Dance or Die

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„Dirty Dancing“ als Kino-Erlebnis der ganz besonderen Art. © Rolf Hiller

Heute vor 10 Jahren endete die Love Parade in Duisburg in einer furchtbaren Katastrophe. Am Eingang kam es zu einem Gedränge, es entstand Panik in der Masse und 21 Menschen mussten sterben. Die Journalistin Jessica Westen war damals bei der Veranstaltung, hat den Prozess beobachtet, der in diesem Jahr wegen Verjährung (!) eingestellt wurde und mit Opfern und Angehörigen gesprochen.  Ihre Erlebnisse & Erfahrungen hat sie fiktionalisiert und in einem Roman aufgehoben. „Dance or Die“ ist im Emons Verlag erschienen, wurde heute medial sehr beachtet und hat bei einem sog. Versandhändler 23 Höchstbewertungen erhalten. Zitiert wurde in der Kulturpresseschau  in hr2 der Richter mit den Worten, es sei eine „Katastrophe ohne Bösewicht“ gewesen. Da hat er sicher recht. Dass aber niemand für diese Katastrophe zur Verantwortung gezogen werden konnte, ist ein ungeheuerlicher Skandal!

Dem aktuellen ARD-Deutschland-Trend zufolge sind 80% der Bürger*innen mit den derzeit geltenden Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie einverstanden. 20% scheinen um so mehr gefrustet zu sein und bilden ein Potenzial, das bereit ist zur Randale.  Am letzten Wochenende eskalierte die Situation auf dem Frankfurter Opernplatz. Polizisten wollten nach einer Schlägerei helfen – und wurden angegriffen. Alkohol, Frust und Testosteron wirken unheilvoll zusammen; es genügt ein Funke, und das Unheil nimmt seinen Lauf. Diese diffuse Wut bekommen diejenigen ab, die unseren Staat repräsentieren: allen voran die Polizei, aber es gab & gibt ja auch immer wieder verstörende Angriffe auf Rettungsfahrzeuge und Feuerwehren. Der Kit unserer Gesellschaft beginnt zu bröckeln, obwohl (oder weil?) Deutschland bis jetzt so gut durch die C-Krise gekommen ist.

Aber es gibt keine Alternative. Wir müssen lernen mit diesem Virus zu leben – womöglich sogar noch längere Zeit. Noch vor einem Jahr gingen wir ins Freibad, wenn wir Lust hatten; heute müssen wir ein Zeitfenster buchen. Wir schauten uns Filme im Kino an und mussten keine Mücken vertreiben. Trotzdem war es klasse im Autokino: angenehmes Wetter, ein gut gelauntes Team und ein perfekter Service inkl. Frontscheiben-Reinigung. Nicht schöner hätten wir uns unseren ersten Besuch in einem Autokino vorstellen können. Zur Prime Time steht nur „Dirty Dancing“ auf dem Programm. Uns gefällt sogar diese Schmonzette, und wir kommen gerne wieder zu einem Kino-Erlebnis der ganz besonderen Art.

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