Drinnen & Draußen

Alle Gewächshäuser seit Monaten dicht – trotz Corona-Test. © Rolf Hiller

Fieber!!! Selbst furchtlose Menschen schreckt in Zeiten der Pandemie, wenn sie sich plötzlich grippig fühlen. Ich fröstele, bin wacklig auf den Beinen, heiß ist der Kopf. Rasch ist ein Selbsttest beschafft, und wir studieren genauestens die Instruktionen. Natürlich kommt das Set aus China. Also das Wattestäbchen von „Gongdong“ vorschriftsmäßig benutzt, dann die Probe in die kleine Teststation – und warten. Wenn nach 15 Minuten zwei Striche zu sehen sind, könnte eine Infektion mit dem tückischen Virus vorliegen. Zum Glück ist nur ein Streifen zu sehen, aber ich lasse ein paar Tage später zur Sicherheit noch einen Schnelltest machen – auch negativ. Damit lässt sich etwas anfangen. Also buchen wir für den Abend ein Zeitfenster im Botanischen Garten Berlin; zuvor muss allerdings die Schlussredakteurin dieses Blogs noch einen Schnelltest machen. Unweit unserer Wohnung ist eines dieser Lounge-Test-Zentren, wo es avanti dilettanti zur Sache geht, und der Rubel rollt. Sinnigerweise fährt nach der allzu lockeren Prozedur ein auffälliger weißer BMW vor. Echt krass! Wer testest eigentlich die Test-Zentren?

Auf mit negativen Tests im Gepäck zum Spaziergang durch den Botanischen Garten. Ein frischer, grauer Frühlingstag, nur ein knappes Dutzend Besucher:innen ist auf dem weitläufigen Gelände unterwegs. Natürlich müssen die schönen, alten Gewächshäuser seit Monaten geschlossen bleiben, und es gibt einige Baustellen. Warum die sog. Bundesnotbremse nicht zwischen drinnen und draußen unterscheidet, warum jeder Park voller sein darf als Zoos oder Botanische Gärten, bringt die allherrschende Absurdität unseres Lebens derzeit auf den Punkt. Aber wir machen (fast) alle brav & schicksalsergeben mit, die Zahlen sinken, und diese Maßnahmen sind ja bis Ende Juni befristet. In die allgemeine Unübersichtlichkeit passt die Nachricht, dass Söder Markus als Erster in Bayern die Priorisierung bei den Impfungen aufgehoben hat. Das hat ihm wieder eine Schlagzeile gebracht, schafft aber nicht mehr Impfstoffe in die Praxen und Zentren.

Die Konsequenzen dieser Entscheidung, der schon Baden-Württemberg und Berlin gefolgt sind, hat die Neue Osnabrücker Zeitung beleuchtet: „Deutschland hat endlich den Impfturbo eingeschaltet, doch Tausende versuchen, sich vorzudrängeln. Es wird getrickst und gelogen, oder es werden gar Dokumente gefälscht, wie Behörden berichten. Dieser Kampf um den Impfstoff offenbart, wie wichtig die strenge Einhaltung der Priorisierung gewesen ist. Bitter, dass das Problem der Vordrängler kaum vollständig in den Griff zu bekommen ist. Denn oft lassen sich die Angaben über Beruf, Schwangerschaft der Schwester oder den Pflegebedarf der Oma nicht zweifelsfrei überprüfen. Lieber schnell impfen, lautet da die richtige Devise. Wer jedoch beim Betrügen erwischt wird, sollte dafür büßen.“ (12.05.21) Im Zweifel sind mir die Impf-Drängler noch lieber als die Impf-Verweigerer. Egoisten sind beide!

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