Kontraste

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Ein letztes Mal hinauf auf die Sturmhöhe – Sonnenaufgang um 4.58h. Foto: Rolf Hiller

4.47h auf. 13 Minuten vor dem Wecker. Also noch einmal rasch hinauf auf die Sturmhöhe zum Sonnenaufgang auf Hiddensee. Gymnastik, packen, die Zeit vergeht wie im Fluge. Das Schiff legt um 6.50h ab, und wir wollten eigentlich um 6.20h los. Mit dem vollgepackten Handwagen verlasse ich um 6.31h in rasendem Schritt die geliebte Lietzenburg – und erreiche bereits zehn Minuten später ganz entspannt den Hafen. Geht doch! Wir wuchten das Gepäck an Bord und genießen den Blick auf Kloster und den Leuchtturm, die immer kleiner werden. Umstieg auf ein anderes Schiff in Neuendorf und nach knapp zweieinhalb Stunden erreichen wir Stralsund. Wir haben noch Zeit, der ICE fährt erst in zwei Stunden; also ruckeln wir mit unseren gewaltigen Rollkoffern auf den wunderschönen Marktplatz und lassen es dort richtig krachen: 2 doppelte Espresso für 8,40 €. Urlaubsrekord!

Nachmittags sind wir wieder in Berlin. Es ist warm & voll in der Stadt – der Kontrast zu unserer beschaulichen, autofreien Insel könnte nicht größer sein. Eine andere Welt, erst recht im Ullrich Verbrauchermarkt am Zoo. Dort ist auch am Wochenende geöffnet, und wir staunen nicht schlecht über endlose Schlangen an den Kassen. Eine Verkäuferin nimmt’s gelassen: „Heute hat noch keiner eine Sahnetorte geschmissen, morgen wird’s noch voller.“ Da haben wir ja am Pfingstsonntag noch richtig Glück gehabt und müssen nur knapp dreißig Minuten warten, bis wir zahlen können. Die Schlange vor den Flaschenautomaten ist übrigens kaum kürzer. Wer mal dit echte Berlin erleben möchte, in all seiner Pracht & Ärmlichkeit – nüscht wie hin zum Ullrich Verbrauchermarkt. Am besten an einem Feiertag gegen 18 Uhr.

Tags drauf sind wir wieder ganz in der Nähe, in unserem neuen Lieblingskino Delphi Lux. Der FRIZZ-Film des Monats wird gezeigt: „Burning“ von Lee Chang-Dong. Nicht bloß unser Kritiker ist aus dem Häuschen: Zeit Online spricht von einem „der besten Filme aller Zeiten“, für den Tagesspiegel (05.06.2019) ist dieses ganz große Kino „nichts weniger als eine Parabel über den Menschen im frühen 21. Jahrhundert.“ Meisterhaft fesselt uns der südkoreanische Regisseur über zweieinhalb Stunden, obwohl er die Geschichte – sie basiert auf einer Kurzgeschichte von Murakami – langsam und altmeisterlich erzählt. „Weil mir die Welt ein Rätsel ist“, konstatiert der Hauptdarsteller einmal nüchtern und irritiert gleichermaßen. Diese Irritation dürfte den Machern des Humboldt-Forums allzu vertraut sein. Die Eröffnung findet nicht zum 250. Geburtstag Alexander von Humboldts statt, sondern ein Jahr später. Mindestens, denken sich die Freunde des BER – und futtern wöchentlich eine Kreditkarte. Wie wir alle!

Somma auf der Insel

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Die Ostsee als Sandschlucker: Blick auf den Strand gestern.

Gegen Mittag steigen wir die 82 Stufen hinab zum Strand. Dann noch ein bisschen aufheizen und rein ins Wasser – die Ostsee ist eisekalt, es tut richtig weh. Raus nach ein paar Schwimmzügen und bis zur Steilküste gejoggt. Die Füße brennen im heißen Sand, also wieder rein, und dann die Stufen so schnell wie möglich hochlaufen. Oben angekommen rast mein Herz, und ich bin glücklich. Die Tage verlaufen gleich und sind doch immer anders. Das Leben auf der Insel hat eine eigene Zeit, es verläuft gemächlicher und tut uns gut. Vor dem Sport essen wir ein Müesli auf der Sturmhöhe,  machen Besorgungen und lesen beim ersten Espresso den Tagesspiegel (bis zu 4 € kostet ein doppelter Kick). Gegen drei dann ein Frühstück, vor dem Mittagsschlaf, versteht sich. Herrlich! Zwischendurch bearbeite ich meine Mails und bleibe entspannt auf dem Laufenden.

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Die Stufen hinab am 10,09..2016 zu einem weiten, weißen  Strand, den die „Sandspucker“ aufgeschüttet hatten. Fotos: Karl Grünkopf

Vor Jahren trafen wir eine Frau im „Wieseneck“, die nach ein paar Stunden schon ihren Inselkoller beklagte. Wir schüttelten verständnislos den Kopf. Seit zehn Jahren kommen wir auf die Insel und bedauern immer sehr, wenn die Tage hier wieder einmal zu Ende gehen. Einen Spaziergang zum Aussichtsturm auf dem Altbessin sollte man unbedingt einplanen (Bessin).  Mit dem Rad durch den winzigen Ort Grieben und dann weiter über die hoppelige Panzerstraße bis zum Abstellplatz für die Fahrräder – im Naturschutzgebiet geht‘s zu Fuß weiter. Die Schafe stören sich nicht an den wenigen Wanderern, der Blick über den Bodden auf die Insel mit dem Leuchtturm ganz oben ist grandios. Entstanden ist die Halbinsel durch den Sand, den das Meer von der Westküste hier anschwemmte. Der Neubessin, etwas weiter östlich gelegen, darf überhaupt nicht betreten werden.

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Sitzen und wandern lassen: Begegnung auf dem Altbessin. Foto: Gitti Grünkopf

Zum Somma auf Hiddensee gehört natürlich auch das Inselkino, wo der Klassiker „Lütt Matten und die weiße Muschel“ immer läuft; ansonsten bemühen sich die Macher um die Balance zwischen Arthouse und Feel-Good. Erfreut entdecken wir, dass „Gundermann“ von Andreas Dresen auf dem Programm steht. Der Film gewann heuer die „Lola“, die auch der fabelhafte Alexander Scheer für seinen Wiedergänger des Gerhard „Gundi“ Gundermann erhielt. Der Baggerfahrer im Braunkohlebergbau und geniale Liedermacher blieb so faszinierend wie widersprüchlich, eckte immer wieder mit der Partei an und war doch jahrelang als IM tätig. Nicht anders als Heiner Müller übrigens.  Wie Gundi war dieser wohl am meisten von sich selbst enttäuscht. Für Häme kein Anlass! Auch nicht über die alte Tante SPD. Die Volkspartei ade steht im aktuellen ARD-DeutschlandTrend nur noch bei 12 Prozent.

Amazonas

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Bobby und Peng mitten im Dschungel vor einem Kapokbaum.

