Hiddensee

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Freie Sicht in alle Himmelsrichtungen von der Sturmhöhe hoch oben auf der Lietzenburg heute Morgen um neun Uhr. Foto: Rolf Hiller

Von Haus zu Haus sind es 277 km, und zu Fuß dauert diese Strecke 2 Tage und 11 Stunden. Das wäre mit dem Gepäck ohnehin nicht zu schaffen – auf geht‘s mit den Freunden nach Hiddensee per Bahn, Bus, Fähre und Wassertaxi. Das Gepäck schaffen wir im Handwagen vom Hafen in Kloster zur geliebten Lietzenburg. Rasch die Sachen abgestellt, Essen gibt es nämlich nur bis 9 Uhr im „Wieseneck“. Wir werden natürlich freundlich-muffig ermahnt, dürfen aber noch etwas bestellen. Herrlich! Alles wie immer, die lange, achtstündige Reise, die uns schon einstimmt auf einen anderen Rhythmus, auf Hiddensee. Hier gibt es keine Autos und eine andere Zeit. Die Faszination dieser Insel hat sich erhalten, trotz mancher Veränderungen und der vielen Tatous (Tagestouristen), die über Mittag hier unterwegs sind.

Vom Klimawandel, der die (deutsche) Europawahl bestimmt, ist hier noch nichts zu spüren. Die Höchsttemperaturen liegen bei 15°, das Meer lädt bei 12 – 14° nicht gerade zum Bade ein. Wenn es regnet, könnte es auch schon der Frühherbst sein. Macht aber nichts: unser Sehnsuchtsort Hiddensee ist immer großartig. Natürlich verfolgen wir die Klatschen für die Berliner Regierungskoalition – die Ergebnisse für CDU und SPD sind deprimierend, das Verhalten ihrer Parteivorsitzenden danach erst recht. Annegret Kramp-Karrenbauer beschädigt sich immer mehr selbst, von der „Theresa May der SPD“ (Münchener Merkur) Andrea Nahles ganz zu schweigen. Friedrich Merz hält sich derweil sehr bedeckt und konstatierte nüchtern im „Spiegel“:  „Nach dem Ergebnis dieser Europawahl muss sich die CDU fragen, warum wir nach 14 Jahren Klimakanzlerin unsere Klimaziele verfehlen.“

Natürlich höre ich am Mittwoch „When I‘m Sixty-Four“ von den Beatles, und natürlich gehen die Frau und ich bei strahlenden Plus-12-Temperaturen zur Erfrischung ins Wasser, kurz und mutig. Der Song klingt bloß poppig leicht, hat aber durchaus eine düstere Bedeutung, die mir erstmals auffällt, mich aber nicht weiter beschäftigt. Noch ist alles gut, es geht mir gut, Glückwünsche trudeln ein, ein Strauß mit frischen Inselblumen steht auf dem Tisch, um den wir nun nicht mehr zu viert sitzen – zwei meterhohe Giraffen (zum Aufblasen) blicken stumm auf dem ganzen Tisch herum. Abends dann „Robinson Crusoe“ in der Seebühne, anschließend ein Nachtmahl im „Godewind“ (warme Küche ab Mittwoch bis 22 Uhr), zurück über den Deich beim Gezwitscher der Sprosser. Licht aus!

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