur verflacht sie durch unnötige Aktualisierungen den brandaktuellen Gehalt des Romans. Thomas Schmauser gibt den Mephisto allzu oft als charakterschwachen Hanswurst, der einknickt, wenn es gilt, für seine Überzeugungen einzustehen. Für seine Rolle erhielt er die Auszeichnung “Schauspieler des Jahres” (Theater heute) und einige Preise; uns kann er allerdings nicht überzeugen. Gründgens war charismatisch – ein kalter Opportunist, der bis zuletzt an die Kunstfreiheit zu glauben schien. Seine Frau im Theaterstück geht nach Amsterdam in den Widerstand, ein Kollege ist nicht bereit, seine Überzeugungen zu verraten. Standing Ovations.
 
Für das Berliner Theatertreffen wählte eine siebenköpfige Jury die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der letzten Spielzeit aus – aus insgesamt über 700 Produktionen! Auffällig bei dieser Ausgabe, dass nur zwei originäre Theaterstücke auf dem Spielplan zu finden sind. Auch Fräulein Else basiert auf einer Erzählung von Arthur Schnitzler und wird hier von der Regisseurin Leonie Böhm mit Julia Riedler auf die Bühne gebracht. Meisterhaft hat der österreichische Schriftsteller in einem inneren Monolog Elses Ringen um einen Ausweg geschildert. Sie soll sich für Geld vor einem reichen Kunsthändler ausziehen, um so ihren verschuldeten Vater vor dem Gefängnis zu bewahren. Julia Riedler sucht sich erst einmal einen Platz im Zuschauerraum und plaudert mit Besucher:innen. Später auf der Bühne nimmt sie schlagfertig ihr Publikum immer wieder mit – der innere Monolog wird zu einer kollektiven Auseinandersetzung. Am Ende gelingt es Leonie Böhm und Julia Riedler Elses Ambivalenzen zu unseren zu machen; selbst der alte Lüstling bekommt Zweifel und stellt seinen Chauvinismus in Frage. Fräulein Else als weibliches Empowerment. Begeisterter Applaus.

Diese beiden Produktionen sind mit ihrem Ansatz auf der Höhe der Zeit. Überall sind national-autoritäre Kräfte auf dem Vormarsch, die den gesellschaftlichen Fortschritt zurückdrehen wollen. Es wird auf jede und jeden ankommen, Haltung und Rückgrat zu beweisen, nicht nur im Theater. Der aktuelle ARD-DeutschlandTREND fällt alarmierend aus: aktuell würden 27% die AfD wählen, die CDU käme auf 24%, die SPD auf 12%. Und nun geraten auch noch die öffentlichen Finanzen weiter unter Druck: allein für 2026 sollen die Einnahmen für Bund, Länder und Gemeinden um 17,8 Milliarden Euro einbrechen. Noch alarmierender sind die letzten Umfragen aus Sachsen-Anhalt. Dort liegt die AfD mit 41% vor der CDU mit 26%, Linke 12%, SPD 7%. Im Programm für die Landtagswahl am 06.09.26 fordert die rechtsextreme Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund u.a. die Streichung der Klimaziele und die Abschaffung aller Russland‑Sanktionen, die Remigration und eine mögliche Aufhebung der Schulpflicht. Die Fragen aus “Mephisto” stellen sich bitterernst in der Wirklichkeit. 

Ausharren

Basement Berlin in der Donau 115. © Rolf Hiller

Wir kommen entspannt in dem kleinen Jazzclub Donau 115 in Berlin Neukölln an; zwei Plätze in der dritten Reihe hat uns ein Freund noch reserviert. Das Konzert könnte losgehen, allein der Bassist ist noch mit dem Taxi unterwegs, verrät der Bandleader Gebhard Ullmann vollkommen entspannt. Oliver Potratz kommt aus Bremen, der Bassist hatte dort auf der jazzahead! einen Auftritt. Dann ist Basement Berlin, das neue Projekt von Ullmann, vollständig – und ab geht’s. Der umtriebige Komponist hat eine feine Gruppe beisammen: neben ihm am Saxophon stehen Silke Eberhard (as, bcl) und der Posaunist Jérôme Bugnon auf der winzigen Bühne. Kaum zu sehen, aber ungemein vielseitig trommelt die junge Schlagzeugerin Mia Ohlmeier. Dieses hochkarätig besetzte Quintett spielt zwei Sets und begnügt sich mit einer Mindestspende von 10 Euro. Viel dürfte für die Gruppe im Hut nicht zusammengekommen sein – nicht einmal fünfzig Jazz-Fans sind an dem milden Frühlingsabend gekommen. Mehr finden in der Donau 115 ohnehin kaum Platz.
 
Das Warten auf den Bass hat sich jedenfalls gelohnt. Ich bleibe auf meinem Platz sitzen, mache nichts und lasse die Gedanken schweifen. Letztlich wissen alle, dass es so nicht weitergehen kann – Deutschland hat nur eine Zukunft, wenn endlich die seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten anstehenden Reformen angepackt werden. Es hat nicht den Anschein, als hätte die aktuelle Bundesregierung das Format und die Kraft, die Lage in deutschen Landen schonungslos zu analysieren und eine Agenda 2040 aufzustellen. Das habe ich an dieser Stelle vor einem halben Jahr notiert und nicht zum ersten Mal eine Strategie angemahnt. „Gesundheits-, Renten- und Steuersysteme flott machen”, kommentiert die Augsburger Allgemeine etwa diese Woche, “die Wirtschaft wieder konkurrenzfähig, Wohnen, Heizen und Autofahren bezahlbar, die Bundeswehr verteidigungstüchtig, Grenzen und Innenstädte sicher – die ganz große Mehrheit der Menschen im Land wünscht sich das. (…) Nichts ist es mit dem versprochenen großen Reformpaket aus einem Guss, stattdessen Stückwerk und Streit wie zu schlimmsten Ampelzeiten“. (27.04.26)
 
Diese Woche war ich wieder in unserem Kasseler Büro und stellte meinem Team natürlich die Frage, die derzeit viele Kulturinteressierte umtreibt: Was hört man denn von der documenta 16, die vom 12. Juni bis 19. September 2027 stattfinden wird. “Nichts” war die knappe Antwort und dabei wollen wir in der Juni-Ausgabe ein Interview mit der künstlerischen Leiterin Naomi Beckwith machen. Nicht nur FRIZZ Das Magazin für Kassel muss warten – niemand bekommt derzeit einen Termin. Ist dieses Schweigen klug? Nach der “Antisemita” (Der Spiegel) 2015 wäre Kommunikation und Transparenz sicherlich angezeigt. Nicht nur die Hessisch Niedersächsische Allgemeine aus Kassel ist irritiert. “Was passiert in der neuen Kunstausstellung? – documenta-Leiterin schweigt” titelt die HNA am 30.04.26, aber ihr Autor Mark Christian von Busse zeigt durchaus Verständnis: “Sicher ist es klug, erst an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn die Dinge spruchreif sind, keine halbgaren Überlegungen zu kommunizieren. Gleichzeitig weiß Beckwith sicher, wie sehr Kunstszene, Politik und Medien auf jedes ihrer Worte gieren. Und dass sie ihre Äußerungen immer im Lichte der die Kulturwelt zerreißenden Antisemitismus-Debatte diskutieren würden.” Glückauf Naomi Beckwith!