Vorab sei gesagt, dass es wohl kaum Worte oder Bilder gibt, die dem Erlebten gerecht werden.

Es ist Ostersonntag um 05.30 Uhr, als wir von Lima im Flugzeug Richtung Iquitos, der größten, nicht per Fahrzeug auf dem Landweg erreichbaren Stadt der Welt, abheben. Ich erfülle mir einen Traum und reise ins Amazonasbecken. Der Flug dauert in etwa 2 Stunden, von denen wir die erste Stunde mit Schlafen verbringen, aber spätestens als der Amazonas endlich unter uns auftaucht und sich wie eine Schlange durch das dichte Grün des Dschungels windet, ist daran nicht mehr zu denken – die Vorfreude packt uns. Wir verlassen das Flugzeug bei bereits 25° einer Luftfeuchtigkeit von über 80% und machen uns mit dem Taxi auf den Weg in die Stadt zu unserem Hotel, wo wir herzlich vom Besitzer Señor Jaime in Empfang genommen werden. Da unser Zimmer noch belegt ist, machen wir uns aber zunächst auf in Richtung Pier, um dort zu frühstücken.

Allein der erste Anblick der Bucht löst bei mir schon ein schier unbeschreibliches Gefühl aus, ist es doch der Punkt der Reise, dem ich wohl am meisten entgegengefiebert habe. Wir frühstücken ausgiebig mit Blick auf das Wasser und machen eine erste Tour durch die Stadt, doch die Hitze treibt uns schnell wieder zurück. Señor Jaime muss uns die Erschöpfung ansehen – wir sind bereits um 03.00 Uhr aufgestanden – und gewährt uns ein Upgrade in ein größeres Zimmer. Der Rest des Tages zieht gemächlich an uns vorbei, und wir gehen früh schlafen – bereits um 08.30 Uhr wird uns der Guide abholen. Unsere Wahl für die Tage im Dschungel ist auf einen Anbieter namens Otorongo (Quechua für Jaguar) Expeditions gefallen, da wir den Ansatz des nachhaltigen Tourismus in diesem bedrohten Ökosystem sowie den Kontakt zu und die Einbindung der örtlichen Gemeinden überzeugend und überaus wichtig fanden. Uns erwarten nun 5 Tage und 4 Nächte in der eigenen Eco-Lodge 2 Stunden flussaufwärts.

Der nächste Morgen beginnt aber erst mal mit einem guten Frühstück im Hotel; davon reichlich gestärkt, packen wir unsere Rucksäcke und treffen beim Herunterkommen zur Lobby bereits auf unseren persönlichen Guide Walter, der uns die kommenden Tage begleiten wird. Da wir noch auf andere Teilnehmer warten müssen, starten wir mit einer Tour über den örtlichen Belén Markt, der sich über unzählige Blocks auf diversen parallel verlaufenden Straßenzügen im Süden der Stadt erstreckt. Zu der üblichen Auswahl an Obst, Gemüse, Fleisch und Allerlei reihen sich hier noch einige Kuriositäten des Dschungels: Fleisch von Kaimanen, Schildkröten, Pakas, diverse Heilmittel und und  und… Auf die Frage, ob das alles legal sei, antwortet Walter nur, dass sich viel davon in Grauzonen bewege und vereinzelt nur die Jagd, aber nicht der Verkauf und Verzehr geahndet werden. Wir stoppen an einem kleinem Stand, um einen ersten Dschungel-Snack zu uns zu nehmem: frittierte Suri Maden. Geschmacklich sind die Biester durchaus annehmbar, auch wenn es einen kurzen Moment der Überwindung braucht, sie zu verputzen.

Die Zeit drängt dann aber doch, und wir machen uns auf den Weg zum Boot, nicht aber ohne noch ein bisschen Tabak aus dem Dschungel eingerollt in Bananenblätter mitzunehmen. Die Fahrt zur Lodge dauert ungefähr 2 Stunden, und ich verbringe die Zeit damit, Musk zu hören und die Landschaft auf mich wirken zu lasen. Der Fluss, der angrenzende Regenwald und die kleinen Hütten an dessen Rand beeindrucken mich, und ich versinke glücklich und zufrieden in meinen Gedanken…

Die Unterkunft ist einfach, aber schön und liegt direkt am Amazonas! Wir checken ein, essen zu Mittag und starten gleich mit dem zweiten Punkt des Tages: einer Wanderung durch den angrenzenden Urwald. Unser Team wird jetzt noch um Delvis verstärkt, der aus dem nächstgelegenen Dorf stammt, und zu viert machen wir uns auf den Weg die drei Arten des Pfeilgiftfrosches im Dickicht zu finden.Die Hitze und Luftfeuchtigkeit sind dabei so enorm, dass wir schon nach einigen Metern nass vom Schweiß der Anstrengung sind; unbeeindruckt davon schlägt einer der beiden Guides uns immer den Weg mit der Machete an der Spitze der Gruppe frei,  bis wir an einer Lichtung halt machen.

Wir haben schon auf dem Weg dorthin einen Vorgeschmack auf die Qualitäten der beiden bekommen, als Walter uns die Vegetation erklärt hat, doch sind wir tief  beeindruckt, dass die beiden die kleinen Frösche unter dem dichten Laub ausfindig machen können, wo wir nur Blätter und Äste sehen. Es gelingt ihnen tatsächlich alle drei Arten der Gattung zu finden und uns zu erklären – voller Erfolg. Am Abend geht es gleich weiter mit einem Spaziergang rund um die Lodge und es ist unglaublich was wir noch zu sehen bekommen: gigantische, giftgrüne Frösche, die in Bäumen leben, gepanzerte Hundertfüßer, eine Tarantula und die unzähligen kleinen und großen Insekten, die sich in Heerscharen in der warmen Nacht tummeln. Nach dem langen Tag fallen wir glücklich in unsere Betten und schlafen zu einer einmaligen Geräuschkulisse ein – der Urwald lebt hier! Noch.

Walter erwartet uns um 05.30 Uhr – wir schauen uns den Sonnenaufgang über dem Fluss vom Boot aus an. Wieder ein Erlebnis, für welches ich keine treffenden Worte habe. Sonnenauf- und Untergänge haben ja immer etwas Schönes an sich, doch von einem Boot aus in der Mitte des Amazonas treibend, übertrifft es doch meine bisherigen Erfahrungen. Wir schauen der Sonne gebannt beim Wachsen zu, während der Nebel langsam über dem Wald verschwindet und machen uns nach einer guten Stunde auf zum Frühstück.

Nach der Stärkung mache ich erst mal Bekanntschaft mit dem
Weißflügel-Trompetervogel, der auf dem Gelände der Lodge wohnt und wie mir die Angesellten sagen in der Nacht immer auf dem Gästehaus schläft, um über alle zu wachen: Ein außerordentlich zutrauliches Tier, welches sich gerne von den Gästen streicheln lässt. Unter seinen wachsamen Augen und unter strenger Beobachtung des ebenfalls dort angesiedelten Aras Trio ernten wir Açaí für einen Saft am Mittag. Bei uns längst als Superfood gehandelt, freue ich mich es hier zum ersten Mal zu probieren, wo es nicht bereits sinnlos lange Wege hinter sich bringen musste.

