Clara 200

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Begeisterter Applaus: Am 200. Geburtstag von Clara Schumann geben Johanna Knauth und Thorsten Kaledwei ein wunderschönes Konzert. Im Hintergrund das Gemälde „Im Garten des Lepus“ von Torsten Schlüter. © Gitti Grünkopf

Was für ein Glück! „Secret Love. Lieder und Klaviermusik zum 200. Geburtstag von Clara Schumann“ haben die Sopranistin Johanna Knauth und Thorsten Kaldewei (Klavier) ihr Programm überschrieben. Just am Geburtstag findet eine Aufführung bei einem Hauskonzert statt. Alle Gäste kommen in freudiger Erwartung, die dicht gestellten Stuhlreihen sind bis auf den letzten Platz gefüllt – in der Staatsoper sitzt man auch nicht besser. Gespannt und in hellem Licht tritt das Duo vor das Publikum, gebannt lauschen wir drei Liedern von Robert Schumann. Johanna singt zum Niederknien schön, Thorsten ist nicht nur ein einfühlsamer Begleiter, im Laufe des Konzerts erfahren wir von ihm einige Episoden aus dem bemerkenswerten Leben der Clara Schumann.

Leider konnte sie ihr Talent als Komponistin nicht entwickeln: sie stellte sich den Konventionen der damaligen Zeit gehorchend ganz in den Schatten ihres Mannes. Nach seinem Tod musste sie dann ihre sieben Kinder als Virtuosin und Klavierlehrerin durchbringen; für das Schreiben von Musik blieb ihr keine Zeit. Leider. Denn ihre Stücke und Lieder können gegen ihren genialischen Mann durchaus bestehen. Besonders beeindrucken mich die Lieder „Ich hab‘ in Deinem Auge“ und „Liebst Du um Schönheit“, hinreißend gesungen & gespielt. Wir hören aber auch Musik von Johannes Brahms und dem heute vergessenen Theodor Kirchner; beide waren Clara in secret love verbunden. Brahms soll bei ihrer Beerdigung gesagt haben, er beerdige den einzigen Menschen, den er je geliebt habe. Am Ende des herrlichen Konzerts begeisterter Applaus, es gibt noch zwei Zugaben und Johanna Knauth und Thorsten Kaldewei ist zu wünschen, dass sie „Secret Love“ noch oft aufführen können.

Clara Schumann, die ihre letzten Jahre in der Frankfurter Myliusstraße 32 verlebte,  war eine bemerkenswerte und kluge Frau. Sicherlich würde sie dem französischen Präsidenten Emmanuel Macon zustimmen, dass es keine Erde 2.0 gibt. Ganz sicher würde sie sich fragen, warum es neben Berlin immer noch sechs Ministerien in Bonn gibt und warum Regierungsmitarbeiter über 200.00 Mal zwischen Bonn und Berlin fliegen müssen (Bild, 15.09.19). Heute tagt wieder das sog. Klima-Kabinett. Fangt endlich an! Organisiert Euch besser, nutzt Videokonferenzen und den Staatskonzern Deutsche Bahn. 70% der Deutschen sind für den Klimaschutz – es soll sich nur nichts ändern und kosten darf’s natürlich auch nichts. Gute Reise!

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