Die Hoffnung stirbt nie!

Wolodymyr Selenskyj an Wladimir Putin: „Setz Dich zu mir, sag mir, wovor Du Angst hast.“ © Pixabay

Wir haben es nicht geschafft, leider! Wir waren nicht bei der größten Friedensdemonstration seit Jahrzehnten auf der Straße des 17. Juni in Berlin. Die Veranstalter meldeten eine halbe Million Teilnehmer:innen, die Polizei ging von über 100.000 Menschen aus, die gegen Putins Überfall auf die Ukraine demonstrierten. Mucksmäuschenstill sei es während der Schweigeminute gewesen; nur die Vögel hätten gezwitschert. Ein starkes Signal für die Ukraine, die nach einer Woche Krieg zunehmend in Bedrängnis gerät. Das UN-Flüchtlingshilfswerk rechnet mit 10 Millionen Menschen, die ihre Heimat verlassen werden; davon suchen vermutlich 6 Millionen einen sichereren Ort im Land. Die größte Flüchtlingswelle seit dem 2. Weltkrieg droht. Anders als 2015 zeigen sich dieses Mal auch Polen und Ungarn gastfreundlich und haben schon Hunderttausende aufgenommen. Die Hilfsbereitschaft ist im Moment (noch) beeindruckend. Jede:r überlegt, wie der Ukraine geholfen werden könnte. Morgen hat eine Mitarbeiterin Geburtstag und bittet in einem Facebook-Post, in diesem Jahr auf Geschenke zu verzichten – und zu spenden.

Unter Tränen berichtete eine Deutschlehrerin aus Kiew im Radio, es gebe in der Ukraine Gerüchte , die Russen wollten das AKW Tschernobyl in die Luft sprengen. Wir wollen es nicht glauben, wir wollen nicht wahrhaben, wozu Putin fähig ist. Nach dem Aufstehen mache ich morgens immer sofort das Radio an und höre mit Schrecken, das AKW Saporischschja wurde  bombardiert. Zwar ist keiner der sechs Reaktorblöcke des größten Atomkraftwerks in Europa getroffen, aber diese Nachricht ist dennoch schockierend. Inzwischen haben die Russen das AKW eingenommen. Offensichtlich wollen sie die Versorgungsinfrastruktur unter Kontrolle bringen und die Ukraine zur bedingungslosen Kapitulation zwingen. Wie es scheint, ist Putin nicht bereit, sich auf Gespräche einzulassen. Mit dem Mut der Verzweiflung wendet sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj  direkt an den russischen ‚Zaren‘: „Ich beiße nicht. Ich bin ein ganz normaler Typ. Setz Dich zu mir, sag mir, wovor Du Angst hast.“ (zitiert aus dem F.A.Z. Newsletter vom 04.03.22).

Wenn Rationalität und Verständigung nicht mehr möglich sind, wird es gefährlich – für uns alle. Wen auch immer ich treffe uff de Gass‘ oder in Geschäften: alle sind voller Sorge. Der Überfall auf die Ukraine betrifft uns jeden. Was die Menschen dort durchmachen, können wir uns nicht vorstellen. Anfang der Woche war für einige Zeit die Heizung ausgefallen, und ich saß in Decken gehüllt am Rechner; es wurde unangenehm frisch in meinem Zimmer. Nach ein paar Stunden war es wieder warm und alles wieder in Ordnung, wahrscheinlich dank russischer Rohstoffe. Nichts ist in Ordnung! Wie mag es den Bürger:innnen in Kiew gehen, die seit einer Woche Nacht für Nacht angsterfüllt in den kalten U-Bahn-Stationen kampieren? Kanzler Olaf Scholz hat recht mit seiner Diagnose einer Zeitenwende, manche sprechen gar von einem Epochenbruch. Was das bedeutet, weiß niemand. Wir sollten auch, aber nicht nur mit dem Schlimmsten rechnen. „Die Hoffnung stirbt nicht zuletzt, die Hoffnung stirbt nie!“ (Anonymous)

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