Am Vormittag machen wir dann noch eine Tour entlang der Seitenarme des Flusses – die Regenzeit ist gerade zu Ende und weite Teile sind mit dem Boot befahrbar – und kommen in den Genuss, Faultiere zu beobachten. Leider sind die Tiere so weit entfernt, dass man ein gutes Auge braucht, um sie zu sehen, und so bestaunen wir die gemächlichen Baumbewohner durch ein Fernglas; ich bedauere kein besserers Objektiv für meine Kamera zu besitzen. Rätselhaft ist uns beiden nur wieder, wie Walter und Delvis es schaffen, die Tiere im Vorbeifahren vom Boot aus zu sehen. Später haben wir dann noch mehr Glück und sehen einige Affen durch die Bäume springen – wieder ein gelungener Tag schon jetzt.

Neben all den bereits erwähnten Tieren und Insekten, die es im Amazonasbecken gibt, leben hier auch die außergewöhnlichen Süßwasserdelfine. Unser nächster Punkt auf der Tagesordnung führt uns daher hinaus auf den Fluss an eine Stelle, an der man häufig das Glück hat, sie zu beobachten. Wir sitzen gebannt im Boot und sehen zunächst die kleineren, grauen Exemplare und später auch noch den den berühmten rosa Süßwasserdelfin. Nachdem wir einige Fotos geschossen haben, gehen wir selbst ins Wasser, um eine Runde zu schwimmen. Es ist ein großartiges Gefühl, in diesem gigantischen Fluss zu baden und dabei die Aussicht auf die umliegenden Wälder zu genießen, während die Delfine in sicherem Abstand zu uns beiden Gringos immer wieder an die Oberfläche kommen und aus dem Wasser springen.

Für den Abend steht dann noch eine Bootstour durch die kleinen Kanäle an den Seiten des Flusses an. Wir haben kein bestimmtes Ziel – zumindest glauben wir das – sondern fahren einfach nur durch die noch überfluteten Gebiete vorbei an Bäumen und durch Felder von Seegras hinein in die Finsternis. Vorne auf dem Boot steht Walter mit Ruder und Machete bewaffnet und ist unentwegt dabei, das Boot in der Bahn zu halten oder den Weg von Ästen zu befreien; hinten am Motor steht Delvis und gibt wie immer wortkag mal mehr oder weniger Gas, um das Boot in Bewegung zu halten. Wir sind dabei einfach nur still, genießen die Natur, weichen hin und wieder den Ästen aus, die uns trotz Walters Einsatz entgegenkommen, und befreien uns von Spinnen oder anderen Insekten, die sich gefühlt bei jeder Berührung mit dem Grün auf einem niederlassen.  Auf dem Weg sehen wir noch eine kleine Schlange im Baum nur wenige Meter von uns entfernt auf einem Ast und erreichen kurz darauf das eigentliche Ziel unserer Guides, als Walter mit einem beherzten Griff ins Seegras einen kleinen Kaiman einfängt und präsentiert. Er erklärt uns die Eigenschaften des Tieres und lässt uns wissen, dass man einen Kaiman nur einmal fangen kann, denn ein zweites Mal wird das Tier nicht mehr so leicht zu entdecken sein. Wir entlassen das Jungtiere wieder in die Freiheit und machen uns auf den Rückweg zur Lodge.

Die Tage hier sind außerordentlich ereignisreich, und so startet Tag 3 mit einem Ausflug zum Piranha-Fischen. Unser 4er Team steht bewaffnet mit einfachen Ruten, an denen lediglich eine Schnur mit Haken befestigt ist, auf dem kleinen Boot und übt sich in Geduld. Die Fische werden mit Fleisch geködert und freilich nicht nur zum Spaß geangelt, sondern stehen später mit auf dem Speiseplan. Wir sind am Ende dann doch durchaus erfolgreich und machen uns mit der Beute zurück in Richtung Lodge.

Nach dem überaus langen gestrigen Tag lassen wir es dann doch etwas ruhiger angehen und besuchen am Nachmittag nur eine Lagune, an der die gigantischen Victoria Seerosen vorkommen, deren Blätter einen Durchmesser von bis zu 3 m erreichen können. Gemessen an den bisherigen Eindrücken der gewaltigen Flora und Fauna ist dieser Besuch jedoch schon fast unspektakulär – man wird wohl auch beim Abenteuer nach einer Weile verwöhnt und schwerer zu beeindrucken.

Der Tag endet mit einem Besuch des nahegelegenen Dorfes, aus dem auch unser Guide Delvis stammt, und wir schauen uns den Sonnenuntergang über dem Fluss vom Ufer aus an, trinken Bier mit anderen Gästen der Lodge  und feuern später noch die Guides der verschiedenen Gruppen beim Fußball gegen die örtliche Jugend an, welcher sie deutlich unterliegen.

Für den letzten vollen Tag haben wir wieder eine Wanderung durch den Urwald geplant und machen uns dieses Mal auf die Suche nach den gigantischen Kapokbäumen. Es geht erst wieder mit dem Boot über die dicht bewachsenen Seitenarme des Flusses zu einer kleinen Anlegestelle, bevor es dann durch den nicht minder dicht bewachsenen Urwald auf kleinen Pfaden tiefer in den Dschungel geht. Ich kann die Kraft und Energie, die diesen Orten inne wohnt, wirklich kaum beschreiben, strotzt dieser Wald doch überall von Leben, das sich aus jeder Nische heraus ausbreitet und versucht sich gegenseitig den Platz abzubringen. Es ist bereits so viel Leben vorhanden, dass es für den Menschen, der es nicht zerstört oder vermag im Einklang damit zu leben wie die indigene Bevölkerung es kann, schon wieder lebensfeindlich anmutet. Ein großartiges Beispiel für die Vielfalt und Kraft der Natur in all ihrer unbarmherzigen Schönheit.

Wir wandern also wieder schwitzend durch den Wald, wie immer angeführt von Walter mit der Machete, als wir erneut auf Affen stoßen, die wir aus der Ferne bewundern können. Unser Weg führt uns weiter durch knöchelhoch überflutete Gebiete bis hin zu einer Stelle, an der Delvis hofft die überaus giftige Lanzenotter zu finden. Seine Ambitionen in allen Ehren bin ich doch froh, dass uns diese Begegnung erspart bleibt. Wir ziehen weiter durch das Dickicht und finden noch einen Baum, an dem ein Jaguar seine Spuren hinterlassen hat, als das Tier vor nicht allzu langer Zeit seine Krallen an der Rinde geschärft hat – Walter freut sich sehr über dieses Lebenszeichen der Art in dem Gebiet! Als wir endlich einen großen Kapokbaum erreichen, sind wir durchaus beeindruckt, können diese Bäume über 60 Meter hoch werden und ein Alter von über 500 Jahren erreichen. Walter erklärt uns die Möglichkeiten der Nutzung seiner Früchte; und wir posieren für ein Foto vor dem Riesen bevor wir zurück zu unserem Boot wandern.

