Ritt nach Prag

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Spektakulärer Blick auf die Burg bei der Gymnastik.

Pferdewechsel in Dresden, d.h. S und ich zuckeln weiter mit dem abgeranzten EC Richtung Budapest. Die Sitze sind tausendfach durchgesessen, das Abteil eng und stickig. Dafür gibt’s Internet. Hilft aber nichts, die Reise ist lang & leer, irgendwie dösen wir ein und sind plötzlich in Prag. Endlich steht mal wieder ein 3MW an, ein 3-Männer-Wochenende, dessen Höhepunkt noch immer das beliebte Auspunkten ist. Einer steht im Tor, die anderen beiden Männer dürfen nur aus der Luft schießen oder kicken. Aber um Fußball oder Gewinnen geht es gar nicht beim 3MW; es geht um Zeit zusammen sein erfüllte Zeit mit  Gesprächen, Erinnerungen und Vergewisserungen. Ich bin immer noch müde vom Jetlag, schlafe manchmal beim Gehen ein und wache im Morgengrauen auf.

Dann Früh-Gymnastik mit dem spektakulären Blick auf die Burg. Golo Mann hat zu recht einmal bemerkt, diese Wohnung biete die schönste Aussicht in ganz Europa. Früher war hier  die Botschaft der DDR untergebracht, jetzt residiert dort das Goethe Institut, das B noch bis Ende des Monats leitet. Zusammen mit seiner Frau auf den „authentic“ Wochenmarkt. Abgesehen von einigen Touris fast nur Tschechen zu treffen, wie B lakonisch feststellt. Vielfalt ist anderswo. Aber vor dem Besuch des großartigen & großzügigen Giraffengeheges im wunderschönen Zoo ist noch ein Mittagsschlaf von Nöten. Tags drauf verlassen wir beschwingt die Goldene Stadt mit dem gleichen elenden EC Richtung Berlin. Wir sitzen dieses Mal nicht am Fenster sondern in der Mitte – kürzer wird die Reise nicht.

Nach 24 Stunden Frankfurt komme ich am Dienstag wieder in Berlin an: Premiere „Vive la Vie“ von Katherine Mehrling & Band in der „Bar jeder Vernunft“ (www.katharine-mehrling.de).  Zuvor gastierte die Truppe übrigens in New York, was schon für sich genommen eine Leistung ist. Mit ihrer grandiosen Hommage an Piaf, Madonna und die lange Zeit vergessene Jazzsängerin Inge Brandenburg, mit ihrer unglaublichen Bühnenpräsenz begeistert sie in der Bar alle & jeden, auch die Kritikern Ute Büsing vom Info-Radios: „Katharine Mehrling mit Band in der Bar, das muss geschaut und gehört werden!“ Mit „She“ verbeugt sie sich natürlich noch vor Charles Aznavour bei den Zugaben,  der am Tag zuvor gestorben war und dem sie einst Aug‘ in Aug‘ gegenüberstand. Nichts wie hin zu La Mehrling!

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