Auf nach Máncora

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Peng & Bobby erkunden Lima auf eigene Faust.

Lima. Ich starte meine Reise in der Hauptstadt von Perú. Meinen Job habe ich aufgegeben und reise nun begleitet von meinem guten Freund Robert oder Bobby wie ich ihn meistens nenne, durch Perú, Bolivien und das nördliche Argentinien. Wir sind in einem kleinen gemütlichen Hostel im Stadtteil Miraflores untergebracht. Hier lebt die Ober- und Mittelschicht;  es ist alles sehr sicher. Das Hostel heißt Kaclla, was in Quechua der Name einer haarlosen Hunderasse ist. Zwei solcher Hunde gehören dem Besitzer und sind auch immer irgendwo unterwegs. Interessante Tiere!

Unsere Tage hier starten immer gleich mit dem wirklich tollen Frühstück. Es gibt Müsli mit Früchten und Joghurt, traditionelles Brot, selbstgemachte Erdnussbutter, Saft und für mich auch meistens eine Mate de Coca. Generell sollen die ersten Tage in Lima uns erst mal zur Gewöhnung an Land, Leute und Sprache dienen. Wir machen eine Free Walking Tour, genießen die Parks oberhalb des Strandes (Foto) und erkunden die Stadt zu Fuß auf eigene Faust.

Interessant hingehen ist unser Ausflug zu den nahegelegenen Ruinen von Pachacamac oder besser gesagt: die Anreise dorthin. Da wir keine Tour zahlen wollen, beschließen Bobby und ich den Bus zu nehmen. Das Personal im Hostel rät uns davon ab, das mache keiner. Wir beraten uns kurz und sind schnell entschlossen: Wir machen es! Nochmal ein paar Informationen einholen und ab auf die Straße. Bus fahren erfolgt hier nach ganz eigenen Regeln: Fahrpläne und Haltestellen werden, so es sie überhaupt gibt, nicht allzu genau genommen. Man kann eigentlich überall ein- und aussteigen und der Bus kommt in den Ballungsräumen ohnehin regelmäßig. An der Tür steht immer eine Person, die lautstark Richtung und Zwischenhalte in die Mengen ruft, Leuten zupfeift und auch im Bus kassiert. Beim Kassieren laufen die teilweise noch recht jungen Burschen mit einer Hand voll Münzen durch die Reihen und klimpern den Leuten entgegen, die noch nicht bezahlt haben.

Wir sitzen schnell im ersten Bus zur Puente Primavera, wo wir umsteigen müssen, als ein junger Venezolaner einsteigt. Er ist 25 und wegen der wirtschaftlichen Lage aus Venezuela nach Perú gekommen, um Geld zu verdienen – seine Schwester leidet an Lupus. Er hat Bonbons mitgebracht, die er für umgerechnet 5 Cent das Stück verkaufen muss. Wir kaufen 2 und geben ihm 2 Sol dafür, umgerechnet 50 Cent. Er freut sich und verlässt den Bus, um seine Geschichte wohl gleich im nächsten erneut zu erzählen. Später steigt noch eine junge Frau aus Venezuela ein, und einige Senioren geben ihr ein paar Münzen, ohne etwas zu kaufen.

Der Umstieg erfolgt problemlos, wir fragen uns einfach durch. Im nächsten Bus sind die Reihen allerdings so eng, dass wir nur mit Gewalt hineinpassen. Ein Problem, das wir schon aus Kolumbien kennen und uns auch noch öfter begegnen wird. Am Stadtrand von Lima verändert sich das Bild dann langsam, man sieht, wie die hart arbeitende Bevölkerung lebt. Einfache, kleine Häuschen aus Backsteinen ziehen sich die trockene Hänge hinauf. Orte, die man als Tourist nie besuchen wird.

Die Besichtigung und die Rückfahrt sind nicht der Rede wert, doch lohnt sich eine Kurz-Recherche über die untergegangen Zivilisationen allemal. Wir sind froh, dass wir uns für die Anreise im Bus entschieden haben. So konnten wir ein kleines Stück Alltag einfangen, was doch weitaus interessanter ist als eine gebuchte Tour und für uns Zweck einer solchen Reise. Nächster Stop Máncora im Norden. Auch hier reisen wir mit dem Bus an, allerdings dauert die Fahrt 19 Stunden – wir können aber in den Sesseln erstklassig schlafen.

Peng

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