Zu Hause

Zu Hause am See. Andy (Charly Hübner) mit der Heimkehrerin Berit (Karoline Schuch) in der packenden Miniserie „Für immer Sommer 90“. © ARD Degeto/Manju Sawhney

Bleiben Sie zu Hause und machen Sie von dort Ihren Job. Auf diesen Satz dürften sich das Kanzleramt und die Ministerpräsident*innen noch verständigen, aber ansonsten herrscht die sattsam bekannte Kakophonie aus deutschen Landen. 15 km weg von zu Hause für Freizeitaktivitäten, nur noch 1 Gast pro Haushalt inkl. Kinder (Ausnahme Alleinerziehende), Schulen auf, Kitas zu… Wer blickt da noch durch? Passend zur allherrschenden Verwirrung, dass immer wieder Interna aus dem Kanzleramt an die Bildzeitung durchgestochen werden – womöglich sogar mit Absicht. Trotz aller Maßnahmen: die Zahlen der Neu-Infektionen und Corona-Toten sind & bleiben hoch. Die Warn-App mit Segen der Datenschützer bringt überhaupt nichts, alle Beschränkungen & Verschärfungen können die Ausbreitung des Virus nicht stoppen, zumal die Mutanten deutlich ansteckender sind.

Also treffen wir (fast) niemanden mehr und bleiben zu Hause. Erstmals seit Menschengedenken schauen wir in der Tageszeitung nach dem TV-Programm und sind überrascht, was die viel gescholtenen Öffentlich-Rechtlichen in ihren Mediatheken anbieten, etwa in der ARD die Mini-Serie „Für immer Sommer 90“ (4 x 22 Minuten). Der Film entstand bereits im letzten Jahr unter Corona-Bedingungen und erzählt authentisch & frisch im Stile eines Road-Movies die Geschichte eines Investment-Bankers (Charly Hübner), der mit dem Vorwurf einer Vergewaltigung während einer Fete vor dreißig Jahren in Meck Pom konfrontiert wird und zur Klärung in die alte Heimat fährt. Dass Geld die Welt regiert, aber nicht alles ist, fängt er langsam an zu begreifen. „Du verstehst die Leute. Die Leute verstehen Dich“, erklärt eine Freundin, die wieder nach Hause zurück gegangen ist. Am Ende des Films geht er spontan schwimmen – an der Lieblingsstelle seiner Jugend.

Nach quälend langen Wochen & Monaten wählt die Mitgliederversammlung der CDU endlich einen neuen Vorsitzenden, natürlich von zu Hause aus. Die Aussetzung der Entscheidung hat nichts gebracht, und selbst Insider haben keinen heißen Favoriten. Armin Laschet, hinter dem der CDU-Landesverband in NRW steht, der neokonservative Friedrich Merz, oder macht das Rennen doch der besonnene Außenpolitiker Norbert Röttgen. Kann einer von ihnen gar Kanzler oder werfen doch noch Jens Spahn und der Söder Markus ihren Hut in den Ring. Beide gelten dem Tagesspiegel als „Typus des Körperpolitikers, der allein mit Präsenz und Selbstbewusstsein viele Menschen beeindruckt“ (06.01.21) Der neue CDU-Vorsitzende kommt jedenfalls aus NRW, ist männlich und katholisch. Glück auf!!!

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