Worlds

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Savoir vivre in Castro.

Heute ist wieder Italien, ein strahlender Tag, während wir uns gestern bei unserer Tour zum Hafen in Island wähnten. Auf jeden Fall ist das Klima hier rauher als an der Ostküste – auch im Umgang miteinander. Die Menschen sind weniger freundlich, „how are you?“ hören wir seltener und bei unseren notorischen Schwierigkeiten mit den Ticket-Automaten wird ein Mitarbeiter der „Muni“ richtig ausfallend. Wir sehen in der Hippie Metropole der Sixties auch deutlich mehr Freaks, Dropouts und Outsider – und riechen oft würzig Haschisch. In Castro laufen Sonderlinge unverhohlen aggressiv durch die Straßen, einem Stricher rutscht die Jeans auf die Knie und gibt einen violetten String-Tanga preis, ein Biker röhrt in grünem Kampfanzug um die Ecke, als fahre er in den Krieg. Könnten Tarantino-Filme in New York entstehen?

Doch nun aber genug mit Bashing. Die Krieger sind verschwunden, wir sitzen im der  „Le Marais Bakery“ und werden von einer zauberhaften, französischen Ingrid bedient. Croque Monsieur und Omelette vom Feinsten bei strahlendem Sonnenschein mit Blick auf die bunten Holzhäuschen. Die Welt ist wieder gut, wir ziehen weiter und entdecken nahe Mission das swinging San Francisco unserer Träume. Hier macht Flanieren wieder Freude, in einem keinen Schaufenster sind zwei Moderatoren eines Public Radio zu besichtigen, es gibt Second-Hand-Geschäfte mit wilder Mode & alten Schallplatten, Shops mit originellen Ideen.

Wir besorgen in einer verführerischen Schokoladen-Manufaktur ein Präsent für Tante & Onkel, düsen mit der BART nach Orinda und landen in einer anderen Welt. Die beiden wohnen in einem wunderschönen Haus am Berg, trotz der Dürre ist alles grün – Idylle pur. Das Gespräch wechselt munter die Sprachen und Ebenen, dann und wann schreiten gemächlich Rehe vorbei und plötzlich steht der Cousin in der Tür. Wir sind zum Fine Dining in die Western Lounge  „Casa Orinda“ eingeladen und lassen uns verwöhnen. In Vitrinen jede Menge Waffen, an den Wänden Gemälde vom Leben in former times. Erfüllt nehmen wir Abschied und fahren mit dem Pianisten Erroll Garner zurück nach SF. Der Cousin spielt genau die CD im Auto, die ich am Morgen in I-Tunes geladen habe: „Concert by the Sea“. GROSSartig!

 

 

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