Manhattan

Wir wollen mit dem Bus die Columbus Avenue hinunter zum Highline Park fahren, müssen aber noch einen Stop am Columbia Circle einlegen. Denn online konnten wir keine Tix für das Konzert von Kurt Elling and Friends Celebrate Jon Hendriks im Dizzy’s Club reservieren. Vor Ort haben wir mehr Glück und ergattern die letzen beiden Table-Plätze für die Show um 7.30h p.m., sollen aber möglichst schon um sechs kommen. Vor der der Weiterfahrt rasch noch ein Sandwich im Souterrain der Mall. Einkaufen im Whole Foods Market (wurde im letzten Jahr von Amazon übernommen) macht schon deshalb Spaß, weil man nicht mit Muzak berieselt wird. Hier läuft angenehm laut Stevie Wonder oder Sister Sledge. „We are Family“ singen die munteren Mädels an der Kasse mit.

Vor einer Woche schwitzten wir in DC bei 34 Grad, jetzt nieselt es leicht, und die Temperatur hat sich halbiert. Rasch noch einen Taschenschirm im Shop des Museum of Art and Design besorgt, der mir mit seinem Holzknauf sofort sehr gut gefällt; fühlt sich an wie der Schaltknüppel eines Sportwagens der Sixties. Weiter mit dem Bus, der sich durch die Avenue schlängelt zur neuen Attraktion von NYC. Der Highline Park auf der Trasse einer ehemaligen Frachtlinie der Eisenbahn ist klasse und selbst im „Autumn of New York“ gut besucht. Ehe wir gen Süden schlendern noch einen Blick auf „The Vessel“, ein riesiges Treppen-Monument ohne Haus, das 2019 fertig werden soll.

Von der Christopher Street in Metro 1 zum Dizzy’s Club,  wo wir kurz nach 6 eintreffen und zu einem fabelhaften 2er-Tisch begleitet werden. Wir sind begeistert von Raum & Aussicht. Einen Club mit einem schöneren Ausblick gibt es nicht! Wir bestellen Bier und Dizzy’s Burger – vor dem Konzert, denn als brave Europäer mampfen wir nicht, während Musiker auf der Bühne stehen. Sie sind so unverschämt lässig & souverän Kurt und seine Freunde, die ein grandioses Konzert zu Ehren von Jon Hendricks spielen. Die „Times“ bezeichnete den Sänger und Dichter, der im letzten Jahr mit 96 Jahren starb, als „James Joyce des Jive“. Begleitet von einem feinen Trio, dann und wann  erweitert um ein Tenorsax singen & scatten die vier Vokalisten (mit dabei auch Hendricks Töchter Aria und Michelle) in Höchstform. Als dann der special guest des Abends die neunzigjährige  Sheila Jordan ihr „Autumn in New York“ singt,  lauscht das Publikum gebannt – „the City I love and adore“. Off the record für die Freunde des Jazz: Sheila Jordan war mit dem Pianisten von Charlie Parker verheiratet und hat bei Charles Mingus und Lennie Tristano studiert.

In bester Stimmung verlassen wir den schönsten Club der Welt, den (wo) ich kenne, und decken uns bei Whole mit den Ingredienzien für unser täglich Müesli ein. Die alten Gewohnheiten gelten auch in der Neuen Welt.

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Ein Kommentar zu „Manhattan

  1. Habe gleich Kurt Elling gehört und war bei euch. War 1981 letztes und einziges Mal in NYC. Damals gab L. Coryell sein Bestes. Rip.
    Weiterhin viele spannende Erlebnisse und Gute Reise…
    Ich drücke euch.. 🙂
    Der Bullay

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