Kontraste

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Ein letztes Mal hinauf auf die Sturmhöhe – Sonnenaufgang um 4.58h. Foto: Rolf Hiller

4.47h auf. 13 Minuten vor dem Wecker. Also noch einmal rasch hinauf auf die Sturmhöhe zum Sonnenaufgang auf Hiddensee. Gymnastik, packen, die Zeit vergeht wie im Fluge. Das Schiff legt um 6.50h ab, und wir wollten eigentlich um 6.20h los. Mit dem vollgepackten Handwagen verlasse ich um 6.31h in rasendem Schritt die geliebte Lietzenburg – und erreiche bereits zehn Minuten später ganz entspannt den Hafen. Geht doch! Wir wuchten das Gepäck an Bord und genießen den Blick auf Kloster und den Leuchtturm, die immer kleiner werden. Umstieg auf ein anderes Schiff in Neuendorf und nach knapp zweieinhalb Stunden erreichen wir Stralsund. Wir haben noch Zeit, der ICE fährt erst in zwei Stunden; also ruckeln wir mit unseren gewaltigen Rollkoffern auf den wunderschönen Marktplatz und lassen es dort richtig krachen: 2 doppelte Espresso für 8,40 €. Urlaubsrekord!

Nachmittags sind wir wieder in Berlin. Es ist warm & voll in der Stadt – der Kontrast zu unserer beschaulichen, autofreien Insel könnte nicht größer sein. Eine andere Welt, erst recht im Ullrich Verbrauchermarkt am Zoo. Dort ist auch am Wochenende geöffnet, und wir staunen nicht schlecht über endlose Schlangen an den Kassen. Eine Verkäuferin nimmt’s gelassen: „Heute hat noch keiner eine Sahnetorte geschmissen, morgen wird’s noch voller.“ Da haben wir ja am Pfingstsonntag noch richtig Glück gehabt und müssen nur knapp dreißig Minuten warten, bis wir zahlen können. Die Schlange vor den Flaschenautomaten ist übrigens kaum kürzer. Wer mal dit echte Berlin erleben möchte, in all seiner Pracht & Ärmlichkeit – nüscht wie hin zum Ullrich Verbrauchermarkt. Am besten an einem Feiertag gegen 18 Uhr.

Tags drauf sind wir wieder ganz in der Nähe, in unserem neuen Lieblingskino Delphi Lux. Der FRIZZ-Film des Monats wird gezeigt: „Burning“ von Lee Chang-Dong. Nicht bloß unser Kritiker ist aus dem Häuschen: Zeit Online spricht von einem „der besten Filme aller Zeiten“, für den Tagesspiegel (05.06.2019) ist dieses ganz große Kino „nichts weniger als eine Parabel über den Menschen im frühen 21. Jahrhundert.“ Meisterhaft fesselt uns der südkoreanische Regisseur über zweieinhalb Stunden, obwohl er die Geschichte – sie basiert auf einer Kurzgeschichte von Murakami – langsam und altmeisterlich erzählt. „Weil mir die Welt ein Rätsel ist“, konstatiert der Hauptdarsteller einmal nüchtern und irritiert gleichermaßen. Diese Irritation dürfte den Machern des Humboldt-Forums allzu vertraut sein. Die Eröffnung findet nicht zum 250. Geburtstag Alexander von Humboldts statt, sondern ein Jahr später. Mindestens, denken sich die Freunde des BER – und futtern wöchentlich eine Kreditkarte. Wie wir alle!

Ein Kommentar zu „Kontraste

  1. Spannender Beitrag, lieber Freund, ich sitze gerade in Antwerpen beim Kaffee und freue mich auf unseren Ostseetrip im August.., Liebste Grüße Tina

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