Auf unseren Wunsch schauen wir danach noch einmal den Sonnenuntergang an, dieses Mal von der Mitte des Flusses aus und sind wie schon beim Sonnenaufgang schnell fasziniert und in Gedanken versunken. Danach machen wir noch einen Abstecher in ein weiteres Dorf, um einige kleine Andenken von einer Familie zu kaufen, deren Vater noch im Dschungel aufgewachsen ist. Wie Walter uns erzählt, sind entweder alle Mitglieder seines Stammes in die Dörfer gezogen, oder verstorben. Gelegentlich führt er aber mit einigen anderen ehemaligen Stammesmitgliedern noch traditionelle Tänze für Touristen auf, gelebt wird diese Tradition allerdings nicht mehr aktiv; vielmehr haben sie einen Flatscreen TV und eine Stereo-Anlage in ihrem Haus und führen ein moderneres Leben. Den Touristen verkauft man das natürlich als einen authentischen Besuch eines Dorfes, den man so zum Glück nirgendwo wirklich buchen kann. Die vereinzelten Stämme der indigenen Völker, die entgegen aller Widrigkeiten noch nach alten Traditionen und Bräuchen leben, bleiben hoffentlich unberührt von uns mit Kameras bewaffneten Touristen aus der vermeintlich zivilisierten Welt. Der Sohn der Familie führt uns noch seinen als Haustier gehaltenen Affen vor, was uns persönlich nicht sehr gefällt, und wir machen uns auf den Rückweg.

Am letzten Tag, machen wir noch eine Tour mit dem Boot und bestaunen ein letztes Mal einige Faultiere und eine große Gruppe von ca. 20 Affen, bevor es mit dem Speedboat wieder zurück nach Iquitos geht. Wieder träume ich vor mich hin und lasse die letzten Tage Revue passieren, während ich den Kopf in den Fahrtwind halte. Welch ein Abenteuer und was für eine einmalige Erfahrung, über die ich noch so viel mehr erzählen könnte… Allein die Menge an Informationen, die Walter versucht hat uns zu vermitteln, würde weitere Seiten füllen, ist er nicht nur Guide, sondern auch Dozent an der örtlichen Universität und Vorsitzender des lokalen Vereins der Vogelkunde. Es soll hier doch genügen und ich hoffe, einen Eindruck über das Erlebte vermittelt zu haben. Zurück in Iquitos gönnen wir uns noch einen ausufernden Besuch einer örtlichen Bodega und erwischen am nächsten Morgen leicht übermüdet unseren Flieger. Nächstes Ziel: Cusco.

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Unerfreulichere Infos aus dem Nachbarland Brasilien findet man zum Beispiel hier:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/umweltzerstoerer-bolsonaro-raubbau-in-brasiliens.979.de.html?dram:article_id=447278

Hiddensee

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Freie Sicht in alle Himmelsrichtungen von der Sturmhöhe hoch oben auf der Lietzenburg heute Morgen um neun Uhr. Foto: Rolf Hiller

Von Haus zu Haus sind es 277 km, und zu Fuß dauert diese Strecke 2 Tage und 11 Stunden. Das wäre mit dem Gepäck ohnehin nicht zu schaffen – auf geht‘s mit den Freunden nach Hiddensee per Bahn, Bus, Fähre und Wassertaxi. Das Gepäck schaffen wir im Handwagen vom Hafen in Kloster zur geliebten Lietzenburg. Rasch die Sachen abgestellt, Essen gibt es nämlich nur bis 9 Uhr im „Wieseneck“. Wir werden natürlich freundlich-muffig ermahnt, dürfen aber noch etwas bestellen. Herrlich! Alles wie immer, die lange, achtstündige Reise, die uns schon einstimmt auf einen anderen Rhythmus, auf Hiddensee. Hier gibt es keine Autos und eine andere Zeit. Die Faszination dieser Insel hat sich erhalten, trotz mancher Veränderungen und der vielen Tatous (Tagestouristen), die über Mittag hier unterwegs sind.

Vom Klimawandel, der die (deutsche) Europawahl bestimmt, ist hier noch nichts zu spüren. Die Höchsttemperaturen liegen bei 15°, das Meer lädt bei 12 – 14° nicht gerade zum Bade ein. Wenn es regnet, könnte es auch schon der Frühherbst sein. Macht aber nichts: unser Sehnsuchtsort Hiddensee ist immer großartig. Natürlich verfolgen wir die Klatschen für die Berliner Regierungskoalition – die Ergebnisse für CDU und SPD sind deprimierend, das Verhalten ihrer Parteivorsitzenden danach erst recht. Annegret Kramp-Karrenbauer beschädigt sich immer mehr selbst, von der „Theresa May der SPD“ (Münchener Merkur) Andrea Nahles ganz zu schweigen. Friedrich Merz hält sich derweil sehr bedeckt und konstatierte nüchtern im „Spiegel“:  „Nach dem Ergebnis dieser Europawahl muss sich die CDU fragen, warum wir nach 14 Jahren Klimakanzlerin unsere Klimaziele verfehlen.“

Natürlich höre ich am Mittwoch „When I‘m Sixty-Four“ von den Beatles, und natürlich gehen die Frau und ich bei strahlenden Plus-12-Temperaturen zur Erfrischung ins Wasser, kurz und mutig. Der Song klingt bloß poppig leicht, hat aber durchaus eine düstere Bedeutung, die mir erstmals auffällt, mich aber nicht weiter beschäftigt. Noch ist alles gut, es geht mir gut, Glückwünsche trudeln ein, ein Strauß mit frischen Inselblumen steht auf dem Tisch, um den wir nun nicht mehr zu viert sitzen – zwei meterhohe Giraffen (zum Aufblasen) blicken stumm auf dem ganzen Tisch herum. Abends dann „Robinson Crusoe“ in der Seebühne, anschließend ein Nachtmahl im „Godewind“ (warme Küche ab Mittwoch bis 22 Uhr), zurück über den Deich beim Gezwitscher der Sprosser. Licht aus!

Pina & Tina

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Raus aus dem Fachwerk-Hotel geht’s in die Tristesse deutscher Architektur.

Keiner da im Fachwerk-Hotel in Barmen. Zum Glück erreichen wir jemanden mobil und erhalten den Code für die Eingangstür. Das Haus ohne Personal wurde aufwändig & geschmackssicher renoviert und wirkt in der baulichen Tristesse der Umgebung wie eine Botschaft aus besseren Zeiten. Keine Zeit für Reflexionen & Trödeleien; wir sind mit einem gewissen Herrn Pong bei „Onkel Ludwig“ verabredet. Das Restaurant mit Deckchen auf den Tischen und dem Holzmobiliar der 70er Jahre ist schon um 18h gut besucht und für sein wohlfeiles, gutbürgerliches Essen bekannt. Von dort sind es nur ein paar Schritte zum Opernhaus, wo das Publikum im Foyer dicht an dicht steht. Was Wunder, ein Stück von Pina Bausch ist seit 1990 zum ersten Mal wieder zu sehen. Das Haus ist ausverkauft!

