Abschiede

In Memoriam Eugen Hahn: Tony Lakatos (ts), Martin Sasse (p), Thomas Heidepriem (b) und Andreas Neubauer (dr) spielen im Friedwald Dietzenbach.

Über 100 Jazzfans aus aller Welt wollten bei der Trauerfeier für Eugen Hahn am letzten Freitag digital teilnehmen. Der Macher des ältesten Jazzclubs in Deutschland war kurz vor Weihnachten gestorben; fast 35 Jahre lang hat er den Frankfurter Jazzkeller geleitet und mit seiner jovialen Berliner Art geprägt. Für Momente konnte ich die Stimmung im Friedwald von Dietzenbach an diesem Nachmittag spüren – mehr ist mit einem Stream auf YouTube nicht möglich. Es fehlt die Präsenz im Augenblick, die sich am Notebook nicht einstellen kann, und bestätigt meine Skepsis gegen das Streaming. Einige Tage später sind wir auf einer Trauerfeier für eine Freundin; wir sind ganz da und nicht bloß dabei. Streaming ist ein guter Ersatz, ein Notbehelf, wird aber für mich nie eine Alternative zum realen Erlebnis sein.

Stell Dir vor, es ist Pandemie, und niemand weiß, wo wir uns anstecken (können). Verabschieden müssen wir uns von der Illusion, wir könnten eines Tages das mutationsfreudige Virus endgültig kontrollieren. Und so geht es von Lockdown zu Lockdown, inklusive verfrühter Diskussionen über eine Impfpflicht für medizinisches Personal und eine europäische Impfbescheinigung, die Privilegien verspricht. Der Alltag sieht derzeit schnöder und widersprüchlicher aus, in den Worten der Koblenzer Rheinzeitung: „Viele denken an die peniblen Hygienevorkehrungen beim Friseur, der nicht arbeiten darf, während sich die Menschen an der Supermarktkasse drängeln. Viele denken an das griechische Restaurant mit Plexiglastrennwänden zwischen dezimierten Tischen, die nicht genutzt werden dürfen, während sich die Menschen in Busse und Bahnen quetschen.“ (20.01.21)

Neues Spiel, neues Glück. Keine Zukunft haben in der CDU Friedrich Merz und Norbert Röttgen mehr, wiewohl der durch Merz repräsentierte Wirtschaftsflügel die Partei weiter beschäftigen wird. Womöglich richtet es ja der unterschätzte Armin Laschet; auch Helmut Kohl und die amtierende Kanzlerin wurden lange von den Parteigranden nicht ernst genommen. Nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird sich die K-Frage klären, dann erst erfahren wir, ob es der Söder Markus wirklich (schon) wissen will. Seine Zukunft hinter sich hat hoffentlich auch der Ex-Präsident Twitter, der natürlich nicht der verheißungsvollen Inauguration seines Nachfolgers Joe Biden beiwohnte. Donald Trump blieb sich treu und das macht ihn weiter so gefährlich.

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