Leavin‘ the States

Irritation als Geschäftsprinzip: „Gentle Monster“ verkauft Brillen.

Where is the art? On the street. Zu sehen sind merkwürdige Gestalten aus Schnüren, die teils im immer gleichen Rhythmus zucken. Was ist denn das? Wir treten ein und entdecken seltsame Maschinen, die sich nur für sich bewegen; sie könnten von Thomas Bayrle stammen. Ist das eine Avantgarde-Galerie am Broadway downtown, ein Hotspot zwei Steinwürfe weg vom ACE? Mitnichten – „Gentle Monster“ ist der coolste Brillenladen der Welt, das Personal gehört zum Gesamtkunstwerk. Draußen vor der Tür ist wieder Realität. Ein Obachloser sitzt verloren auf der Bank an der Bushaltestelle, eine Frau im Rollstuhl starrt ins Leere und brabbelt vor sich hin.

Die Gegensätze und Widersprüche sind krass in LA. Kaum raus aus einem Edel-Shop, bitten arme Teufel um ein paar Cent oder haben schon ganz resigniert. Die Obdachlosigkeit ist sichtbar in dieser Stadt, springt viel stärker ins Auge als in D.C., NYC oder SF. Immer wieder treffen wir auf solche Menschen, als wir den Broadway hinaufgehen. Wir wollen uns das MOCA zumindest von außen anschauen. Vorher aber noch zwei Doppelte zum Spitzenpreis dieser Reise: schlappe 17,52 $. Dafür waren sie gut, und der MOCA-Shop bekommt 100 Punkte, weil es dort „Leuchtturm“ gibt, die besten Notizbücher von die ganze Welt. Auch im Laden der Walt Disney Concert Hall werden wir wieder ärmer. Da wollen wir unbedingt mal ein Konzert erleben und legen LA endgültig auf Wiedervorlage.

Zum Abschluss gönnen wir uns natürlich Burger und geben uns eine Busfahrt mit suspense, um Hitchcock nicht zu vergessen. Wir steigen in der Union Station in den Flughafenbus und verfolgen voller Angst bei Google unseren Transfer zum Airport. Der Helldriver quält sich durch den Megastau, wir sehen unseren Flieger fliegen – ohne uns. Plötzlich geht es doch voran und wir erreichen unseren Terminal um 17.35h. Zehn Minuten später sind wir das Gepäck los und unsere Angst; um 18.05h hätte der Schalter geschlossen! Easy & friendly das Boarding, und wir sind beede überrascht, wie schnell die knapp zehn Stunden an Bord vergangen sind. Eine mittelgroße Mütze Schlaf wird uns bei der Zeit-Umstellung helfen. Ein Geburtstagsfest in Berlin sicher auch. Ende für heute um 16.42h vom Frankfurter Flughafen, begonnen habe ich diese Zeilen per App zwischen den Kontinenten. Brave New World.

2 Kommentare zu „Leavin‘ the States

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