Bettina Wagner-Bergelt, seit Anfang des Jahres Intendantin des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, drückt uns die Tix in die Hand und ab geht’s ins Gestühl, das keinen Vergleich mit den Berliner Bühnen zu scheuen braucht; in jedem Multiplex-Kino sitzen wir besser. Kann man ein Stück von Pina Bausch ohne die charismatische Begründerin des Tanztheaters überhaupt aufführen, zumal es keine verbindliche Überlieferung gibt? Solche Fragen gehen mir bei „Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen“ durch den Kopf; das Stück ist eine Auseinandersetzung mit „Macbeth“ und bildet im Oeuvre von Pina Bausch eine Ausnahme. Standing Ovations – auch wir stehen gerne auf – nach dreieinhalb Stunden, die mir nach einem langen Tag am Ende doch lang wurden.

Tags drauf gibt Tina der New York Times ein Interview, und wir werden fast erschlagen von der Hässlichkeit des Technischen Rathauses. Wie konnte das nur geschehen, dass solche abweisend-monströsen Gebäude gebaut wurden, nicht bloß in Wuppertal, das Anfang des 20. Jahrhunderts als reichste Stadt Deutschlands galt. Von dieser Pracht kündet noch die Villa Waldfrieden mit ihrem herrlichen Park, die inzwischen dem englischen Künstler Tony Cragg gehört; er hat hier einen beeindruckenden Skulpturenpark errichtet. Wir sind begeistert, kommen wieder und fahren dann 27km mit der Schwebebahn, die gerade noch restauriert wird.

Macht bloß Theater!

 

Thorsten Lensing inszeniert David Forster Wallace: Unendlicher Spass. Berlinpremiere: 22. Februar 2018.
Grandios! Ursina Lardi in „Unendlicher Spaß“ vom Regisseur Thorsten Lensing. © David Baltzer / Agentur Zenit

Im Wonnemonat Mai gibt es Erdbeeren & Spargel satt, und wir freuen uns auf das Theatertreffen in Berlin: zehn bemerkenswerte Inszenierungen werden von einer fachkundigen Jury eingeladen. „Es wurden“, lesen wir beeindruckt auf der Homepage der Berliner Festspiele, „418 Inszenierungen in 65 deutschsprachigen Städten besucht. 744 Voten gingen bei uns ein und die einzelnen Juror*innen haben jeweils zwischen 94 und 121 Inszenierungen gesehen. Insgesamt wurden 39 Inszenierungen vorgeschlagen und diskutiert.“ Respekt! Trotz munterer Reisetätigkeit brachten die Experten indes kein einziges Theaterstück mit nach Berlin. Oha. Mir schwant erst recht nichts Gutes, als ich Patrick Wildermanns Vorschau im Berliner Tagesspiegel lese: „Ein Besuch in einer Nebelmaschinenfabrik, ein zehnstündiges Antiken-Event mit Verköstigungsangebot, der epileptische Krampf als Spielmethode, eine Gothic-Geisterbahn und ein sexbesessener Schweine-Guru namens ‚Tüffi‘.“ (31.01.2019)

Ehe wir uns dem zotigen & vermeintlich sprachkritischen Aufsagtheater um „Tüffi“ aussetzen, spricht uns ein Besucher aus Luxemburg an. Er beglückwünscht uns zur Flucht aus der Volksbühne am Vorabend  – nach 90 Minuten hatten wir genug von „Erniedrigte und Beleidigte“, eine Dostojewski-Vernichtung der Brüller, Hampler und männlichen Nackedeis – Musik, Video & Action-Painting natürlich inklusive. Eine Dame macht sich in der U-Bahn-Station empört Luft; morgen gehe sie in die Schaubühne zu „Richard III“. Gute Entscheidung. Lars Eidinger zieht zwar auch gerne blank, erleben kann man aber ganz großes Theater, das schon dutzende Male gegeben wurde. Wir halten im Haus der Berliner Festspiele nur bis zur Pause durch. „Tartuffe oder das Schwein der Weisen“ heißt die sog. Komplettüberschreibung, und das „spielwütige Ensemble“ (Programm-Flyer) samt Autor PeterLicht müsste sich für diese Untat jeden Tag bei Molière entschuldigen. Wieder Einverehmen an der Garderobe, wieder einvernehmliche Flucht.

Bei Thorsten Lensings Bühnenadaption von David Foster Wallace‘ Roman „Unendlicher Spaß“ flieht niemand aus den Sophiensälen. Wir sind gebannt von einer auf diesen Regisseur eingeschworenen Schauspielerschar, allen voran die grandiose Ursina Lardi und Devid Striesow, ein fabelhafter Wiedergänger von Jack Nicholson. Aus einem eigentlich nicht dramatisierbaren Roman hat Lensing in geduldiger, jahrelanger Arbeit ein Theaterereignis geschaffen, das Ereignis dieses so wenig bemerkenswerten Theatertreffens 2019. Im nächsten Jahr soll es eine Frauenquote geben. Dieser Tribut an den Zeitgeist bürgt indes nicht für mehr Qualität. Wie wär‘s mit einer Götterdämmerung? Eine neue Jury und eine Theaterstück-Quote. Mindestens die Hälfte der Produktionen müssen für die Bühne geschrieben worden sein. Es lebe das Theater!

Denn wir wissen, was wir tun

Luftbild des Flughafens BER "Willy Brandt" am 9.7.2013
Das Wowereit Memorial für Biodiverstät. © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Regen und Messe – also Stau. Stop and Go am Frankfurter Kreuz, der Verkehr quält sich auf acht Spuren voran wie in LA. In den meisten Autos sitzt nur eine Person. Ich habe schon schlimmere Situationen erlebt und auch schon länger gebraucht, um gen Süden zu kommen. In Heppenheim will ich meinen Sohn treffen und brauche für die 62 km lange Strecke knapp 90 Minuten. Der ganz normale Wahnsinn auf deutschen Autobahnen; nicht bloß diese Infrastruktur ist in der Rushhour total überlastet. Letzte Woche waren wir auf der A5 nach Freiburg unterwegs – auf der rechten Spur eine einzige Kolonne von Lastern.

Es gibt nichts zu beschönigen: auch ich trage durch mein Verhalten zum Klimawandel bei, auch ich werde dafür bezahlen müssen. Diesen Montag hat der Weltbiodiversitätsrat IPBES noch einmal darauf hingewiesen, dass in den nächsten Jahrzehnten eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind. Die Hälfte der Korallenriffe ist schon verschwunden; der Rest wird nicht überleben können. Der Grund dafür ist bekannt: die weltweite Erderwärmung. Trump hingegen leugnet den Klimawandel und sein brasilianischer Wiedergänger Bolsonaro kürzt die Mittel für den Klimaschutz um 95%! Letztlich bin ich keinen Deut besser als Trump. Ich habe mein Verhalten nicht geändert, fliege mal munter ein paar Tage nach Malle oder übers WE nach Rom. Zwar empfinde ich inzwischen auch Flugscham (diesen Begriff habe ich kürzlich gelernt), aber dem Klima ist es egal, ob ich mit schlechtem Gewissen in einem Flieger hocke oder nicht.

Der ganz normale Wahnsinn geht immer weiter, natürlich auch am BER, dessen Eröffnung nun an Dübeln und Kalksandstein endgültig zu scheitern droht – die Probleme seien seit 2012 (!) bekannt; mehr dazu im ARD-Magazin Kontraste. Vielleicht ist dieser Skandal ein Menetekel zur rechten Zeit. Vielleicht nutzen die Berliner Piefkes das Desaster als Chance zur Besinnung – und verzichten ganz auf einen neuen Flughafen. Am besten wir motten Tegel gleich auch noch ein und hätten dann im internationalen Wettbewerb einen weiteren USP (unique selling point). Berlin wäre die erste Metropole weltweit ohne Flughafen, und die Touristen blieben weg. Wowereit sei Dank!

Wolkenmenschen, Wasserfälle und Lagunen

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Laguna 69 – 4.600 Meter

Nach der ereignisreichen Anreise gönnen wir uns erst mal einen Tag Ruhe in Chachapoyas. Wir befinden uns auf 2.335 Metern und sind endlich in den Anden angekommen! Das Programm der kommenden Tage sieht Wanderungen zu den Ruinen von Kuelap und dem Wasserfall Gocta vor, aber wir starten mit einer Erkundung der Stadt.

Chacha, wie es von den Locals meist nur genannt wird, ist eine schöne, ruhige Stadt mit vielen weiß getünchten Gebäuden aus der Kolonialzeit. Als sogenannte „Weiße Stadt“ herrscht hier auch ein Verbot von Mototaxis, und es ist daher gleich wesentlich ruhiger als im quirligen Máncora. Wir lassen uns treiben und landen irgendwann im örtlichen Marktgebäude – eine Attraktion für sich. Die Märkte in Südamerika sind immer einen Besuch wert; es gibt meist eine Vielzahl von kleinen Ständen und es herrscht ein lebhaftes Treiben. Neben Fleisch (ohne Kühlung), Backwaren und einem Haufen Krims Krams gibt es unzählige Sorten von Obst und Gemüse, deren Namen wir zu großen Teilen nicht einmal kennen. Wir decken uns ein und machen uns auf den Weg zurück ins Hostel. Auf dem Weg hinaus passieren wir noch eine Frau im tradionellen Gewand, die ein Netz voll lebender Cuy (Riesenmeerschweinchen) zum Verkauf anbietet – eine Delikatesse der Anden.

Der Besitzers unseres Hostels empfiehlt uns bei der Rückkehr noch einen Abstecher zum nahegelegenen Aussichtspunkt Huancas zu machen und den dortigen Canyon zu bestaunen. Wir nehmen den Rat dankend an und nutzen den Besuch als Einstimmung auf die kommenden Tage. Zum Abendessen gibt es danach Mango, Avocado, Käse und Brot vom Markt; der Geschmack der Früchte übersteigt den der deutschen Supermarkt-Früchte um ein Vielfaches.

Am nächsten Morgen geht es um 8.00 Uhr los zum ersten Ausflug mit Ziel Kuelap, der einstigen Heimat der Chachapoya. Der Name dieses prähistorischen Andenvolkes stammt aus dem Quechua und bedeutet Wolkenmenschen oder Nebelkrieger. Wir haben eine Tour über unser Hostel gebucht und müssen zunächst einige Stunden Bus fahren, bevor es mit der einzigen Seilbahn Perus hinauf zu den Ruinen geht. Es ist eine spannende Führung und es sind beeindruckende Bauwerke, deren Bau hoch oben auf fast 3.000 Metern schon etwa im 6. Jahrhundert begonnen wurde. Ich möchte nicht zu viel über die Kultur und die Ruinen erzählen, empfehle den Interessierten jedoch eine Kurzrecherche im Netz. Wir sind zufrieden mit diesem ersten Tag und erlauben uns Cuy zum Abendessen. Leider geraten wir jedoch in ein gehobenes Restaurant für Touristen und so wird der Cuy nicht am Stück, sondern bereits zerteilt in einer Schatztruhe serviert – zu viel Show für meinen Geschmack.

Der nächste Tag wartet mit der etwas anspruchsvolleren Wanderung zum Wasserfall Gocta auf, der sich 771 Meter in die Tiefe der Sierra, der Vorstufe zum Regenwald, stürzt. Wir müssen eine einfache Strecke von 5,5 km dorthin bewältigen und kämpfen gegen das wechselhafte Klima und die Steigungen. Sonne und Regen wechseln sich derart schnell ab, dass wir bald sowohl vom Schweiß als auch vom Wasser durchnässt sind, doch jeder Meter näher zu Gocta gibt uns neue Kraft. Unser Guide hat uns wegen der Kälte zwar vor einem Bad gewarnt, aber wem muss ich noch sagen, dass wir uns gleich nach der Ankunft am Fuß auf in Richtung Becken machen. Phil, den wir schon auf dem Weg kennengelernt haben, ist bereits im kühlen Nass. Davon angespornt ziehen wir blank und gönnen uns ebenfalls ein kurzes Bad von maximal 3 Minuten im eisigen Wasser – eine Wahnsinnserfahrung! Den Weg zurück laufen wir mit Phil im Trio und tauschen uns aus während der Wasserfall durch den Regen minütlich weiter anschwillt; auch Phil hat seinen Job aufgegeben und möchte das „rat race“ der Finanzbranche in Kalifornien gegen einen Job im Abenteuertourismus tauschen. Ich verstehe ihn gut.

Am Vortag haben wir unsere Pläne bereits geändert und fahren doch nicht an die Küste, sondern nach Huaraz: der Bus geht noch am selben Abend. Wir sind zwar erschöpft von der ersten 11 km Wanderung im Gebirge, doch die Anden versprechen einfach mehr Abenteuer als der Strand. Wir nehmen wieder den Nachtbus, und wieder schlafen wir hervorragend. Nach einem kurzen Buswechsel in Trujillo am Morgen erreichen wir Huaraz auf 3.100 Metern am frühen Abend planmäßig.

Wir gönnen uns wieder einen Tag Pause und erkunden die Stadt – hier herrscht leider kein Verbot für Mototaxis und das Hupen als Verständigung ist wieder allgegenwärtig. Die Stadt ist zudem voll, denn es ist Gründonnerstag und die Vorbereitungen für die üppigen Osterprozessionen der kommenden Tage laufen bereits auf Hochtouren. Nach dem Abendessen dann der Schreck: wir geraten in ein ausgewachsenes Gewitter und es regnet ohne Unterlass. Wir müssen uns beratschlagen, wollen wir doch am nächten Tag zur Laguna 69 wandern. Der Wetterbericht sagt auf allen Kanälen ausschließlich Gewitter voraus, doch die erfahrenen Mitarbeiter im Hostel sagen uns, dass man sich hier im Gebirge nie darauf verlassen kann, und am Morgen sei es eigentlich immer erst mal schön. Wir wissen nicht weiter und beschließen die Münze entscheiden zu lassen: Kopf, wir buchen die Tour! Beim Buchen an der Rezeption treffen wir noch Nadine, eine Reisende aus Hamburg, die sich ebenfalls für die Tour einschreibt. Wir kennen uns bereits vom Frühstück und verabschieden uns bis zum Morgen – abgeholt werden wir um 4.00 Uhr.

Irgendwo zwischen den kleinen Dörfern auf dem Weg kommen wir ins Stoppen: Eine erste Karfreitags-Prozession inklusive Feuerwerk hält uns um kurz vor 6.00 Uhr von der Weiterfahrt ab. Zwar sind wir irgendwie amüsiert darüber, zeigen uns aber unbeeindruckt, da Schlaf gerade noch Priorität genießt. Ein kurzer Stop zum Frühstück und wir starten den steilen Weg ins Gebirge auf 3.900 Metern: Das Wetter ist stabil – die Münze hatte Recht.

Die Landschaft ist atemberaubend schön und wir laufen zunächst zu dritt. Zwar sind wir einigermaßen aklimatisiert, doch mit jedem Meter steigt die Anstrengung weiter. Bald laufen wir nur noch zu zweit und Bobby muss immer wieder auf mich warten – Nadine ist uns bereits einige Meter voraus. Hatte ich mich im Vorfeld noch gefragt, ob Bobby es mir seiner Lunge (mehrere Mantelpneumothoraxe in den Vorjahren) problemlos schafft und ich ihn zur Not tragen könnte, frage ich mich jetzt, ob es ihm möglich wäre, mich im Notfall den Berg hinunter zu wuchten. Aber Spaß beiseite, es ist zwar eine gewaltige Anstrengung, doch wir wissen halbwegs, was wir machen und waren beide schon auf ähnlichen Höhen unterwegs. Nach 3 anstrengenden Stunden erscheint vor uns dann endlich in einem türkis-blau nicht von dieser Welt die Laguna 69 auf 4.600 Metern Höhe. Wir sind überwältigt von der Schönheit und genießen ehrfürchtig unseren mitgebrachten Proviant. Leider kommen wir nicht umhin zu bemerken, dass der Gletscher auf den Werbefotos in der Stadt noch bis in den See ragte und sich mittlerweile ein gutes Stück weiter den Berg hinauf zieht. Es sind auch hier die Spuren des Klimawandels am Werk und man fragt sich doch, ob man solche Fernreisen neben vielen andern Dingen überhaupt noch guten Gewissens machen kann. Der Abstieg erfolgt um einiges schneller und zurück in Huaraz gehen wir – wieder zu dritt – noch ein Bier trinken. Ich habe leichte Kopfschmerzen vom Tag, der Höhe und der Anstrengung, doch eine Nacht voll Schlaf soll sie wieder beseitigen.

Den letzten Tag in der Stadt genießen wir zwischen den Touristen und Pilgern und schauen uns die teils eigenwilligen – aber für Südamerika typischen – Oster-Prozessionen an. Nadine hat sich uns angeschlossen, und wir probieren uns durch die kleinen Wagen mit Essen am Straßenrand. Ein Highlight: Spanferkel. Für einen Saft geht es nochmal in den örtlichen Markt und beim Verlassen sehen wir einen Stapel ganzer Schweine zum Teil auf dem Boden und auf Sackkarren einfach abgeladen in einem Gang. Wir denken trotz des fürchterlichen Geruchs nicht weiter darüber nach und lassen den Tag bei einigen Bieren ausklingen. Zum Abschluss spielen wir noch die für mich lustigste Runde Uno seit langem im Hostel und tragen dabei am Ende alberne Masken, die wir im Aufenthaltsraum gefunden haben. Noch einen Selfie zusammen und wir müssen uns verabschieden. Wir nehmen wieder den Nachtbus nach Lima, von wo aus wir das erste große Highlight der Tour ansteuern: 5 Tage in einer Eco-Lodge im Amazonasbecken…

Peng

Wer die Sehnsucht hat

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Intendanten dieser Welt: Spielt die Oper „Oceane“ von Detlef Glanert! © Bernd Uhlig

Das Bild ist endlich da; der Transport aus Frankfurt in die JenAer lief nicht ohne Abstimmungsprobleme. Axel hat es mir im Krankenbett bei meinem letzten Besuch in Bad Camberg vermacht. Danach habe ich ihn nie wieder gesehen – viele Fragen bleiben offen. Es zeigt „The Gates“, ein Projekt von Christo und Jeanne Claude von 2005 im Central Park von New York. Wie dieser Druck in Axels Besitz gekommen ist, weiß ich (noch) nicht, ob er einmal in New York gewesen ist auch nicht. Natürlich schauen wir uns erst recht den Film „Christo: Walking on Water“ an, eine unbedingt zu empfehlende Dokumentation über die Entstehung der Floating Piers-Kunstinstallation, die im Jahr 2016 zwei Inseln im Lago d‘Iseo miteinander verband. Vor vierzig Jahren hatte er das Projekt bereits mit seiner Frau geplant und niemals die Sehnsucht aufgegeben, dass es doch noch klappen würde. Ein Besessener.

Zwei Tage später fiebern wir einer Uraufführung in der Deutschen Oper entgegen: Oceane. Eine Fontane-Oper im Fontane-Jahr. Wir sind vom ersten Moment an gebannt: der Kopf einer Frau in schwarzweiß auf einer Leinwand vor der riesigen Bühne, sie singt wie aus einer anderen Welt, die Kamera zoomt auf ein Auge, das schließlich zum Meer wird. Starker, grandioser Beginn eines Abends, der in Erinnerung bleiben wird (Regie: Robert Carsen). Detlef Glanert hat die Oper komponiert und verfügt souverän über alle ästhetischen Möglichkeiten des Musiktheaters. Aus dem Fragment „Oceane von Perceval“ hat Hans-Ulrich Treichel geschickt ein Libretto verfasst: eine freisinnige Frau scheitert in den realen Verhältnissen. Wenn Oceane – gesungen & gespielt von der fabelhaften Maria Bengtsson – wie entfesselt beginnt zu tanzen, weichen die braven Pfahlbürger schockiert zurück. In der spießigen Sommerfrische an der See ist kein Platz für eine Oceane, die ihre Sinnlichkeit ohne Grenzen nur im Meer ausleben kann – im Tode. „Ein Riesenerfolg der Deutschen Oper“, bilanziert die ARD-Kulturkorrespondentin Maria von Ossowski“, „der aber die Frage nicht beantwortet, die alle Uraufführungen des Musiktheaters begleitet: wird es eine zweite, eine zwanzigste, vielleicht gar zweihundertste Inszenierung geben? Meist bleibt es nur bei der Uraufführung zeitgenössischer Werke. Glanerts Werk wäre ein dauerhafterer Platz in den Spielplänen der Opernhäuser zu wünschen.“

„Wer die Sehnsucht hat, hat alles“, wähnt Oceanes Verehrer. Nichts hat er! Was das mit deutschen Theater zu tun hat, wollen wir beim Theatertreffen erfahren, das mit „Hotel Strindberg“ von Simon Stone nach August Strindberg eröffnet wird. Oha! Stone hat die „Methode der Komplettüberschreibung“ von Klassikern erfunden. Wir schauen in unterschiedliche Fenster eines Hotels und erleben, wie sich Menschen verletzen, erniedrigen und zerstören. Sehnsucht ist da keine mehr, Hoffnung auch nicht, Langeweile bald. Nach der zweiten Pause haben wir Sehnsucht zu gehen. In den Nachrichten hören wir, dass „Gundermann“ die Goldene Lola gewonnen hat (gut so) und die Tories bei den Kommunalwahlen in England richtig eins auf die Mütze bekommen haben (noch besser!). Es gibt eine wachsende Sehnsucht auf der Insel nach Europa. It’s time to say Goodbye, Theresa!

Lohn der Angst

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Auf dem Weg nach Chachapoyas muss zunächst ein Erdrutsch beseitigt werden.

Wir haben Máncora hinter uns gelassen und sind auf dem Weg nach Chiclayo. Unser eigentliches Ziel ist allerdings Chachapoyas, doch wir nehmen einen Umweg, der uns über eine weniger befahrene Strecke im Gebirge führt, die entlang steiler Abhänge verläuft. Unser Lonely Planet empfiehlt Valium für schwache Nerven und gesundes Vertrauen in die Streckenkentnisse des Fahrers. Genau unser Ding.

Nach Chiclayo alleine sind es erst mal 7 Stunden, und so fahren wir wieder durch die schier endlose Küstenwüste, die uns immer noch zu beeindrucken vermag. Leider sind manche Abschnitte aber derart vermüllt, dass es uns zuweilen schaudert; Plastikmüll sicher 3 Meter weit verstreut zu beiden Seiten der Straße… Abgelöst wird die Szenerie nur durch die kleinen, staubigen Ortschaften auf dem Weg und vereinzelte Reisfelder und Bananenplantagen, die im krassen Kontrast zur restlichen Landschaft stehen.

Wir kommen um 19 Uhr endlich in Chiclayo an, nur um nach 4 Stunden Aufenthalt direkt in den nächsten Nachtbus nach Cajamarca zu steigen. Leicht müde stolpern wir dort um 5.30 Uhr raus und machen uns auf die Suche nach einer Möglichkeit, endlich Richtung Chachapoyas aufzubrechen. Die Strecke war im voraus nicht online buchbar, und wir irren im Halbdunkel die Hauptstraße entlang, fragen uns durch. Eine direkte Verbindung gibt es erst am Abend, also nehmen wir ein Sammeltaxi für die erste Teilstrecke nach Celendín, um weiter voranzukommen.

Die Landschaft hat sich über Nacht verändert und die Sandtöne der Küste sind dem satten Grün der Anden gewichen. Ich schaue aus dem Fenster und lasse die Eindrücke auf mich wirken. Bobby schläft. In Celendín angekommen, erwartet uns zunächst ein kurzer Rückschlag: Es wird vor 14 Uhr keinen Bus nach Chachapoyas geben, und die restliche Fahrt dauert weitere 8 Stunden – wir haben die Distanzen doch unterschätzt. Erschöpft schlagen wir uns alternativos die Zeit bis zur Abfahrt in dem kleinen Örtchen um die Ohren. Als der Kleinbus dann endlich die Ortsgrenze passiert, sind wir bereits 26 Stunden unterwegs.

Der Umweg belohnt uns aber schnell mit einer umwerfenden Landschaft und alle Anstrengungen sind vergessen. Es geht über hohe Pässe auf bis zu 3.700 Metern die Anden hinauf und danach gleich wieder hinunter. Die Straße ist nur teilweise befestigt und meistens eher eine Schotterpiste, die kaum Platz für zwei PKW nebeneinander bietet. Unser Reiseführer hat recht behalten: nichts für schwache Nerven. Wir genießen die abenteuerliche Fahrt und starren mit einem leicht angstiegenen Adrenalinspiegel die wahrlich steilen Abhänge hinunter; Leitplanken gibt es keine.

Die Sonne ist schon eine Weile untergegangen, da stoppt unser Fahrer plötzlich vor einem Hindernis. Es hat wenige Augeblicke vor unserem Eintreffen einen Erdrutsch gegeben, der die Straße blockiert. Die Bewohner einer direkt daneben gelegenen Hütte kommen auch gerade erst mit Taschenlampen aus der Tür und begutachten die Erdmasse, als wir zum Stehen kommen. Ehe ich mich zu einem klaren Gedanken durchgerungen habe, höre ich die Männer hinter mir schon: „Los, wir räumen das weg!“ „Wir räumen das weg?“, frage ich mich kurz, „Na klar, wir räumen das weg!“ Alle verlassen also den Wagen und fangen an mit bloßen Händen Gesteinsbrocken zur Seite zu wuchten. Eine Umkehr wäre sinnlos, sind wir doch schon 6 Stunden gefahren und wirkliche Ortschaften haben wir keine durchquert. Die Gruppe vergrößert sich zum Glück schnell um die Insassen nachfolgender Fahrzeuge; wir machen rasch sichtbare Fortschritte. Es kommt uns gelegen, dass wir außerdem das Werkzeug der Anwohner nutzen dürfen; ich bin mir sicher, dass es für einige Helfer nicht das erste Mal ist. Nach ca. 30 Minuten wagen wir den ersten Anlauf und der Kleinbus donnert mit Anlauf auf den von uns geräumten , aber dennoch erhöhten, holprigen Weg. Für einen Moment glauben wir, dass es klappt, doch einige größere Brocken verkeilen sich unter der vorderen Verkleidung des Wagens. Der Fahrer setzt zurück wobei sich die Stoßstange fast zur Hälfte löst, und einige erfahrene Kollegen geben nochmal neue Anweisungen. Wir bessern die Strecke nach und wagen den zweiten Versuch. Der Kleinbus rast wieder mit Anlauf auf die Erhöhung zu und schafft es dieses Mal tatsächlich!

Den Rest der Fahrt überstehen wir problemlos und kommen um ca. 23 Uhr nach 35 Stunden Reise in Chachapoyas an. Unsere Hände und Schuhe sind schmutzig von der Erde, und uns ist klar, dass wir die Strecke auch in der Hälfte hätten fahren können, doch ein solches Abenteuer hätten wir auf der befestigten Straße niemals erlebt. Wieder sind es die ungeplanten Dinge, die den großen Reiz ausmachen und uns sicher lange in Erinnerung bleiben werden. Wir belohnen uns mit einer warmen Dusche und sind bereit für die kommende Tage mit ersten Ausflügen und Wanderungen in den Anden.

Peng